Welche Aufgaben hat ein Warehouse Management System?
In einem modernen Lager greifen zahlreiche Prozesse ineinander. Waren werden angenommen, geprüft, eingelagert, umgelagert, kommissioniert und schließlich ausgelagert oder versendet. Je größer das Lager und je höher das Auftragsvolumen, desto wichtiger wird eine strukturierte und digitale Steuerung. Genau hier kommt ein Warehouse Management System (WMS) zum Einsatz.
2026-09-14 10:22:00Ein WMS unterstützt Unternehmen bei der Planung, Steuerung, Überwachung und Dokumentation ihrer Lagerprozesse. Dadurch werden Bestände und Lagerplätze transparenter und Mitarbeiter bei ihren täglichen Aufgaben gezielt unterstützt.
Was ist ein Warehouse Management System?
WMS steht für Warehouse Management System. Es handelt sich um eine spezialisierte Software zur Verwaltung und Steuerung von Lagerprozessen.
Ein WMS betrachtet dabei nicht nur die vorhandenen Bestände, sondern auch deren Lagerorte und Bewegungen. Es kann beispielsweise Lagerplätze verwalten, Einlagerungen steuern, Kommissionieraufträge bereitstellen und Bestandsänderungen direkt durch mobile Datenerfassung dokumentieren.
Je nach Lösung lässt sich ein WMS außerdem mit einem ERP-System verbinden. Während das ERP übergeordnete Unternehmensprozesse wie Einkauf, Verkauf und Auftragsverwaltung abbildet, konzentriert sich das WMS auf die operative Steuerung des Lagers.
Welche Aufgaben hat ein WMS?
Die konkreten Funktionen unterscheiden sich je nach Anbieter und System. Zu den wichtigsten Aufgaben eines Warehouse Management Systems gehören jedoch die folgenden Bereiche.
Wareneingang
Der Wareneingang ist einer der ersten Prozesse, die ein WMS unterstützen kann. Eingehende Waren werden mit den hinterlegten Bestellungen abgeglichen und beispielsweise per Barcode-Scan erfasst.
Dabei können neben Artikel und Menge je nach Anforderung auch Chargen, Seriennummern oder Mindesthaltbarkeitsdaten dokumentiert werden. Abweichungen zwischen bestellter und tatsächlich gelieferter Ware lassen sich dadurch schneller erkennen.
Einlagerung
Nach dem Wareneingang müssen die Artikel an geeigneten Lagerplätzen untergebracht werden. Ein WMS kann hierfür passende Lagerplätze vorgeben oder bestehende Lagerstrategien berücksichtigen.
Der Mitarbeiter scannt beispielsweise den Artikel und anschließend den Lagerplatz. Dadurch wird im System eindeutig dokumentiert, welcher Artikel tatsächlich wo eingelagert wurde.
Das erleichtert insbesondere bei großen Lagern mit vielen Artikeln und Lagerplätzen die spätere Suche und Entnahme.
Lagerplatz- und Bestandsverwaltung
Ein WMS verwaltet die vorhandenen Lagerplätze und ordnet ihnen die entsprechenden Bestände zu. Dabei können sowohl feste Lagerplätze als auch chaotische Lagerhaltung unterstützt werden.
Gleichzeitig ermöglicht das System eine transparente Übersicht über die vorhandenen Bestände. Durch die digitale Erfassung von Lagerbewegungen werden Bestandsänderungen zeitnah aktualisiert.
Zusätzlich können Funktionen wie Mindestbestand, Meldebestand oder Höchstbestand eingesetzt werden, um Bestände besser zu überwachen und Engpässe frühzeitig zu erkennen.
Umlagerungen
Artikel werden im Lager regelmäßig von einem Lagerplatz zu einem anderen bewegt. Gründe dafür können eine veränderte Lagerorganisation, eine bessere Auslastung oder die Vorbereitung von Kommissionierungen sein.
Auch diese Umlagerungen lassen sich mit einem WMS digital dokumentieren. Durch das Scannen des Artikels sowie des Ausgangs- und Ziellagerplatzes bleibt die Bestandsinformation aktuell und nachvollziehbar.
Kommissionierung
Die Kommissionierung gehört zu den wichtigsten Aufgaben eines WMS. Dabei werden Artikel entsprechend eines Kunden-, Produktions- oder internen Auftrags aus dem Lager entnommen.
Das WMS stellt dem Mitarbeiter die benötigten Aufträge bereit und kann vorgeben, welche Artikel in welcher Menge entnommen werden müssen. Über ein Smartphone oder MDE-Gerät können die Artikel direkt am Lagerplatz gescannt und kontrolliert werden.
Je nach Lösung lassen sich außerdem Prioritäten, Teilkommissionierungen oder optimierte Entnahmereihenfolgen berücksichtigen. Dadurch können Kommissionierprozesse strukturierter und effizienter ablaufen.
Auslagerung und Versand
Nach der Kommissionierung werden die Waren für den Versand oder einen anderen Prozess bereitgestellt. Das WMS dokumentiert auch die Auslagerung und aktualisiert dadurch die Bestände.
Durch die digitale Erfassung lässt sich nachvollziehen, welche Artikel das Lager verlassen haben. In Verbindung mit weiteren Versandprozessen können beispielsweise Packplätze, Versandbereiche oder die Zuordnung von Waren zu Aufträgen abgebildet werden.
Inventur
Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich ist die Inventur. Mitarbeiter können Bestände direkt im Lager mit einem mobilen Endgerät erfassen und mit den im System hinterlegten Mengen vergleichen.
Abweichungen werden digital dokumentiert und können anschließend ausgewertet werden. Dadurch lässt sich die Inventur deutlich strukturierter durchführen als mit klassischen Papierlisten.
Rückverfolgbarkeit und Auswertungen
Ein WMS kann nicht nur den aktuellen Bestand anzeigen, sondern auch die Lagerbewegungen dokumentieren. So lässt sich beispielsweise nachvollziehen, wann Artikel eingelagert, umgelagert, kommissioniert oder ausgelagert wurden.
Darüber hinaus bieten moderne WMS-Lösungen umfangreiche Auswertungsmöglichkeiten. Unternehmen können beispielsweise analysieren, welche Artikel besonders häufig bewegt werden, wie viele Aufträge bearbeitet wurden oder wie lange einzelne Prozesse dauern. Diese Daten können dabei helfen, Schwachstellen im Lager zu erkennen und Abläufe gezielt zu optimieren.
Welche Vorteile bietet ein WMS?
Der Einsatz eines Warehouse Management Systems bietet Unternehmen zahlreiche Vorteile. Einer der wichtigsten ist die höhere Transparenz über Bestände und Lagerprozesse.
Zu den weiteren Vorteilen gehören:
- Weniger Erfassungsfehler durch Barcode-Scanning
- Aktuelle Bestandsinformationen durch digitale Lagerbewegungen
- Schnellere Prozesse durch klare Arbeitsaufträge
- Bessere Lagerplatznutzung durch strukturierte Lagerverwaltung
- Effizientere Kommissionierung durch digitale Auftragssteuerung
- Höhere Nachvollziehbarkeit von Lagerbewegungen
- Weniger Papieraufwand durch digitale Erfassung
- Bessere Entscheidungsgrundlagen durch Auswertungen und Prozessdaten
Gerade Unternehmen mit vielen Artikeln, mehreren Lagerplätzen oder einem hohen Auftragsvolumen können von einem WMS profitieren. Auch bei wachsenden Unternehmen kann ein WMS dabei helfen, steigende Mengen effizient zu bewältigen.
COSYS WMS für die digitale Lagerverwaltung
Mit dem COSYS WMS bietet COSYS eine Lösung zur digitalen Steuerung und Erfassung von Lagerprozessen. Über die COSYS App können Mitarbeiter unter anderem Wareneingänge, Einlagerungen, Umlagerungen, Kommissionierungen, Auslagerungen und Inventuren direkt per Smartphone oder MDE-Gerät erfassen. Der COSYS WebDesk ermöglicht die Verwaltung, Administration und Auswertung der Prozessdaten. Zudem kann das COSYS WMS an bestehende ERP-Systeme angebunden und flexibel an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden.
Fazit
Ein Warehouse Management System übernimmt weit mehr als die reine Verwaltung von Beständen. Es unterstützt den gesamten Warenfluss &ndash vom Wareneingang über die Einlagerung und Kommissionierung bis zur Auslagerung und Inventur.
Durch die digitale Erfassung von Lagerbewegungen entstehen transparente Bestände, nachvollziehbare Prozesse und eine bessere Datengrundlage für die Lagersteuerung. Besonders bei komplexen Lagerstrukturen, vielen Artikeln oder einem hohen Auftragsvolumen kann ein WMS dazu beitragen, Prozesse effizienter zu gestalten, Fehler zu reduzieren und die tägliche Arbeit der Lagermitarbeiter zu erleichtern.