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Was ist der Unterschied zwischen WMS und ERP?

In Unternehmen kommen zahlreiche Softwaresysteme zum Einsatz, um Geschäftsprozesse digital abzubilden und effizient zu steuern. Besonders häufig spielen dabei ERP-Systeme und Warehouse Management Systeme (WMS) eine wichtige Rolle. Beide Systeme unterstützen Unternehmen bei der Organisation ihrer Abläufe, verfolgen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte.

2026-09-14 10:13:14

Während ein ERP-System die gesamten Geschäftsprozesse eines Unternehmens abbildet, konzentriert sich ein WMS speziell auf die Prozesse innerhalb des Lagers. Beide Systeme können dabei unabhängig voneinander eingesetzt, aber auch miteinander kombiniert werden. Durch eine passende Integration entsteht eine durchgängige digitale Prozesskette von der Bestellung bis zur Lagerbewegung und Auslieferung.

Was ist ein ERP-System?

ERP steht für Enterprise Resource Planning. Ein ERP-System ist eine zentrale Unternehmenssoftware, mit der sich verschiedene Geschäftsbereiche und deren Prozesse verwalten und miteinander verknüpfen lassen. Dazu gehören beispielsweise Einkauf, Verkauf, Auftragsverwaltung, Produktion, Finanzen, Personal und Lager.

Im ERP-System laufen zahlreiche Informationen aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen zusammen. Wird beispielsweise ein Kundenauftrag erfasst, können daraus weitere Prozesse entstehen. Das System kann unter anderem prüfen, welche Artikel benötigt werden, Bestellungen auslösen, Aufträge verwalten und Informationen für die Abrechnung bereitstellen.

Auch Bestandsinformationen werden häufig im ERP-System geführt. Das ERP kann beispielsweise anzeigen, wie viele Stück eines Artikels laut System vorhanden sind und ob ein bestimmter Auftrag bedient werden kann.

Der Schwerpunkt eines ERP-Systems liegt jedoch nicht ausschließlich auf dem Lager. Das Lager ist vielmehr ein Bestandteil der gesamten Unternehmensprozesse.

Was ist ein WMS?

WMS steht für Warehouse Management System. Ein WMS ist eine Software, die speziell auf die Steuerung und Optimierung von Lagerprozessen ausgerichtet ist. Dabei geht es nicht nur um die Frage, welche Artikel sich im Lager befinden, sondern auch darum, wo sich die Artikel befinden und welche Prozesse mit ihnen durchgeführt werden.

Ein WMS kann beispielsweise Wareneingänge, Einlagerungen, Umlagerungen, Kommissionierungen, Auslagerungen und Inventuren digital unterstützen. Mitarbeiter können Lagerbewegungen direkt über mobile Endgeräte wie Smartphones oder MDE-Geräte erfassen.

Je nach Lösung kann ein WMS außerdem Lagerplätze verwalten, Bestände in Echtzeit aktualisieren, Mindest- und Meldebestände überwachen, Laufwege optimieren oder Auswertungen über die Lagerleistung bereitstellen.

Damit liegt der Fokus eines WMS deutlich stärker auf den operativen Abläufen im Lager.

Was ist der Unterschied zwischen WMS und ERP?

Der wichtigste Unterschied liegt im Anwendungsbereich.

Ein ERP-System betrachtet das Unternehmen als Ganzes und verbindet verschiedene Geschäftsbereiche miteinander. Ein WMS konzentriert sich dagegen auf das Lager und die dort stattfindenden Prozesse.

Vereinfacht gesagt:

ERP = Steuerung und Verwaltung der gesamten Unternehmensprozesse

WMS = Steuerung und Optimierung der Lagerprozesse

Ein ERP-System kann beispielsweise einen Kundenauftrag verwalten. Das WMS übernimmt anschließend die operative Umsetzung des Auftrags im Lager. Es kann festlegen, welche Artikel aus welchen Lagerplätzen entnommen werden müssen und den Mitarbeiter Schritt für Schritt durch die Kommissionierung führen.

Auch bei der Einlagerung gibt es Unterschiede. Das ERP kennt beispielsweise einen Wareneingang und die entsprechende Bestellung. Das WMS kann dagegen konkret steuern, an welchem Lagerplatz die Ware eingelagert werden soll und die tatsächliche Einlagerung über einen Scan bestätigen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass ERP-Systeme keine Lagerfunktionen besitzen. Viele ERP-Lösungen bieten bereits grundlegende Funktionen für die Bestandsverwaltung. Bei komplexeren oder größeren Lagerstrukturen können die Möglichkeiten eines ERP-Systems jedoch an ihre Grenzen kommen. Hier kann ein spezialisiertes WMS zusätzliche Funktionen und eine detailliertere Lagersteuerung ermöglichen.

Wie können WMS und ERP kombiniert werden?

WMS und ERP müssen nicht als konkurrierende Systeme betrachtet werden. Im Gegenteil: Die Kombination beider Systeme kann besonders sinnvoll sein.

Dabei übernimmt jedes System die Aufgaben, für die es spezialisiert ist. Das ERP bleibt die zentrale Unternehmenssoftware und verwaltet beispielsweise Aufträge, Artikelstammdaten, Kunden, Lieferanten und kaufmännische Prozesse. Das WMS übernimmt die operative Steuerung der Lagerprozesse.

Damit beide Systeme miteinander kommunizieren können, werden relevante Daten zwischen ERP und WMS ausgetauscht.

Typischerweise können beispielsweise folgende Informationen vom ERP an das WMS übertragen werden:

Nach der Bearbeitung im Lager übermittelt das WMS wiederum Informationen an das ERP. Dazu können beispielsweise gehören:

Dadurch entsteht ein kontinuierlicher Datenaustausch zwischen beiden Systemen.

Beispiel: Kundenauftrag vom ERP bis zum Versand

Ein Kunde bestellt beispielsweise zehn Artikel. Der Auftrag wird im ERP-System angelegt und an das WMS übertragen.

Das WMS übernimmt den Auftrag und erstellt daraus einen konkreten Kommissionierprozess. Der Lagermitarbeiter erhält den Auftrag auf seinem mobilen Endgerät. Er wird zu den entsprechenden Lagerplätzen geführt und scannt dort die Artikel und Mengen.

Nach erfolgreicher Kommissionierung wird der Auftrag im WMS entsprechend aktualisiert. Die Informationen können anschließend wieder an das ERP übergeben werden. Dort steht der aktuelle Status des Auftrags zur Verfügung und weitere Prozesse wie Versand und Abrechnung können angestoßen werden.

So arbeiten ERP und WMS Hand in Hand, ohne dass beide Systeme dieselben Aufgaben übernehmen müssen.

Welche Vorteile bietet die Kombination?

Die Verbindung von ERP und WMS kann Unternehmen dabei helfen, ihre Prozesse durchgängig zu digitalisieren. Während das ERP die übergeordneten Geschäftsprozesse steuert, kann das WMS die Abläufe im Lager wesentlich detaillierter abbilden.

Dadurch können beispielsweise:

Besonders interessant ist diese Kombination für Unternehmen mit vielen Artikeln, mehreren Lagerplätzen, komplexen Lagerprozessen oder einem hohen Auftragsvolumen.

COSYS WMS als Ergänzung zum ERP-System

Auch COSYS bietet mit seinem WMS eine Lösung, die sich in bestehende IT-Landschaften integrieren lässt. Das COSYS WMS konzentriert sich auf die operative Steuerung und digitale Erfassung der Lagerprozesse und kann dabei mit vorhandenen ERP-Systemen kombiniert werden.

Über Schnittstellen können relevante Stammdaten und Aufträge zwischen ERP und COSYS ausgetauscht werden. Die Mitarbeiter arbeiten im Lager mit der COSYS App auf Smartphones oder MDE-Geräten und erfassen die jeweiligen Arbeitsschritte direkt per Barcode-Scan.

Je nach Anforderung lassen sich unter anderem Prozesse wie Wareneingang, Einlagerung, Umlagerung, Kommissionierung, Auslagerung und Inventur digital abbilden. Ergänzend stehen Funktionen zur Lagerplatz- und Bestandsverwaltung sowie verschiedene Auswertungs- und Analysemöglichkeiten zur Verfügung.

Die Administration und Auswertung erfolgt über den COSYS WebDesk. Dort können unter anderem Stammdaten verwaltet, Prozessdaten analysiert und Lagerinformationen ausgewertet werden.

Ein großer Vorteil besteht darin, dass COSYS nicht zwingend das bestehende ERP-System ersetzen muss. Stattdessen kann das COSYS WMS als spezialisierte Lösung für die Lagerprozesse eingesetzt und mit dem vorhandenen ERP verbunden werden.

Fazit: ERP und WMS sinnvoll miteinander verbinden

ERP und WMS erfüllen unterschiedliche Aufgaben, können sich aber optimal ergänzen. Das ERP-System bildet die übergeordneten Geschäftsprozesse eines Unternehmens ab, während das WMS auf die detaillierte Steuerung der Lagerprozesse spezialisiert ist.

Für Unternehmen mit einfachen Lagerstrukturen können die Lagerfunktionen eines ERP-Systems unter Umständen ausreichend sein. Steigen jedoch Artikelanzahl, Auftragsvolumen oder Prozesskomplexität, kann ein spezialisiertes WMS deutliche Vorteile bieten.

Mit einer Kombination aus ERP und WMS lassen sich die Stärken beider Systeme nutzen: Das ERP übernimmt die zentrale Unternehmenssteuerung, während das WMS für effiziente, transparente und digital unterstützte Lagerprozesse sorgt. Mit dem COSYS WMS steht Unternehmen dafür eine flexible Lösung zur Verfügung, die sich an bestehende Systeme anbinden und entsprechend den individuellen Anforderungen einsetzen lässt.