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Was ist Pick-by-Voice?

Pick-by-Voice ist eine sprachgesteuerte Kommissioniermethode, bei der Lagerarbeiter während der Zusammenstellung von Aufträgen über ein Headset von einer Software angeleitet werden. Statt auf einem Papierbeleg, einem Display oder einem mobilen Datenerfassungsgerät (MDE) nachzusehen, erhalten die Mitarbeiter die nächsten Arbeitsschritte direkt über Sprachausgabe. Rückmeldungen über ausgeführte Tätigkeiten erfolgen ebenfalls per Sprache. Dadurch bleiben die Hände während des Kommissionierens weitgehend frei.

2026-09-22 11:25:41

Die Methode wird vor allem in Lagern mit vielen Kommissionieraufträgen eingesetzt. Besonders interessant ist Pick-by-Voice für Unternehmen, deren Mitarbeiter regelmäßig Artikel aus unterschiedlichen Lagerplätzen entnehmen und dabei möglichst schnell und fehlerfrei arbeiten sollen. Die Sprachsteuerung kann dabei mit einem Warehouse Management System (WMS) oder einer Lagerverwaltungssoftware verbunden werden.

Wie funktioniert Pick-by-Voice?

Beim Pick-by-Voice-Verfahren erhält der Mitarbeiter zunächst einen Kommissionierauftrag aus dem Lagerverwaltungssystem. Dieser enthält beispielsweise Informationen darüber, welche Artikel in welcher Menge und von welchem Lagerplatz entnommen werden müssen. Die Software übermittelt diese Informationen an das Sprachsystem.

Der Mitarbeiter trägt ein Headset, über das er die Anweisungen empfängt. Eine typische Anweisung könnte beispielsweise lauten, dass zunächst ein bestimmter Lagerplatz angesteuert werden soll. Dort angekommen, erhält der Mitarbeiter die Information, welchen Artikel und welche Menge er entnehmen soll.

Nach der Entnahme bestätigt der Mitarbeiter den Arbeitsschritt über einen gesprochenen Befehl oder eine kurze Bestätigungsnummer. Das System verarbeitet die Rückmeldung und gibt anschließend die nächste Anweisung aus. Dieser Ablauf wiederholt sich, bis der Auftrag vollständig abgearbeitet wurde. Anschließend kann automatisch der nächste Auftrag zugewiesen werden.

Welche Vorteile bietet Pick-by-Voice?

Ein wesentlicher Vorteil von Pick-by-Voice besteht darin, dass der Mitarbeiter beide Hände für die eigentliche Arbeit frei hat. Gerade bei der Entnahme, beim Tragen oder beim Verpacken von Waren kann dies den Arbeitsablauf vereinfachen. Der Mitarbeiter muss beispielsweise kein Papierdokument halten und nicht ständig auf das Display eines MDE-Geräts schauen.

Auch die Orientierung im Lager kann durch sprachgeführte Anweisungen erleichtert werden. Die Software gibt Schritt für Schritt vor, welcher Lagerplatz als Nächstes angesteuert werden soll. Dadurch kann sich der Mitarbeiter stärker auf die Ware und die eigentliche Entnahme konzentrieren.

Ein weiterer Vorteil ist die direkte Bestätigung der Arbeitsschritte. Je nach technischer Umsetzung kann das System beispielsweise Artikel und Mengen prüfen. Dadurch lassen sich Fehler bei der Kommissionierung reduzieren.

Pick-by-Voice kann außerdem die Einarbeitung neuer Mitarbeiter unterstützen. Die notwendigen Arbeitsschritte werden direkt über Sprachbefehle vermittelt. Eine umfassende Schulung bleibt dennoch notwendig, insbesondere bei komplexen Lagerstrukturen.

Wo liegen die Nachteile von Pick-by-Voice?

Trotz der Vorteile ist Pick-by-Voice nicht für jedes Lager automatisch die passende Lösung. Für die Einführung werden geeignete Hardware, Headsets, Sprachsoftware und eine entsprechende Schnittstelle zur Lagerverwaltungssoftware benötigt. Dadurch entstehen Investitions- und Implementierungskosten.

Auch die Arbeitsumgebung spielt eine wichtige Rolle. In sehr lauten Lagern kann die Verständlichkeit der Sprachanweisungen beeinträchtigt werden. Moderne Systeme können zwar mit solchen Bedingungen umgehen, dennoch sollte vor der Einführung geprüft werden, ob die akustischen Gegebenheiten geeignet sind.

Zudem muss das System auf die jeweiligen Mitarbeiter und Prozesse abgestimmt werden. Unterschiedliche Ausspracheweisen oder Hintergrundgeräusche können bei der Spracherkennung eine Rolle spielen. Eine gute Konfiguration und Trainingsphase sind daher wichtig.

Für welche Lager eignet sich Pick-by-Voice?

Pick-by-Voice eignet sich besonders für Lager, in denen regelmäßig größere Mengen an Aufträgen kommissioniert werden. Dazu gehören beispielsweise der Großhandel, der Lebensmittelhandel, die Ersatzteillogistik, die Pharma- und Gesundheitslogistik oder E-Commerce-Lager.

Interessant ist die Methode vor allem dann, wenn Mitarbeiter viele Artikel nacheinander entnehmen und dabei keine freie Hand für ein MDE-Gerät haben. Ob Pick-by-Voice sinnvoll ist, hängt jedoch unter anderem von der Anzahl der Aufträge, der Lagerstruktur, der durchschnittlichen Auftragsgröße und der bestehenden IT-Infrastruktur ab. Je nach Anforderung können auch Pick-by-Scan, Pick-by-Light oder Pick-by-Mobile geeigneter sein.

Pick-by-Voice und Warehouse Management System

Damit Pick-by-Voice effizient eingesetzt werden kann, ist die Verbindung mit einem Warehouse Management System oder einer Lagerverwaltungssoftware besonders wichtig. Das WMS stellt die benötigten Auftrags- und Lagerdaten bereit und verarbeitet die Rückmeldungen aus der Kommissionierung.

So kann das System beispielsweise festlegen, welcher Auftrag als Nächstes bearbeitet wird, welche Lagerplätze angesteuert werden müssen und welche Mengen zu entnehmen sind. Nach der Bestätigung durch den Mitarbeiter werden die Bestandsdaten entsprechend aktualisiert.

In einem digitalisierten Lager lassen sich dadurch verschiedene Prozesse miteinander verbinden. Ein Auftrag wird beispielsweise im ERP-System erstellt, an das WMS übergeben und anschließend für die Kommissionierung bereitgestellt. Nach Abschluss der Kommissionierung fließen die Rückmeldungen wieder in die übergeordneten Systeme zurück.

Pick-by-Voice in der Praxis

Ein einfaches Beispiel zeigt den Ablauf: Ein Mitarbeiter erhält einen Auftrag mit mehreren Positionen. Über sein Headset bekommt er zunächst den nächsten Lagerplatz genannt. Dort angekommen, erhält er die Information, welchen Artikel und welche Menge er entnehmen soll. Nach der Entnahme bestätigt er den Vorgang per Sprache. Das System registriert die Rückmeldung und führt ihn anschließend zum nächsten Lagerplatz.

Bei größeren Aufträgen kann die Software zusätzlich die Reihenfolge der Lagerplätze optimieren. Dadurch lassen sich unnötige Laufwege vermeiden. Werden mehrere Aufträge gleichzeitig bearbeitet, können auch passende Kommissionierstrategien eingesetzt werden.

COSYS Lagerverwaltung unterstützt die digitale Kommissionierung

Die COSYS Lagerverwaltung kann Unternehmen bei der Digitalisierung und Steuerung ihrer Lagerprozesse unterstützen. Über die COSYS App lassen sich unter anderem Wareneingang, Einlagerung, Auslagerung, Umlagerung, Inventur und Kommissionierung digital abbilden. Mitarbeiter können Aufträge direkt auf mobilen Endgeräten bearbeiten und die einzelnen Arbeitsschritte in Echtzeit zurückmelden.

Für die Kommissionierung stellt die COSYS Software beispielsweise offene Aufträge bereit und kann Mitarbeiter gezielt bei der Bearbeitung unterstützen. Artikel, Mengen und Lagerplätze werden digital erfasst, wodurch Bestände und Auftragsstatus aktuell gehalten werden. Über den COSYS WebDesk können Verantwortliche anschließend Aufträge, Bestände, Lagerplätze und Prozessdaten zentral verwalten und auswerten.

Wird Pick-by-Voice eingesetzt, kann die Sprachlösung über entsprechende Schnittstellen mit einer Lagerverwaltungssoftware verbunden werden. So können die benötigten Auftrags- und Lagerdaten zwischen den Systemen ausgetauscht werden. Die COSYS Lagerverwaltung bildet dabei die zentralen Lagerprozesse ab und kann mit vorhandenen ERP-Systemen integriert werden.

Fazit

Pick-by-Voice ist eine sprachgesteuerte Kommissioniermethode, die Mitarbeiter Schritt für Schritt durch einen Auftrag führt. Der wesentliche Unterschied zu klassischen Verfahren liegt darin, dass die Kommunikation mit dem Lagerverwaltungssystem über Sprache erfolgt. Dadurch bleiben die Hände frei und der Mitarbeiter muss während der Kommissionierung weniger zwischen Arbeitsprozess und Informationsquelle wechseln.

Besonders in auftragsintensiven Lagern kann Pick-by-Voice eine interessante Möglichkeit sein, Kommissionierprozesse zu digitalisieren und zu strukturieren. Ob sich der Einsatz lohnt, hängt jedoch von den individuellen Anforderungen des Unternehmens ab. Entscheidend ist deshalb nicht nur die Sprachlösung selbst, sondern auch ihre Einbindung in die vorhandenen Lager- und IT-Prozesse.