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Was ist ein 3PL Warehouse Management System?

Immer mehr Unternehmen lagern ihre Waren nicht mehr vollständig selbst, sondern beauftragen externe Logistikdienstleister mit der Lagerung, Kommissionierung und dem Versand. Diese Dienstleister werden als 3PL-Anbieter bezeichnet. 3PL steht für Third Party Logistics und beschreibt die Auslagerung von Logistikleistungen an einen externen Partner.

2026-09-21 10:12:01

Damit ein 3PL-Dienstleister die Waren verschiedener Kunden effizient verwalten kann, benötigt er eine leistungsfähige Softwarelösung. Ein 3PL Warehouse Management System, kurz 3PL WMS, ist speziell darauf ausgerichtet, Lager- und Logistikprozesse für mehrere Kunden beziehungsweise Mandanten digital abzubilden und zu steuern.

Das System verwaltet dabei nicht nur Bestände und Lagerplätze, sondern berücksichtigt auch die unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Kunden. Dadurch entsteht eine zentrale Plattform, mit der ein Logistikdienstleister mehrere Lagerkunden gleichzeitig betreuen kann.

Was bedeutet 3PL?

Ein 3PL-Dienstleister übernimmt logistische Aufgaben für andere Unternehmen. Dazu können beispielsweise die Lagerung von Waren, der Wareneingang, die Kommissionierung, Verpackung und der Versand gehören.

Der Auftraggeber muss dadurch nicht selbst ein eigenes Lager betreiben oder sämtliche logistischen Prozesse mit eigenen Mitarbeitern organisieren. Stattdessen übernimmt der externe Dienstleister diese Aufgaben und stellt dafür seine Lagerflächen, Mitarbeiter, Technik und Software zur Verfügung.

Ein 3PL-Anbieter kann dabei für sehr unterschiedliche Unternehmen tätig sein. Während ein Kunde beispielsweise Ersatzteile lagert, kann ein anderer Kunde Lebensmittel, Elektronikartikel oder Produkte für einen Onlinehandel einlagern.

Genau diese Vielfalt stellt besondere Anforderungen an die Lagerverwaltung.

Was ist ein 3PL WMS?

Ein 3PL WMS ist ein Warehouse Management System, das speziell auf die Anforderungen von Logistikdienstleistern mit mehreren Kunden ausgerichtet ist.

Im Mittelpunkt steht die getrennte und gleichzeitig zentrale Verwaltung verschiedener Mandanten. Das WMS muss jederzeit unterscheiden können, welche Ware welchem Kunden gehört, welche Aufträge zu welchem Unternehmen gehören und welche Prozesse für den jeweiligen Auftraggeber gelten.

Zu den typischen Funktionen gehören:

Ein 3PL WMS bildet damit die Grundlage für die operative Steuerung des gesamten Lagers.

Multi-Mandantenfähigkeit als zentrale Funktion

Eine der wichtigsten Eigenschaften eines 3PL WMS ist die Multi-Mandantenfähigkeit. Ein Logistikdienstleister möchte schließlich nicht für jeden Kunden eine vollständig separate Lagerverwaltungssoftware betreiben müssen.

Stattdessen können mehrere Kunden innerhalb eines Systems verwaltet werden. Jeder Mandant verfügt dabei über eigene Artikel, Bestände, Aufträge und Prozesse.

Ein Beispiel: Ein Logistikdienstleister betreibt ein Lager mit 10.000 Quadratmetern Fläche. Kunde A lagert 2.000 verschiedene Elektronikartikel ein, während Kunde B Ersatzteile und Kunde C Produkte für einen Onlineshop lagert.

Das WMS muss jederzeit erkennen können, welcher Bestand welchem Kunden zugeordnet ist. Gleichzeitig können die Waren physisch teilweise in denselben Lagerbereichen liegen.

Durch eine zentrale Mandantenverwaltung lassen sich solche Strukturen digital abbilden.

Wie funktioniert ein 3PL WMS?

Der Ablauf beginnt häufig bereits mit der Übermittlung von Aufträgen und Stammdaten. Der 3PL-Kunde übermittelt beispielsweise Informationen zu Artikeln, Bestellungen oder erwarteten Wareneingängen an den Logistikdienstleister.

Diese Informationen können über Schnittstellen automatisch in das WMS übertragen werden. Nach dem Wareneingang werden die Artikel erfasst und einem entsprechenden Mandanten zugeordnet.

Bei der Einlagerung kann das WMS geeignete Lagerplätze vorgeben. Bei einer späteren Bestellung wird aus dem Auftrag eine Kommissionieraufgabe. Der Lagerarbeiter erhält die benötigten Informationen beispielsweise auf einem MDE-Gerät oder Smartphone.

Durch Scans können Artikel und Lagerplätze eindeutig identifiziert werden. Die durchgeführten Lagerbewegungen werden direkt im System dokumentiert.

Nach der Kommissionierung können weitere Prozessschritte wie Verpackung, Versand und Übergabe an den Paketdienst folgen.

Abrechnung von Lager- und Logistikleistungen

Für 3PL-Dienstleister ist das WMS nicht nur für die operative Lagerverwaltung interessant. Auch die Abrechnung von Logistikleistungen kann eine wichtige Rolle spielen.

Je nach Geschäftsmodell werden Kunden beispielsweise für Lagerfläche, eingegangene Waren, Lagerbewegungen, Kommissionierpositionen, Verpackungen oder Versandaufträge berechnet.

Ein WMS kann die dafür relevanten Prozessdaten erfassen. So lässt sich beispielsweise nachvollziehen, wie viele Paletten eingelagert wurden oder wie viele Auftragspositionen ein Kunde in einem bestimmten Zeitraum verursacht hat.

Welche Abrechnungsfunktionen tatsächlich benötigt werden, hängt vom Geschäftsmodell des jeweiligen 3PL-Dienstleisters ab. Häufig werden WMS und separate Abrechnungs- oder ERP-Systeme über Schnittstellen miteinander verbunden.

Schnittstellen sind besonders wichtig

Ein 3PL-Dienstleister arbeitet häufig mit verschiedenen Systemen und Kunden zusammen. Deshalb spielen Schnittstellen bei einem 3PL WMS eine besonders wichtige Rolle.

Das WMS sollte beispielsweise Daten mit ERP-Systemen, Onlineshops, Transportmanagementsystemen oder Versandplattformen austauschen können.

Ein Kunde kann seine Aufträge beispielsweise aus seinem ERP-System an das WMS des Logistikdienstleisters übertragen. Nach der Bearbeitung werden Statusinformationen und Bestandsänderungen wieder zurückgesendet.

Dadurch können Auftraggeber jederzeit nachvollziehen, ob eine Bestellung eingegangen, kommissioniert oder versendet wurde.

Welche Vorteile bietet ein 3PL WMS?

Der Einsatz eines spezialisierten WMS kann einem 3PL-Dienstleister verschiedene Vorteile bieten. Einer der wichtigsten ist die zentrale Verwaltung mehrerer Kunden und Lagerprozesse.

Statt viele Prozesse manuell zu dokumentieren, können Lagerbewegungen digital erfasst werden. Das reduziert Medienbrüche und verbessert die Transparenz über Bestände und Aufträge.

Weitere Vorteile sind:

Mehr Transparenz: Bestände, Aufträge und Lagerbewegungen lassen sich zentral überwachen.

Weniger Fehler: Barcode-Scans unterstützen die eindeutige Identifikation von Artikeln und Lagerplätzen.

Effizientere Prozesse: Mitarbeiter erhalten konkrete Arbeitsaufträge und können systematisch durch die Prozesse geführt werden.

Skalierbarkeit: Neue Kunden und zusätzliche Lagerbereiche können in vielen Systemen in die bestehende Struktur integriert werden.

Bessere Kundeninformationen: Auftraggeber können über Statusinformationen und Auswertungen besser über ihre Waren informiert werden.

3PL WMS für unterschiedliche Lagerstrukturen

Nicht jeder 3PL-Dienstleister arbeitet mit derselben Lagerstruktur. Manche Unternehmen betreiben klassische Palettenlager, andere Kleinteilelager oder hochautomatisierte Logistikzentren.

Ein modernes 3PL WMS sollte deshalb möglichst flexibel aufgebaut sein. Neben verschiedenen Lagerplätzen und Lagerzonen können auch unterschiedliche Strategien für Einlagerung und Kommissionierung erforderlich sein.

Bei bestimmten Artikeln können beispielsweise Chargen, Seriennummern oder Mindesthaltbarkeitsdaten relevant sein. Andere Waren benötigen dagegen lediglich eine einfache Bestandsführung.

Die Software sollte diese unterschiedlichen Anforderungen möglichst flexibel abbilden können.

COSYS Lagerverwaltung für 3PL-Prozesse

Auch die COSYS Lagerverwaltung kann für Unternehmen interessant sein, die Lagerprozesse für mehrere Kunden digital abbilden möchten. Durch die Mehrmandantenfähigkeit lassen sich verschiedene Kunden beziehungsweise Mandanten innerhalb der Lagerverwaltung organisieren.

Über die COSYS App können Mitarbeiter Lagerbewegungen mobil mit Smartphones oder MDE-Geräten erfassen. Wareneingänge, Einlagerungen, Umlagerungen, Kommissionierungen, Inventuren und Warenausgänge lassen sich dadurch digital dokumentieren.

Im COSYS WebDesk stehen unter anderem Funktionen für Stammdaten, Bestände, Artikel, Lagerplätze und Prozessauswertungen zur Verfügung. Über Schnittstellen kann die Lagerverwaltung außerdem an bestehende Systeme angebunden werden.

Damit kann COSYS eine Grundlage schaffen, um die operativen Lagerprozesse eines 3PL-Dienstleisters digital und transparent abzubilden.

Fazit

Ein 3PL Warehouse Management System ist eine speziell auf Logistikdienstleister zugeschnittene Lösung für die Verwaltung mehrerer Kunden, Bestände und Aufträge. Besonders wichtig sind dabei die Multi-Mandantenfähigkeit, eine zuverlässige Bestandsführung und flexible Schnittstellen zu den Systemen der Auftraggeber.

Durch die digitale Erfassung von Lagerbewegungen können 3PL-Anbieter ihre Prozesse transparenter und effizienter gestalten. Gleichzeitig erhalten ihre Kunden bessere Informationen über Bestände, Aufträge und den Status ihrer Waren.

Je größer und vielfältiger die Lagerstrukturen eines Logistikdienstleisters werden, desto wichtiger wird eine flexible WMS-Lösung, die unterschiedliche Kundenanforderungen abbilden und mit bestehenden Systemen zusammenarbeiten kann.