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Wie funktioniert die Barcode-Erfassung in einem WMS?

Barcodes gehören zu den wichtigsten Hilfsmitteln für die digitale Erfassung von Waren und Lagerbewegungen. In einem Warehouse Management System (WMS) ermöglichen sie eine schnelle und eindeutige Identifikation von Artikeln, Lagerplätzen, Aufträgen und Versandeinheiten. Statt Daten manuell einzugeben, können Mitarbeiter Informationen direkt am Lagerplatz oder an der Ware per Scan erfassen. Dadurch werden Lagerprozesse transparenter, schneller und weniger fehleranfällig.

2026-09-28 15:01:28

Was ist ein Barcode?

Ein Barcode ist eine maschinenlesbare Darstellung von Informationen. Je nach Einsatzbereich können beispielsweise eine Artikelnummer, Seriennummer, Charge oder eine andere eindeutige Kennung hinterlegt sein. Beim klassischen 1D-Barcode werden die Informationen durch unterschiedlich breite Striche und Abstände dargestellt. Daneben gibt es 2D-Codes wie den QR-Code, die deutlich mehr Informationen speichern können.

Im Lager kommen Barcodes nicht nur auf Produkten zum Einsatz. Auch Lagerplätze, Paletten, Kartons, Behälter oder Versandetiketten können mit eindeutigen Codes versehen werden. Ein WMS kann diese Informationen miteinander verknüpfen und dadurch nachvollziehen, welcher Artikel sich an welchem Lagerplatz befindet und welche Warenbewegungen durchgeführt wurden.

Wie läuft eine Barcode-Erfassung im WMS ab?

Die Barcode-Erfassung beginnt in der Regel mit einem mobilen Endgerät. Dazu können beispielsweise MDE-Geräte, Smartphones oder Tablets mit integrierter Scan-Funktion verwendet werden. Der Mitarbeiter öffnet in der mobilen WMS-Anwendung den passenden Prozess, beispielsweise Wareneingang, Einlagerung oder Kommissionierung.

Anschließend wird der Barcode mit der Kamera oder dem integrierten Scanner erfasst. Das Gerät übermittelt die gelesene Nummer an das WMS. Dort wird geprüft, welche Informationen zu diesem Barcode hinterlegt sind. Je nach Prozess kann das System anschließend beispielsweise den passenden Artikel anzeigen, die erwartete Menge abgleichen oder einen bestimmten Lagerplatz vorgeben.

Der Mitarbeiter erhält die benötigten Informationen direkt auf dem Display und kann den nächsten Prozessschritt durchführen. Die erfassten Daten werden anschließend im WMS dokumentiert.

Barcode-Erfassung beim Wareneingang

Besonders häufig wird die Barcode-Erfassung bereits beim Wareneingang eingesetzt. Trifft eine Lieferung im Lager ein, können die enthaltenen Artikel direkt beim Entladen gescannt werden. Das WMS erkennt anhand des Barcodes, um welchen Artikel es sich handelt, und kann die erfassten Daten mit dem erwarteten Wareneingang abgleichen.

Dabei lassen sich beispielsweise Artikelnummer, Menge, Charge, Seriennummer oder Mindesthaltbarkeitsdatum berücksichtigen. Werden Abweichungen festgestellt, kann das System den Mitarbeiter darauf hinweisen. So lassen sich beispielsweise falsch gelieferte Artikel oder Mengenabweichungen frühzeitig erkennen.

Nach der Erfassung können die Waren für die Einlagerung vorbereitet werden. Der digitale Datensatz bleibt dabei mit dem Artikel verbunden und kann für die weiteren Lagerprozesse genutzt werden.

Einlagerung und Lagerplatzidentifikation

Auch bei der Einlagerung spielen Barcodes eine wichtige Rolle. Neben dem Artikel kann der Mitarbeiter den Barcode des vorgesehenen Lagerplatzes scannen. Das WMS kann dadurch prüfen, ob die Ware tatsächlich an dem richtigen Platz eingelagert wird.

Je nach System und Lagerstrategie kann das WMS einen geeigneten Lagerplatz vorschlagen. Nach dem Scan des Artikels und des Lagerplatzes wird die Bewegung digital erfasst. Dadurch ist im System nachvollziehbar, welcher Artikel an welchem Ort eingelagert wurde.

Gerade bei dynamischen oder chaotischen Lagerstrukturen ist diese eindeutige Zuordnung wichtig. Ohne eine digitale Erfassung müssten sich Mitarbeiter wesentlich stärker auf manuelle Dokumentationen oder ihr eigenes Wissen über die Lagerplätze verlassen.

Barcode-Scans bei der Kommissionierung

Bei der Kommissionierung hilft der Barcode dabei, Artikel eindeutig zu identifizieren. Der Mitarbeiter erhält einen digitalen Kommissionierauftrag auf seinem mobilen Endgerät und wird zu den benötigten Lagerplätzen geführt.

Am Lagerplatz kann zunächst der Lagerplatzbarcode gescannt werden. Anschließend wird der Barcode des Artikels erfasst. Das WMS kann beide Informationen miteinander abgleichen. Stimmt der gescannte Artikel mit dem Auftrag überein, wird die Entnahme bestätigt.

Zusätzlich kann das System die entnommene Menge abfragen. Dadurch entsteht eine digitale Kontrolle innerhalb des Kommissionierprozesses. Wird ein falscher Artikel gescannt, kann das WMS beispielsweise eine Warnung ausgeben und die Entnahme verhindern oder eine Klärung verlangen.

Barcode-Erfassung bei Umlagerungen

Auch Umlagerungen lassen sich mit Barcodes dokumentieren. Soll ein Artikel beispielsweise von einem Lagerplatz auf einen anderen verschoben werden, können zunächst der Artikel und der bisherige Lagerplatz gescannt werden. Anschließend wird der neue Lagerplatz erfasst.

Das WMS aktualisiert daraufhin den Lagerbestand und die Lagerplatzzuordnung. Dadurch bleibt der aktuelle Aufenthaltsort der Ware nachvollziehbar. Gerade bei vielen täglichen Lagerbewegungen kann die Barcode-Erfassung dazu beitragen, manuelle Buchungsfehler zu reduzieren.

Inventur mit Barcode-Unterstützung

Bei der Inventur ermöglicht die Barcode-Erfassung eine schnelle und strukturierte Bestandsaufnahme. Mitarbeiter scannen die Lagerplätze und anschließend die dort vorhandenen Artikel. Die erfassten Mengen werden digital im WMS dokumentiert und können anschließend mit dem Sollbestand verglichen werden.

Bestandsabweichungen lassen sich dadurch gezielt erkennen und nachbearbeiten. Gleichzeitig entfällt die anschließende Übertragung handschriftlicher Inventurlisten in ein digitales System. Das reduziert zusätzlichen Erfassungsaufwand und sorgt für eine bessere Nachvollziehbarkeit der Inventur.

Welche Vorteile bietet die Barcode-Erfassung?

Der Einsatz von Barcodes bringt mehrere Vorteile für die Lagerverwaltung. Einer der wichtigsten Punkte ist die eindeutige Identifikation. Artikel, Lagerplätze und andere logistische Einheiten können mit einer eindeutigen Kennung versehen und digital miteinander verknüpft werden.

Darüber hinaus beschleunigt das Scannen viele Arbeitsschritte. Mitarbeiter müssen Artikelnummern oder Lagerplatznummern nicht vollständig manuell eingeben. Gleichzeitig können Plausibilitätsprüfungen direkt während des Prozesses erfolgen.

Ein weiterer Vorteil ist die Transparenz. Jede bestätigte Scanaktion kann als Lagerbewegung im WMS gespeichert werden. Dadurch entsteht eine nachvollziehbare Historie der Warenbewegungen. Unternehmen können beispielsweise nachvollziehen, wann ein Artikel eingelagert, umgelagert, kommissioniert oder aus dem Lager ausgebucht wurde.

Welche Barcodes können eingesetzt werden?

Welcher Barcode verwendet wird, hängt vom jeweiligen Anwendungsfall ab. Im Lager sind verschiedene 1D- und 2D-Codes verbreitet. Dazu gehören beispielsweise EAN-Barcodes für Artikel oder GS1-128-Barcodes für logistische Informationen.

Bei Versandeinheiten kann außerdem die NVE beziehungsweise SSCC zur eindeutigen Identifikation eingesetzt werden. Auf diese Weise lässt sich beispielsweise eine Palette über verschiedene Prozessschritte hinweg verfolgen.

Ein modernes WMS sollte deshalb unterschiedliche Barcode-Typen und individuelle Kennzeichnungen unterstützen können. Entscheidend ist, dass die gelesenen Informationen korrekt interpretiert und mit den entsprechenden Stammdaten und Lagerprozessen verknüpft werden.

Barcode-Erfassung mit der COSYS Lagerverwaltung

Die COSYS Lagerverwaltung ermöglicht die digitale Erfassung von Lagerbewegungen mit mobilen Endgeräten. Mitarbeiter können Artikel, Lagerplätze und weitere Informationen direkt per Barcode erfassen und dadurch Prozesse wie Wareneingang, Einlagerung, Umlagerung, Kommissionierung und Inventur digital abbilden.

Die erfassten Daten werden zentral verarbeitet und können über den COSYS WebDesk ausgewertet werden. So lassen sich Bestände und Lagerbewegungen nachvollziehen und verschiedene Prozessdaten analysieren. Durch die mobile Datenerfassung können manuelle Eingaben reduziert und Lagerprozesse transparenter gestaltet werden.