Wie funktioniert die NVE-Verwaltung im Lager?
Die NVE-Verwaltung spielt in vielen modernen Lagern eine wichtige Rolle, wenn Waren, Paletten oder andere logistische Einheiten eindeutig identifiziert und verfolgt werden sollen. NVE steht für Nummer der Versandeinheit und bezeichnet eine eindeutige Kennzeichnung einer logistischen Einheit. International wird dafür häufig die Bezeichnung SSCC (Serial Shipping Container Code) verwendet. Durch die Vergabe einer eindeutigen Nummer kann eine Versandeinheit während ihrer gesamten Bewegung durch die Lieferkette identifiziert und nachverfolgt werden.
2026-09-28 14:04:28Gerade in Lagern mit vielen Paletten, Kartons und unterschiedlichen Warenbewegungen schafft die NVE-Verwaltung mehr Transparenz. Statt eine Palette lediglich über Artikelnummern, Mengen oder einen Lieferschein zu identifizieren, erhält sie eine eigene eindeutige Kennung. Diese Kennung wird beispielsweise als Barcode auf einem Etikett angebracht und bei den verschiedenen Lagerprozessen gescannt.
Was ist eine NVE?
Eine NVE ist eine eindeutige Nummer für eine logistische Einheit. Dabei kann es sich beispielsweise um eine Palette, einen Rollcontainer oder eine andere zusammengefasste Versandeinheit handeln. Die Nummer wird nur einmal vergeben und dient dazu, die jeweilige Einheit eindeutig von anderen Einheiten zu unterscheiden.
Auf dem NVE-Etikett befindet sich in der Regel ein Barcode, der die Nummer maschinenlesbar enthält. Häufig kommt dafür ein GS1-128-Barcode zum Einsatz. Zusätzlich können auf dem Etikett weitere Informationen wie Artikelnummer, Menge, Charge oder Empfänger angegeben werden.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen der NVE und einem Artikel. Eine Artikelnummer beschreibt einen bestimmten Artikel, während die NVE eine konkrete logistische Einheit identifiziert. Auf einer Palette können beispielsweise mehrere Artikel oder unterschiedliche Mengen zusammengefasst sein. Die NVE macht genau diese Palette eindeutig identifizierbar.
Wie wird eine NVE im Wareneingang erfasst?
Die NVE-Verwaltung beginnt häufig bereits beim Wareneingang. Trifft eine Palette mit einem NVE-Etikett im Lager ein, kann der Mitarbeiter den Barcode mit einem MDE-Gerät oder Smartphone scannen. Das Lagerverwaltungssystem erkennt die Versandeinheit und kann die dazugehörigen Informationen anzeigen.
Je nach Prozess lassen sich beispielsweise enthaltene Artikel, Mengen, Lieferant oder Auftrag überprüfen. Anschließend kann die Versandeinheit direkt einem Lagerplatz zugeordnet werden.
Wird die Palette eingelagert, wird zusätzlich der Lagerplatz erfasst. Dadurch entsteht eine digitale Verbindung zwischen NVE und Lagerplatz. Später kann das System anhand der NVE nachvollziehen, wo sich die betreffende Versandeinheit befindet.
NVE bei der Einlagerung
Bei der Einlagerung wird die NVE mit dem entsprechenden Lagerplatz verknüpft. Der Mitarbeiter scannt dafür zunächst die NVE und anschließend den Barcode des Lagerplatzes. Das Lagerverwaltungssystem speichert die Bewegung und aktualisiert die entsprechenden Bestandsinformationen.
Dadurch lässt sich später schnell feststellen, welche NVE auf welchem Lagerplatz steht. Gleichzeitig kann das System verhindern, dass eine Versandeinheit versehentlich einem falschen Lagerplatz zugeordnet wird.
Bei einer chaotischen Lagerhaltung kann die NVE-Verwaltung besonders hilfreich sein. Da Waren nicht dauerhaft einem festen Lagerplatz zugeordnet sind, sorgt die eindeutige Identifikation dafür, dass die tatsächliche Position einer Versandeinheit trotzdem nachvollziehbar bleibt.
NVE bei Umlagerungen
Auch bei Umlagerungen wird die NVE erneut relevant. Soll eine Palette beispielsweise von einem Zwischenlager in einen anderen Lagerbereich gebracht werden, scannt der Mitarbeiter die NVE und den neuen Lagerplatz.
Die bisherige Position wird dadurch im System aktualisiert. Gleichzeitig bleibt die Historie der Warenbewegung nachvollziehbar. Verantwortliche können somit erkennen, wann eine Versandeinheit bewegt wurde und wo sie sich aktuell befindet.
NVE in der Kommissionierung
Auch für die Kommissionierung kann die NVE-Verwaltung genutzt werden. Dabei kann das System beispielsweise vorgeben, von welcher Versandeinheit bestimmte Waren entnommen werden sollen. Der Mitarbeiter scannt die entsprechende NVE und anschließend den Artikel beziehungsweise die entnommene Ware.
Je nach Lagerprozess kann die NVE dabei entweder erhalten bleiben oder sich im Rahmen einer neuen Verpackungs- beziehungsweise Versandstruktur verändern. Werden beispielsweise einzelne Artikel von einer Palette entnommen, muss das System die Bestandsveränderung entsprechend dokumentieren.
Bei einer beleglosen Kommissionierung können NVE-Informationen direkt auf dem mobilen Gerät angezeigt werden. Dadurch erhält der Mitarbeiter die notwendigen Informationen digital und kann die Warenbewegung unmittelbar bestätigen.
NVE bei Verpackung und Versand
Besonders wichtig ist die NVE im Warenausgang. Werden Waren für einen Kunden zusammengestellt, kann die fertige Palette oder Versandeinheit mit einer eindeutigen NVE versehen werden. Diese wird anschließend beim Versand gescannt.
Dadurch lässt sich dokumentieren, welche konkrete Versandeinheit zu welchem Auftrag gehört. Je nach System können zusätzlich Versanddienstleister, Empfänger, Auftragsnummern oder weitere Versandinformationen mit der NVE verknüpft werden.
Beim Verladen kann die NVE erneut gescannt werden. So lässt sich kontrollieren, ob tatsächlich die vorgesehenen Versandeinheiten das Lager verlassen. Fehler beim Verladen können dadurch reduziert werden.
Vorteile einer digitalen NVE-Verwaltung
Eine digitale NVE-Verwaltung bietet mehrere Vorteile. Dazu gehört zunächst eine höhere Transparenz über logistische Einheiten. Mitarbeiter können anhand der NVE schnell erkennen, welche Palette oder Versandeinheit sie vor sich haben.
Darüber hinaus verbessert sich die Rückverfolgbarkeit. Warenbewegungen können von der Anlieferung über die Einlagerung und Umlagerung bis zum Versand dokumentiert werden. Das erleichtert die Suche nach bestimmten Waren und kann bei Rückfragen zu Lieferungen hilfreich sein.
Auch die Prozesssicherheit kann steigen. Durch das Scannen von NVE und Lagerplatz werden Informationen direkt digital erfasst. Dadurch können manuelle Eingaben reduziert und Zuordnungsfehler vermieden werden.
Ein weiterer Vorteil ist die bessere Integration mit anderen Systemen. NVE-Informationen können beispielsweise zwischen Lagerverwaltung, ERP-System, Versandsoftware und Geschäftspartnern ausgetauscht werden. Dadurch lassen sich durchgängige digitale Prozesse schaffen.
NVE-Verwaltung mit einem Lagerverwaltungssystem
Ein modernes Lagerverwaltungssystem kann die NVE während verschiedener Lagerprozesse begleiten. Von der Warenannahme über die Einlagerung und Umlagerung bis hin zur Kommissionierung und zum Versand werden die relevanten Informationen digital erfasst.
Mobile Datenerfassung spielt dabei eine zentrale Rolle. Mitarbeiter können NVE-Barcodes direkt mit Smartphones oder MDE-Geräten scannen. Das System verarbeitet die Informationen und aktualisiert die entsprechenden Bestände und Lagerpositionen.
COSYS Lagerverwaltung und NVE
Die COSYS Lagerverwaltung unterstützt die digitale Erfassung von Warenbewegungen und kann dabei auch die Verwaltung logistischer Einheiten abbilden. NVE- beziehungsweise SSCC-Informationen können bei den entsprechenden Lagerprozessen per Barcode erfasst und mit Artikeln, Mengen, Aufträgen und Lagerplätzen verknüpft werden.
Über mobile Geräte werden die Informationen direkt im Lager aufgenommen. Im COSYS WebDesk stehen die erfassten Prozess- und Bestandsdaten anschließend für Verwaltung, Kontrolle und Auswertung zur Verfügung. Über Schnittstellen kann die Lagerverwaltung außerdem mit bestehenden ERP- und Unternehmenssystemen verbunden werden.
Die NVE-Verwaltung sorgt damit für eine eindeutige Identifikation von Versandeinheiten und schafft eine wichtige Grundlage für transparente und nachvollziehbare Warenbewegungen. Durch die Kombination aus eindeutigen Barcodes, mobiler Datenerfassung und digitaler Lagerverwaltung lassen sich Prozesse vom Wareneingang bis zum Versand durchgängig dokumentieren.