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Wie werden mobile Roboter in ein WMS integriert?

Mobile Roboter gehören zu den Technologien, die zunehmend in modernen Lager- und Logistikprozessen eingesetzt werden. Sie können Waren, Behälter, Paletten oder Ladungsträger selbstständig innerhalb eines Lagers transportieren und dadurch Mitarbeiter bei wiederkehrenden Transportaufgaben entlasten. Besonders interessant sind mobile Roboter für Unternehmen mit hohen Auftragsmengen, langen Transportwegen oder einem hohen Anteil an standardisierbaren Bewegungsabläufen.

2026-09-18 13:53:28

Damit mobile Roboter jedoch einen echten Mehrwert bieten, müssen sie mit den vorhandenen IT-Systemen des Unternehmens zusammenarbeiten. Eine zentrale Rolle übernimmt dabei das Warehouse Management System (WMS). Das WMS kennt Bestände, Aufträge, Lagerplätze und anstehende Prozesse und kann diese Informationen nutzen, um automatisierte Transportaufträge an ein Robotersystem zu übergeben.

Was sind mobile Roboter im Lager?

Mobile Roboter sind autonome oder teilautonome Fahrzeuge, die sich selbstständig durch Lager- und Produktionsbereiche bewegen können. Häufig werden sie als AMR (Autonomous Mobile Robots) oder AGV (Automated Guided Vehicles) bezeichnet.

AMR orientieren sich in der Regel mithilfe von Sensoren, Kameras oder Laserscannern und können ihre Fahrwege dynamisch an die Umgebung anpassen. AGV arbeiten dagegen häufig mit vorgegebenen Fahrwegen oder Orientierungssystemen. Je nach Einsatzbereich können mobile Roboter unterschiedliche Aufgaben übernehmen.

Dazu gehören beispielsweise der Transport von:

Ein mobiler Roboter kann beispielsweise einen Behälter von einem Lagerbereich zu einem Kommissionierplatz bringen. Nach Abschluss der Bearbeitung transportiert er den Behälter anschließend zur nächsten Station.

Welchen Nutzen haben mobile Roboter?

Ein wesentlicher Vorteil mobiler Roboter besteht darin, dass sie wiederkehrende Transportaufgaben übernehmen können. Mitarbeiter müssen dadurch weniger Zeit für Lauf- und Fahrwege aufwenden und können sich stärker auf wertschöpfende Tätigkeiten konzentrieren.

Besonders bei großen Lagerflächen können die Transportwege erheblich sein. Ein Mitarbeiter, der regelmäßig zwischen Wareneingang, Lager, Kommissionierung und Versand pendelt, verbringt einen Teil seiner Arbeitszeit mit reinen Transportbewegungen.

Mobile Roboter können diese Bewegungen automatisieren und beispielsweise rund um die Uhr eingesetzt werden. Außerdem lassen sich Roboter gut für standardisierte Prozesse verwenden, bei denen regelmäßig Waren zwischen definierten Bereichen transportiert werden.

Weitere Vorteile können eine bessere Planbarkeit der Transporte, eine Reduzierung manueller Laufwege und eine höhere Skalierbarkeit bei steigenden Auftragsmengen sein.

Warum muss der Roboter mit dem WMS verbunden werden?

Ein Roboter weiß nicht automatisch, welche Ware wann wohin transportiert werden muss. Genau diese Informationen liefert das WMS.

Das WMS verwaltet unter anderem Lagerbestände, Lagerplätze, Aufträge und Prozessinformationen. Wird beispielsweise festgestellt, dass ein Kommissionierbereich Nachschub benötigt, kann das WMS einen entsprechenden Transportauftrag erzeugen.

Dieser Auftrag kann anschließend an ein übergeordnetes Robotiksystem oder direkt an die Schnittstelle des Roboters übergeben werden. Das Robotersystem entscheidet dann beispielsweise, welcher verfügbare Roboter den Auftrag übernimmt und auf welchem Weg er zum Ziel gelangt.

Das Zusammenspiel lässt sich vereinfacht so darstellen:

WMS Transportauftrag -> Robotiksystem -> mobiler Roboter -> Transport -> Rückmeldung an WMS

Nach erfolgreicher Durchführung meldet das Robotersystem den Status zurück. Das WMS kann anschließend den Prozess entsprechend aktualisieren.

Wie funktioniert die Integration?

Für die Integration werden Schnittstellen zwischen dem WMS und dem Robotiksystem benötigt. Dabei können beispielsweise APIs, Webservices oder standardisierte Kommunikationsprotokolle zum Einsatz kommen.

Zunächst definiert das Unternehmen, welche Prozesse automatisiert werden sollen. Ein typischer Anwendungsfall ist der Nachschub. Das WMS erkennt, dass an einem Kommissionierplatz eine bestimmte Menge eines Artikels benötigt wird. Daraus entsteht ein Transportauftrag.

Dieser Auftrag enthält beispielsweise Informationen darüber, welcher Artikel beziehungsweise Behälter transportiert werden soll, wo sich die Ware befindet und an welchen Zielort sie gebracht werden muss.

Das Robotiksystem erhält diese Informationen und weist den Auftrag einem geeigneten Roboter zu. Der Roboter fährt zum Abholpunkt, übernimmt den Behälter oder die Palette und transportiert sie zum Ziel.

Nach Abschluss des Transports wird eine Statusmeldung an das WMS zurückgegeben. Dadurch bleibt der Lagerprozess digital nachvollziehbar.

Wichtig ist dabei die klare Trennung der Aufgaben: Das WMS übernimmt die logistische Prozesssteuerung und Datenverwaltung, während das Robotiksystem für die operative Steuerung der Roboter zuständig ist.

Welche Informationen werden ausgetauscht?

Damit die Zusammenarbeit funktioniert, müssen beide Systeme relevante Informationen austauschen. Dazu gehören beispielsweise:

Auch die Lagerstruktur muss digital abgebildet werden. Das WMS muss beispielsweise wissen, welche Lagerplätze, Übergabestationen und Arbeitsbereiche existieren und welche davon durch Roboter bedient werden können.

Bei der Planung sollte außerdem berücksichtigt werden, was passiert, wenn ein Roboter ausfällt oder ein Transport nicht durchgeführt werden kann. Ein gutes Zusammenspiel zwischen WMS und Robotik sollte deshalb auch Status- und Fehlermeldungen berücksichtigen.

Praxisbeispiel: Laufwege durch Roboter reduzieren

Ein einfaches Beispiel zeigt das mögliche Einsparpotenzial.

Angenommen, in einem Lager müssen Mitarbeiter täglich rund 200 Nachschubtransporte durchführen. Für jeden Transport werden durchschnittlich fünf Minuten benötigt, da der Mitarbeiter zum Lagerplatz läuft, die Ware holt und sie zum Kommissionierbereich bringt.

Bei 200 Transporten entstehen dadurch:

200 × 5 Minuten = 1.000 Minuten pro Tag

Das entspricht rund 16,7 Stunden Arbeitszeit täglich.

Übernimmt ein mobiles Robotersystem einen großen Teil dieser Transporte, kann ein erheblicher Anteil dieser Lauf- und Transportzeit entfallen. Selbst wenn beispielsweise nur 60 Prozent der Transporte automatisiert werden können, wären das rund 10 Stunden weniger manuelle Transportarbeit pro Tag.

Bei 220 Arbeitstagen wären das theoretisch rund 2.200 Arbeitsstunden pro Jahr. Daraus ergibt sich ein erhebliches Potenzial. Wie hoch die tatsächliche Einsparung ausfällt, hängt allerdings stark von den individuellen Prozessen, Robotern, Personalkosten, Investitionskosten und dem Automatisierungsgrad ab.

Das Beispiel zeigt deshalb vor allem: Das größte Potenzial entsteht nicht dadurch, dass Roboter pauschal Mitarbeiter ersetzen, sondern dadurch, dass sie wiederkehrende Transportwege übernehmen und Mitarbeiter für andere Aufgaben freispielen.

Was muss bei der Einführung beachtet werden?

Vor der Einführung sollten Unternehmen genau analysieren, welche Prozesse für eine Automatisierung geeignet sind. Nicht jeder Transport lässt sich wirtschaftlich sinnvoll durch einen Roboter durchführen.

Besonders interessant sind häufig wiederkehrende und planbare Transporte. Außerdem müssen Lagerlayout, Fahrwege, Übergabestationen und Sicherheitsbereiche berücksichtigt werden.

Auch die IT-Integration sollte frühzeitig geplant werden. WMS, ERP, Robotiksystem und gegebenenfalls weitere Systeme müssen zuverlässig miteinander kommunizieren. Je genauer die Prozesse und Schnittstellen definiert sind, desto einfacher lässt sich die Automatisierung später erweitern.

COSYS WMS für automatisierte Lagerprozesse

Auch das COSYS WMS kann als zentrale Software für digitalisierte Lagerprozesse eingesetzt werden. Lagerbestände, Lagerplätze und Aufträge werden zentral verwaltet und die operativen Prozesse können digital über mobile Geräte abgewickelt werden.

Für eine Roboterintegration ist insbesondere die Möglichkeit wichtig, das WMS über Schnittstellen mit anderen Systemen zu verbinden. Dadurch kann das COSYS WMS beispielsweise mit übergeordneten Systemen und Automatisierungslösungen kommunizieren. Transport- und Prozessinformationen können so zwischen den beteiligten Systemen ausgetauscht werden.

Damit eignet sich ein modernes WMS als wichtige Grundlage für die schrittweise Automatisierung eines Lagers. Unternehmen können zunächst einzelne Prozesse automatisieren und die Robotik später auf weitere Bereiche ausweiten.

Fazit

Mobile Roboter können insbesondere bei wiederkehrenden Transportaufgaben eine wertvolle Unterstützung im Lager darstellen. Sie reduzieren manuelle Lauf- und Transportwege, können Prozesse beschleunigen und ermöglichen eine stärkere Automatisierung.

Damit die Roboter jedoch wissen, wann, was und wohin transportiert werden soll, benötigen sie die Informationen aus den übergeordneten Logistiksystemen. Das WMS übernimmt dabei eine zentrale Rolle. Über Schnittstellen werden Transportaufträge und Statusinformationen zwischen WMS und Robotiksystem ausgetauscht.

Die erfolgreiche Integration besteht deshalb nicht nur aus der Anschaffung von Robotern. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Lagerlayout, Prozessen, WMS, Schnittstellen und Robotik. Werden diese Komponenten sinnvoll aufeinander abgestimmt, können mobile Roboter zu einem wichtigen Baustein eines modernen und automatisierten Lagers werden.