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Behältermanagement: Aufgaben, Prozesse und digitale Lösungen

Die Aufgaben vom Behältermanagement und wie sie es zu Ihrem Vorteil nutzen können.

Behälter, Ladungsträger und Mehrwegverpackungen sind in vielen Unternehmen ein fester Bestandteil der täglichen Logistik. Kunststoffbehälter, KLT, Paletten, Gitterboxen oder individuelle Transportbehälter bewegen sich zwischen Lager, Produktion, Lieferanten und Kunden. Dabei entsteht ein logistischer Kreislauf, der ohne geeignete Erfassung schnell unübersichtlich wird. Unternehmen wissen dann nicht zuverlässig, welche Behälter verfügbar sind, wo sich ausgegebene Behälter befinden oder welche Ladungsträger beschädigt zurückgekommen sind. Behältermanagement umfasst die Bestandsführung, Nachverfolgung und Steuerung von Behältern über ihren gesamten Umlauf. Ziel ist es, jederzeit nachvollziehen zu können, welche Behälter vorhanden sind, wo sie sich befinden, wer sie verwendet und in welchem Zustand sie sind. Eine digitale Behälterverwaltung unterstützt diese Prozesse durch mobile Datenerfassung, eindeutige Identifikation und zentrale Auswertungen.

2023-11-01 10:30:42

Was ist Behältermanagement?

Behältermanagement bezeichnet die systematische Verwaltung von Mehrwegbehältern und anderen Ladungsträgern innerhalb eines Unternehmens oder über Unternehmensgrenzen hinweg. Dazu gehören beispielsweise Kunststoffbehälter, KLT-Behälter, Paletten, Gitterboxen und kundenspezifische Transportbehälter.

Im Mittelpunkt stehen vier Aufgaben: Bestandsführung, Kreislaufsteuerung, Tracking und Instandhaltung. Die Bestandsführung dokumentiert verfügbare, ausgegebene, zurückgeführte oder defekte Behälter. Die Kreislaufsteuerung organisiert deren Übergabe und Rücktransport. Beim Tracking wird erfasst, wann und wohin ein Behälter bewegt wurde. Die Instandhaltung umfasst Reinigung, Reparatur und Ausmusterung.

Ein professionelles Behältermanagement schafft damit eine durchgängige Informationsbasis für einen physischen Materialkreislauf. Statt einzelne Behälterbewegungen über Lieferscheine, Excel-Tabellen oder manuelle Listen zu dokumentieren, werden Bewegungen direkt am jeweiligen Prozessschritt erfasst.


Welche Aufgaben umfasst das Behältermanagement?

Bestandsführung von Behältern

Die Bestandsführung schafft Transparenz darüber, welche Behälter vorhanden sind und welchen aktuellen Status sie besitzen. Dabei werden nicht nur die Gesamtbestände erfasst. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen verfügbaren, ausgegebenen, beim Kunden befindlichen, zurückgeführten und defekten Behältern.

Eine digitale Behälterverwaltung kann jeden Behälter über eine eindeutige Kennung identifizieren und seine Bestandsveränderungen dokumentieren. Bei der Ausgabe wird beispielsweise erfasst, welcher Behälter an welchen Empfänger oder für welchen Auftrag übergeben wurde. Bei der Rücknahme wird der Bestand entsprechend aktualisiert.

So entsteht ein aktuelles Bild über die tatsächlich verfügbaren Behälter und deren Verteilung. Unternehmen erkennen frühzeitig Bestandslücken, vermeiden unnötige Nachbeschaffungen und können ihre Behälterbestände gezielter planen.


Steuerung des Behälterkreislaufs

Mehrwegbehälter durchlaufen einen kontinuierlichen Kreislauf aus Bereitstellung, Befüllung, Transport, Nutzung, Rückführung und erneuter Verwendung. Die Kreislaufsteuerung stellt sicher, dass diese Bewegungen nachvollziehbar bleiben und Behälter nach ihrer Nutzung wieder in den eigenen Bestand zurückkehren.

Dazu wird dokumentiert, wann Behälter ausgegeben wurden, bei welchem Standort oder Geschäftspartner sie sich befinden und wann eine Rückführung erwartet wird. Gerade bei vielen Kunden, Lieferanten oder Niederlassungen verhindert diese Transparenz, dass Behälter dauerhaft außerhalb des eigenen Zugriffs verbleiben.

Ein digitales Behältermanagement kann offene Rückläufe sichtbar machen und Verantwortlichen eine Grundlage für gezielte Rückholprozesse liefern. Dadurch lässt sich der vorhandene Behälterpool besser ausnutzen, bevor zusätzliche Behälter beschafft werden müssen.


Tracking und Nachverfolgung von Behältern

Beim Tracking wird die Bewegung einzelner Behälter entlang des logistischen Prozesses dokumentiert. Dafür erhält jeder Behälter eine eindeutige Identifikation, beispielsweise über einen Barcode, QR-Code oder RFID-Tag.

Bei relevanten Prozessschritten wird die Behälterkennung erfasst. So kann beispielsweise nachvollzogen werden, wann ein Behälter das Lager verlassen hat, welchem Auftrag er zugeordnet wurde, an welchen Geschäftspartner er übergeben wurde und wann er zurückgekehrt ist.

Der Nutzen liegt vor allem in der schnellen Rückverfolgbarkeit. Geht ein Behälter verloren oder wird ein bestimmter Ladungsträger gesucht, lässt sich anhand der letzten dokumentierten Bewegung feststellen, wo und wann er zuletzt erfasst wurde.

Je nach Anwendungsfall können zusätzlich GPS- oder andere Ortungstechnologien eingesetzt werden. Für die meisten innerbetrieblichen und zwischenbetrieblichen Behälterprozesse bildet jedoch die eindeutige Identifikation mit Barcode, QR-Code oder RFID die Grundlage.


Instandhaltung von Behältern

Zur Instandhaltung gehört die Kontrolle, Reinigung, Reparatur und Ausmusterung von Behältern. Denn ein Behälter ist nicht allein deshalb verfügbar, weil er physisch vorhanden ist. Entscheidend ist auch, ob er sich in einem einsatzfähigen Zustand befindet.

Bei der Rücknahme kann deshalb neben der Behälteridentifikation auch der Zustand erfasst werden. Beschädigte Behälter werden beispielsweise als gesperrt gekennzeichnet und zur Reparatur oder Instandsetzung weitergeleitet. Verschmutzte Mehrwegbehälter können einer Reinigung zugeführt werden.

Ist eine Reparatur wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll, wird der Behälter ausgemustert. Durch die digitale Dokumentation bleibt nachvollziehbar, welche Behälter beschädigt sind, welche sich in der Reparatur befinden und welche wieder für den Einsatz freigegeben wurden.

Damit verhindert die Instandhaltung, dass defekte oder ungeeignete Behälter erneut in den Umlauf gelangen. Gleichzeitig können Unternehmen erkennen, bei welchen Behältertypen besonders häufig Schäden auftreten und wo sich die Instandhaltungsprozesse optimieren lassen.


Wie lassen sich Behälter verfolgen?

Die Nachverfolgung von Behältern erfolgt in der Praxis häufig über Barcodes, QR-Codes oder RFID-Tags. Welches Identifikationsverfahren geeignet ist, hängt vom Behältertyp, den Umgebungsbedingungen und dem gewünschten Automatisierungsgrad ab.

Beim Barcode wird jedem Behälter eine eindeutige Kennung zugeordnet. Ein Mitarbeiter scannt diese Kennung mit einem mobilen Datenerfassungsgerät, beispielsweise bei Warenausgang, Übergabe oder Rücknahme. Die Software verbindet den Scan mit Prozessinformationen wie Standort, Zeit, Auftrag oder Geschäftspartner.

RFID ermöglicht eine berührungslose Identifikation und kann insbesondere bei automatisierten Erfassungsprozessen Vorteile bieten. GPS beziehungsweise satellitengestützte Ortungsverfahren kommen dagegen eher bei Transportmitteln oder Ladungsträgern zum Einsatz, bei denen eine kontinuierliche Positionsbestimmung erforderlich ist.

Entscheidend ist nicht allein die eingesetzte Technologie. Ein Barcode auf einem Behälter erzeugt noch kein Behältermanagement. Erst die Verbindung aus eindeutiger Identifikation, definierten Prozessen und zentraler Datenauswertung macht Bewegungen nachvollziehbar.


Welche Probleme entstehen bei einer manuellen Behälterverwaltung?

Manuelle Prozesse führen insbesondere dann zu Problemen, wenn viele Behälter zwischen mehreren Standorten, Abteilungen oder Geschäftspartnern zirkulieren. Typische Informationsquellen sind Excel-Listen, Papierbelege, E-Mails oder manuell geführte Übergaben.

Dadurch entstehen Medienbrüche. Ein Behälter wird physisch übergeben, die Information darüber wird aber erst später in einem anderen System erfasst. Zwischen tatsächlicher Bewegung und dokumentiertem Bestand entsteht eine zeitliche Differenz.

Die Folgen reichen von Bestandsabweichungen bis zu fehlenden Behältern. Auch die Suche nach einzelnen Ladungsträgern verursacht Aufwand, wenn nicht nachvollziehbar ist, wann und an wen sie ausgegeben wurden.

Ein weiteres Problem betrifft die Instandhaltung. Wird der Zustand eines Behälters nicht systematisch dokumentiert, können beschädigte oder verschmutzte Behälter erneut in den Umlauf gelangen. Gleichzeitig fehlt eine belastbare Grundlage, um Reparaturen oder Ausmusterungen zu planen.


Wie funktioniert digitales Behältermanagement?

Digitales Behältermanagement verbindet die physische Bewegung eines Behälters mit einem digitalen Datensatz. Der Behälter erhält eine eindeutige Kennung. Jeder relevante Prozessschritt wird anschließend über einen Scan oder eine andere automatische Identifikation dokumentiert.

Ein typischer Ablauf kann so aussehen:

  1. Ein Behälter wird im Lager bereitgestellt.
  2. Der Mitarbeiter scannt den Behälter und ordnet ihn einem Auftrag zu.
  3. Bei der Übergabe wird der Empfänger dokumentiert.
  4. Der Behälter erhält den Status &bdquoim Umlauf&ldquo.
  5. Bei der Rückgabe wird der Behälter erneut erfasst.
  6. Der Zustand wird kontrolliert und bei Bedarf dokumentiert.
  7. Nach Reinigung oder Reparatur wird der Behälter wieder als verfügbar geführt.

Damit wird aus einzelnen Scans eine digitale Prozesskette. Entscheidend ist dabei die Definition klarer Status und Übergabepunkte. Nur wenn relevante Bewegungen konsequent erfasst werden, kann die Software einen zuverlässigen Kreislauf abbilden.


Was kann eine Behältermanagement-Software leisten?

Eine Behältermanagement-Software bildet die Prozesse rund um Identifikation, Bestand, Bewegung und Zustand der Behälter zentral ab. Dazu gehören je nach Lösung unter anderem die Verwaltung von Behälterstammdaten, Beständen, Standorten, Geschäftspartnern und Bewegungen.

Mobile Anwendungen ermöglichen die Datenerfassung direkt am Ort des Geschehens. Mitarbeiter müssen Behälterbewegungen nicht zunächst auf Papier dokumentieren und später übertragen. Der digitale Datensatz entsteht unmittelbar während des Prozesses.

Für Verantwortliche sind insbesondere Auswertungen über Umlaufbestände, Behälterbewegungen und offene Rückläufe relevant. Dadurch lässt sich erkennen, wo sich Behälter konzentrieren, welche Geschäftspartner überdurchschnittlich viele Ladungsträger halten oder an welchen Stellen Rückführungen ausbleiben.

Eine zentrale Software kann außerdem mit bestehenden ERP-, WMS- oder anderen Unternehmenssystemen verbunden werden. Dadurch lassen sich Behälterinformationen mit Aufträgen, Lieferungen oder Warenbewegungen verknüpfen.


Welche Vorteile bietet digitales Behältermanagement?

Der wesentliche Vorteil liegt in der höheren Transparenz über den Behälterkreislauf. Unternehmen können Bestände und Bewegungen nachvollziehen, anstatt sich auf zeitverzögerte oder unvollständige Informationen verlassen zu müssen.

Daraus ergeben sich mehrere praktische Effekte:

Weniger Suchaufwand: Mitarbeiter können anhand der dokumentierten letzten Bewegung nachvollziehen, wo ein Behälter zuletzt erfasst wurde.

Höhere Bestandsgenauigkeit: Ein- und Ausgänge werden direkt am Prozess erfasst und nicht erst nachträglich übertragen.

Bessere Rücklaufsteuerung: Offene Behälterbestände bei Kunden oder anderen Standorten lassen sich gezielter überwachen.

Weniger Ersatzbeschaffungen: Wenn vorhandene Behälter im Kreislauf transparent werden, sinkt das Risiko, dass aufgrund fehlender Übersicht unnötig neue Ladungsträger beschafft werden.

Nachvollziehbare Instandhaltung: Defekte oder verschmutzte Behälter können gesperrt, repariert, gereinigt und anschließend wieder freigegeben werden.

Der wirtschaftliche Nutzen entsteht somit nicht allein durch das Einsparen eines einzelnen Arbeitsschrittes. Entscheidend ist die bessere Steuerbarkeit des gesamten Behälterkreislaufs.


Was sollte bei der Einführung eines digitalen Behältermanagements beachtet werden?

Vor der Einführung sollte zunächst der tatsächliche Behälterkreislauf analysiert werden. Entscheidend sind die Fragen, welche Behältertypen verwendet werden, welche Prozesse sie durchlaufen und an welchen Übergabepunkten Informationen verloren gehen.

Anschließend sollten eindeutige Identifikationsmerkmale und Prozessstatus definiert werden. Nicht jeder theoretisch mögliche Prozessschritt muss digital erfasst werden. Sinnvoll ist vielmehr eine Konzentration auf die Bewegungen, die für Bestand, Rücklauf, Nachverfolgung und Zustand relevant sind.

Auch die Benutzerfreundlichkeit spielt eine wichtige Rolle. Mitarbeiter im Lager, in der Produktion oder im Versand benötigen eine schnelle Datenerfassung ohne unnötige Eingaben. Mobile Datenerfassungsgeräte und Barcode-Scanner können deshalb ein wesentlicher Bestandteil des Systems sein.

Ebenso wichtig ist die Integration in vorhandene IT-Strukturen. Behälterdaten sollten nicht dauerhaft isoliert neben ERP oder Lagerverwaltung geführt werden. Je nach Prozess kann eine Schnittstelle dazu beitragen, Auftrags-, Liefer- und Behälterinformationen miteinander zu verbinden.


Behältermanagement mit digitaler Datenerfassung

Für Unternehmen mit umfangreichen Mehrweg- und Ladungsträgerkreisläufen bietet sich ein digitaler Ansatz an, bei dem Behälter eindeutig identifiziert und ihre Bewegungen direkt über mobile Geräte erfasst werden.

Eine solche Lösung kann die Ausgabe, Rücknahme und Übergabe von Behältern dokumentieren, Bestände nach Status und Standort führen und Informationen zu Geschäftspartnern oder Aufträgen zuordnen. Über eine zentrale Weboberfläche lassen sich die erfassten Daten anschließend auswerten und für die Prozesssteuerung nutzen.

Damit wird Behältermanagement von einer nachgelagerten Verwaltungsaufgabe zu einem Bestandteil der operativen Logistik. Die Mitarbeiter erfassen die relevanten Informationen dort, wo die Behälter tatsächlich bewegt werden.


Fazit: Behältermanagement schafft Transparenz im Mehrwegkreislauf

Behältermanagement umfasst weit mehr als die reine Bestandszählung von Paletten, KLT oder Mehrwegbehältern. Entscheidend ist die durchgängige Kontrolle des gesamten Kreislaufs: von der Bereitstellung über die Ausgabe und Nutzung bis zur Rückführung, Prüfung und erneuten Verwendung.

Ein digitales Behältermanagement schafft dafür eine zentrale Datengrundlage. Eindeutige Behälterkennungen, mobile Datenerfassung und eine zentrale Software ermöglichen es, Bestände zu kontrollieren, Bewegungen nachzuverfolgen und Rückläufe gezielter zu steuern.

Unternehmen sollten deshalb nicht ausschließlich fragen, wie viele Behälter vorhanden sind. Die wichtigere Frage lautet: Wo befindet sich welcher Behälter, in welchem Zustand ist er und welchem Prozess oder Geschäftspartner ist er aktuell zugeordnet? Wer diese Informationen zuverlässig beantworten kann, schafft die Grundlage für einen transparenten und wirtschaftlich steuerbaren Behälterkreislauf.