Click & Collect im Dezember: Der Engpass liegt zwischen Bestellbestätigung und Abholregal
Warum Bestandsgenauigkeit und mobile Filialprozesse darüber entscheiden, ob Click & Collect im Weihnachtsgeschäft funktioniert
Im Dezember wird Click & Collect zur Belastungsprobe. Die Suchanfragen nach dem Begriff erreichen in diesem Monat regelmäßig ihren Jahreshöchstwert. In den Filialen zeigt sich dann ein Problem, das im Rest des Jahres untergeht: Die Bestellung ist bestätigt, aber die Ware ist nicht auffindbar.
2026-10-20 12:42:40Um zu verstehen, wo es hakt, lohnt es sich, einer einzelnen Bestellung zu folgen.
Station 1: Der Onlineshop sagt &bdquoverfügbar&ldquo
Der Shop zeigt den Artikel als in der Filiale verfügbar an. Diese Information stammt aus der Warenwirtschaft, oft mit einem Abgleich in festen Intervallen. Verfügbar heißt hier: Der Buchbestand ist größer als null, eventuell abzüglich eines Sicherheitspuffers.
Station 2: Die Filiale bekommt den Auftrag
Eine Mitarbeiterin soll die Ware zusammenstellen. Der Buchbestand sagt zwei Stück. Im Regal ist keines, im Lager auch nicht. Ab hier beginnt die eigentliche Arbeit: suchen, beim Kollegen nachfragen, die Kundin informieren, eine Alternative anbieten oder stornieren.
Station 3: Das Abholregal
Wenn die Ware gefunden ist, wird sie verpackt, beschriftet und bereitgestellt. Dieser Teil funktioniert in den meisten Filialen gut. Er ist sichtbar, und er ist geübt.
Das Problem sitzt also an Station 2. Und es hat eine Ursache, die mit Click & Collect zunächst nichts zu tun hat.
Warum Lagerbestand und Verkaufsbestand auseinanderlaufen
Der Bestand im System und der tatsächlich verkaufsfähige Bestand weichen aus wiederkehrenden Gründen voneinander ab:
- Wareneingänge: Sie werden gebucht, bevor die Ware geprüft ist, oder geprüft, ohne dass die Abweichung gebucht wird.
- Ungebuchte Abgänge: Diebstahl, Bruch und Eigenverbrauch erscheinen erst bei der nächsten Inventur.
- Retouren: Sie gehen zurück in den Bestand, aber nicht zurück ins Regal.
- Reservierte Ware: Artikel für andere Kundinnen oder Umlagerungen liegt noch im Lager und wird als frei gezählt.
- Platzierung: Ware steht an einem zweiten Ort, den nur eine Person kennt.
Im stationären Verkauf fallen diese Abweichungen kaum auf: Was nicht im Regal liegt, wird nicht gekauft. Click & Collect macht sie sichtbar, weil eine Kundin einen konkreten Artikel zugesagt bekommen hat.
Was die Lücke kleiner macht
Drei Maßnahmen setzen an Station 2 an, nicht am Shop.
Fehlmengen sofort korrigieren. Wenn eine Mitarbeiterin beim Kommissionieren feststellt, dass ein Artikel fehlt, sollte diese Information nicht in einer Notiz enden. Sie muss als Bestandskorrektur zurück ins System. Mit einer mobilen App wie der COSYS Retail Management Software geschieht das direkt am Regal per MDE-Gerät oder Smartphone. Je nach eingerichteter Schnittstelle wird die Korrektur an die Warenwirtschaft übergeben, und der nächste Shop-Abgleich arbeitet mit dem korrigierten Wert.
Kritische Artikel vor der Spitze zählen. Eine gezielte Zählung der Click-&-Collect-starken Warengruppen im November senkt die Zahl der Phantombestände genau dort, wo sie im Dezember wehtun.
Den Status sichtbar machen. Wenn der Kommissionierauftrag in der Filiale mobil erfasst wird, weiß die Zentrale, welche Bestellungen hängen. So muss sie nicht erst auf Kundenanrufe warten.
Die Konsequenz
Click & Collect ist kein eigener Prozess, der neben dem Filialalltag läuft. Es ist ein Stresstest für die Bestandsgenauigkeit. Händler, die im Dezember weniger stornieren wollen, sollten deshalb nicht am Abholregal ansetzen, sondern an den Buchungen davor.
Tipp: Vergleichen Sie vor der nächsten Verfallkontrolle für eine einzige Schubladenreihe Buchbestand und Platzbestand. Die Abweichung zeigt, wie groß die Lücke zwischen Entnahme und Buchung in Ihrer Apotheke tatsächlich ist.