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EM45 RFID im Einsatz: Von der Sendungsverfolgung bis zur Inventur

Der Zebra EM45 RFID verbindet mobile Datenerfassung mit RFID und eignet sich damit ideal für Retail Prozesse.

RFID gewinnt im Einzelhandel dort an Bedeutung, wo die klassische Einzelidentifikation per Barcode an ihre Grenzen stößt. Besonders bei großen Artikelmengen kann es aufwendig sein, jedes Produkt einzeln zu suchen, auszurichten und zu scannen. RFID ermöglicht dagegen die berührungslose Erfassung gekennzeichneter Waren und schafft damit die Grundlage für schnellere Bestandskontrollen und transparentere Warenbewegungen.

2026-09-07 10:48:35

Mit dem Zebra EM45 RFID lässt sich diese Technologie in ein Smartphone ähnliches Arbeitsgerät integrieren. Für Retailer ist dabei weniger die RFID-Funktion allein entscheidend. Interessant ist vielmehr, dass Mitarbeiter unterschiedliche Aufgaben entlang des Warenflusses mit einem mobilen Gerät bearbeiten können. Das reicht von der Sendungsverfolgung über die Warenannahme und Artikelsuche bis zur Inventur.

Warum mobile RFID-Erfassung für Retailer interessant ist

Ein RFID-Tag muss anders als ein Barcode nicht direkt sichtbar vor den Mitarbeiter gehalten werden. Entsprechend gekennzeichnete Artikel können über Funk identifiziert werden. In der Praxis verändert das vor allem Prozesse, bei denen Mitarbeiter viele Artikel kontrollieren oder gezielt nach bestimmten Waren suchen müssen.

Ein gutes Beispiel ist das Filiallager. Trifft eine Lieferung ein, müssen Waren identifiziert und dem Bestand zugeordnet werden. Später gelangen die Artikel auf die Verkaufsfläche, werden umgelagert, für Click and Collect Aufträge bereitgestellt oder verkauft. Je mehr dieser Bewegungen digital dokumentiert werden, desto genauer lässt sich nachvollziehen, wo sich Ware befindet.

Der Zebra EM45 ist grundsätzlich als schlankes Enterprise Gerät für mobile Mitarbeiter konzipiert. Mit 5G, Wi-Fi 6E und einem 6,7 Zoll Display ist er auf mobile Geschäftsprozesse innerhalb und außerhalb einer Filiale ausgelegt. Seine Bauform orientiert sich dabei stärker am Smartphone als an klassischen industriellen Handheld Computern.

Sendungsverfolgung beginnt nicht erst beim Paketdienst

Sendungsverfolgung wird im Retail häufig mit der Zustellung an den Kunden verbunden. Für Filialisten beginnt die relevante Transparenz jedoch deutlich früher. Ware bewegt sich zwischen Zentrallager, Filiallager, Verkaufsfläche und gegebenenfalls weiteren Standorten.

RFID kann dabei helfen, Übergabepunkte digital abzubilden. Mitarbeiter können beispielsweise gekennzeichnete Waren bei der Bereitstellung und beim Eintreffen in der Filiale erfassen. Dadurch entsteht eine digitale Informationskette, über die sich nachvollziehen lässt, ob erwartete Ware tatsächlich angekommen ist.

Besonders interessant wird das bei internen Transfers zwischen Filialen. Fehlt ein Artikel am Zielort, kann anhand der erfassten Prozessdaten geprüft werden, an welchem Punkt die Ware zuletzt registriert wurde. RFID ersetzt dabei keine Warenwirtschaft. Die Technologie liefert vielmehr die Identifikationsdaten, die von der eingesetzten Software verarbeitet und dem jeweiligen Vorgang zugeordnet werden müssen.

Artikelsuche statt zeitaufwendiger manueller Kontrolle

Ein weiterer praxisnaher Anwendungsfall ist die Suche nach Ware. Das Warenwirtschaftssystem kann einen Artikel als vorhanden ausweisen, während der Mitarbeiter ihn weder im Regal noch am vorgesehenen Lagerplatz findet.

Mit RFID lassen sich solche Suchprozesse deutlich gezielter gestalten. Voraussetzung ist eine entsprechende RFID-Kennzeichnung und eine Software, die den gesuchten Artikel eindeutig kennt. Statt Regal für Regal manuell zu kontrollieren, kann die mobile Erfassung dabei helfen, den Suchbereich einzugrenzen.

Für Retailer ist das insbesondere bei hochwertigen Sortimenten, hoher Variantenvielfalt oder häufigen Umlagerungen relevant. Ein Bestand ist schließlich nur dann operativ nutzbar, wenn Mitarbeiter die vorhandene Ware auch finden.

RFID-Inventur als besonders interessanter Anwendungsfall

Bei der Inventur zeigt sich der Vorteil von RFID besonders deutlich. Eine klassische Barcode Inventur basiert auf der Einzelidentifikation. Jeder Artikel muss nacheinander erfasst werden. Bei einer RFID gestützten Inventur können dagegen zahlreiche entsprechend gekennzeichnete Artikel innerhalb kurzer Zeit gelesen werden.

Für Filialisten mit hohen Artikelbeständen kann sich dadurch die benötigte Zählzeit erheblich reduzieren. Mitarbeiter bewegen sich durch definierte Inventurbereiche und erfassen die vorhandenen RFID-Tags. Die Daten werden anschließend mit den erwarteten Beständen abgeglichen.

Dabei bleibt eine saubere Prozessorganisation entscheidend. Eine schnelle RFID-Erfassung allein verhindert keine Inventurdifferenzen. Zählbereiche müssen eindeutig definiert sein und die Software muss erkennen können, welche erfassten Tags zu welchem Artikel und Bestand gehören.

RFID ist nur ein Teil der mobilen Datenerfassung

Der praktische Nutzen des EM45 liegt darin, dass Retail Prozesse nicht ausschließlich aus RFID bestehen. Im Arbeitsalltag müssen Mitarbeiter beispielsweise zusätzlich Barcodes erfassen, Informationen in Anwendungen bearbeiten, Fotos dokumentieren oder mit Kollegen kommunizieren.

Der EM45 unterstützt deshalb auch kamerabasiertes Barcode Scanning. Die rückseitige 50 MP Kamera kann darüber hinaus für Dokumentationsaufgaben genutzt werden. Zebra sieht sogar Funktionen zur visuellen Analyse von Regalen, Produkten, Etiketten und Texten durch AI Vision Modelle vor.

Damit entwickelt sich das mobile Gerät vom reinen Erfassungswerkzeug zur Plattform für unterschiedliche Retail Anwendungen. Entscheidend ist, welche Prozesse tatsächlich digitalisiert werden sollen und welche Identifikationstechnologie dafür jeweils sinnvoll ist.

Für welche Retailer lohnt sich der EM45 RFID?

Besonders interessant ist das Konzept für Handelsunternehmen, die RFID bereits einsetzen oder den Aufbau entsprechender Prozesse planen. Dazu zählen beispielsweise Filialisten mit großen Artikelmengen, häufigen Warenbewegungen und hohen Anforderungen an die Bestandsgenauigkeit.

RFID sollte allerdings nicht eingesetzt werden, nur weil die Technologie verfügbar ist. Sind Waren nicht entsprechend gekennzeichnet oder werden lediglich wenige Barcodes pro Vorgang erfasst, kann klassische Barcodeerfassung wirtschaftlich sinnvoller sein.

Der Zebra EM45 RFID spielt seine Stärke dort aus, wo mobile Mitarbeiter verschiedene Aufgaben übernehmen und RFID ein Bestandteil einer umfassenderen Digitalisierungsstrategie ist. Dann kann dasselbe Gerät bei Warenbewegungen, Bestandssuche, Inventur und weiteren Filialprozessen eingesetzt werden.