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Wann braucht ein kleines Lager professionelle MDE-Geräte?

Zebra TC201, Honeywell CT32 und Datalogic Memor 12 im Vergleich für kleine Lagerbetriebe.

Ein kleiner Ersatzteilhandel verschickt täglich 30 Bestellungen, eine Werkstatt verwaltet mehrere Hundert Kleinteile und ein regionaler Großhändler kommissioniert Waren aus hohen Palettenregalen. Alle drei Unternehmen benötigen zuverlässige Bestandsdaten. Doch ihre Anforderungen an die mobile Datenerfassung unterscheiden sich erheblich.

2026-10-14 08:18:00

Professionelle MDE-Geräte lohnen sich für kleine Lager, wenn Barcode-Scanning regelmäßig zum Arbeitsablauf gehört und Smartphones bei Geschwindigkeit, Reichweite oder Belastbarkeit an Grenzen stoßen. Dabei muss nicht jedes Unternehmen dieselbe Hardware einsetzen. Der Zebra TC201, Honeywell CT32 und Datalogic Memor 12 zeigen, wie unterschiedlich moderne Mobilcomputer auf konkrete Lageranforderungen zugeschnitten werden können.

Wann reicht ein Smartphone nicht mehr aus?

Wer gelegentlich einen Wareneingang bucht oder wenige Artikel pro Woche entnimmt, kann mit einer Smartphone-App wirtschaftlich arbeiten. Bei mehreren Hundert Scans täglich verändern sich jedoch die Anforderungen.

Ein professionelles MDE-Gerät besitzt eine integrierte Scanengine, die Barcodes gezielt und schnell erfasst. Physische Scantasten erleichtern die Bedienung, während robuste Gehäuse und passende Ladeeinrichtungen für den regelmäßigen Betrieb ausgelegt sind.

Besonders relevant wird das bei beschädigten Etiketten, wechselnden Scanabständen oder Mitarbeitern, die ihre Geräte während der gesamten Schicht nutzen. Hier entscheidet weniger die Lagergröße als die Intensität der täglichen Datenerfassung.

Zebra TC201 für wachsende Lager mit unterschiedlichen Regalhöhen

Der Zebra TC201 eignet sich besonders für kleinere Großhandels- und Distributionslager, die heute kompakt arbeiten, aber perspektivisch zusätzliche Lagerbereiche erschließen möchten.

Seine Besonderheit liegt in der Auswahl der Scanengine. Für gewöhnliche Regal- und Paketbarcodes steht der SR500-Scanner zur Verfügung. Mit dem optionalen AC670 Advanced Range Color Scanner lassen sich laut Zebra geeignete Barcodes aus bis zu 30 Metern Entfernung erfassen. Das ist für Lager mit höheren Palettenregalen interessant, in denen Mitarbeiter nicht jeden Barcode aus unmittelbarer Nähe erreichen können.

Hinzu kommen Wi-Fi 7, ein 6-Zoll-Display und wechselbare Akkus mit 3.800 beziehungsweise optional 5.200 mAh. Ausgewählte Varianten unterstützen außerdem 5G. Damit bietet der TC201 Spielraum für unterschiedliche Einsatzbereiche, ohne direkt auf ein großes, schweres Industrieterminal wechseln zu müssen.

Die maximale Scanreichweite hängt allerdings von Barcodegröße, Druckqualität und Umgebungsbedingungen ab. Für ein kleines Fachbodenlager wäre die Advanced-Range-Ausführung daher häufig unnötig.

Honeywell CT32 für Ersatzteillager und anspruchsvolle Arbeitsplätze

Der Honeywell CT32 ist eine interessante Wahl für Ersatzteillager, technische Werkstätten und kleinere Produktionslager, in denen Mitarbeiter zwischen unterschiedlichen Arbeitsbereichen wechseln.

Honeywell bietet zwei Scanvarianten an: den S0703 für Standardentfernungen und den FlexRange S0803 für größere Distanzen. Letzterer eignet sich beispielsweise, wenn Ersatzteile sowohl aus Kleinteilregalen als auch von höher gelagerten Paletten erfasst werden müssen.

Ein praktischer Unterschied ist der austauschbare 4.500-mAh-Akku. Honeywell nennt eine Laufzeit von über zwölf Stunden unter entsprechenden Einsatzbedingungen. Hinzu kommen Wi-Fi 6E, optional 5G sowie die Schutzklassen IP65 und IP68. Ohne zusätzliche Schutzhülle ist das Gerät für wiederholte Stürze aus 1,5 Metern auf Beton spezifiziert.

Für kleine Betriebe mit längeren Arbeitstagen oder wechselnden Innen- und Außenbereichen ist diese Kombination interessant. Die genaue Scanreichweite sollte anhand der gewählten Variante geprüft werden, da die Herstellerangaben je nach Datenblatt und Messbedingungen variieren.

Datalogic Memor 12 für Kleinteilelager mit hoher Scanfrequenz

Der Datalogic Memor 12 setzt einen anderen Schwerpunkt. Er eignet sich besonders für kleine Kommissionierlager, Werkstattmagazine und Ersatzteillager mit vielen dicht angeordneten Artikeln.

Seine Halogen-DE2121-DL-Scanengine ist für den Standardbereich bis ungefähr einen Meter ausgelegt. Die Datalogic Green-Spot-Technologie projiziert bei erfolgreicher Barcodeerfassung eine grüne Bestätigung direkt auf den Code.

Das ist in einem Kleinteilelager praktisch: Mitarbeiter erkennen unmittelbar am Regalfach, ob die richtige Kennzeichnung gelesen wurde, ohne ständig auf das Display schauen zu müssen. Die DeepSight-Decodiertechnologie unterstützt außerdem das Erfassen schwieriger, etwa verschmutzter oder beschädigter Barcodes.

Ein weiterer Unterschied ist das integrierte kabellose Laden über kompatible Ladestationen. Dadurch werden mechanisch beanspruchte Ladekontakte reduziert. Der wechselbare 4.000-mAh-Akku und Wi-Fi 6E ergänzen die Ausstattung.

Wichtig für die Gerätewahl: Der Memor 12 ist die WLAN-Variante der Produktfamilie. Wer zusätzlich Mobilfunk benötigt, sollte den Memor 17 prüfen.

Welches MDE-Gerät passt zu welchem kleinen Lager?

Für ein kleines Kommissionierlager mit eng stehenden Fachbodenregalen ist der Datalogic Memor 12 aufgrund seiner Green-Spot-Rückmeldung und der komfortablen Ladeoptionen eine interessante Lösung.

In einem Ersatzteil- oder Produktionslager mit unterschiedlichen Scanentfernungen kann der Honeywell CT32 mit FlexRange-Scanner seine Vorteile ausspielen. Seine robuste Konstruktion und der austauschbare Akku sprechen zusätzlich für intensivere Nutzung.

Der Zebra TC201 bietet dagegen besonders viel Entwicklungsspielraum. Mit dem AC670-Scanner ist er auch für Lager mit hohen Regalen und größeren Scanabständen geeignet. Allerdings sollte ein kleines Unternehmen nur die Ausstattung wählen, die es tatsächlich benötigt.

Wann rechnet sich professionelle MDE-Hardware?

Die Wirtschaftlichkeit hängt nicht allein vom Gerätepreis ab. Relevant sind die Anzahl täglicher Scans, die Zeitersparnis je Buchung, mögliche Erfassungsfehler und die voraussichtliche Nutzungsdauer.

Wer beispielsweise täglich mehrere Hundert Positionen kommissioniert, profitiert stärker von einer leistungsfähigen Scanengine als ein Betrieb mit zehn Materialentnahmen pro Tag. Auch Akkutausch, Ersatzgeräte und Reparaturmöglichkeiten sollten in die Gesamtkosten einfließen.

Die beste MDE-Lösung für kleine Unternehmen ist deshalb nicht automatisch das leistungsstärkste Gerät, sondern das Modell, dessen Eigenschaften zum tatsächlichen Lagerprozess passen.