Wie ergänzen sich Staplerterminals und MDE-Geräte im Lager?
Wie die Kombination aus fahrzeugmontierten Terminals und mobilen Datenerfassungsgeräten Lagerprozesse verbindet, Medienbrüche vermeidet und die Bestandsführung verbessert.
Ein Staplerfahrer transportiert eine Palette vom Wareneingang zum vorgesehenen Lagerplatz. Dort muss er absteigen, den Barcode kontrollieren und die Einlagerung bestätigen. Anschließend steigt er wieder auf und fährt zum nächsten Auftrag. Solche Abläufe kosten Zeit, besonders wenn Informationen zwischen unterschiedlichen Geräten oder Systemen übertragen werden müssen.
2026-10-21Staplerterminals und mobile Datenerfassungsgeräte (MDE) können diese Prozesse deutlich vereinfachen. Während fest am Flurförderzeug montierte Terminals Transportaufträge und Lagerinformationen bereitstellen, ermöglichen Handgeräte die flexible Barcodeerfassung direkt an der Ware. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel beider Geräteklassen innerhalb einer gemeinsamen Lagerverwaltungssoftware.
Staplerterminals: Digitale Steuerung direkt am Fahrzeug
Staplerterminals sind robuste Industriecomputer, die dauerhaft an Gabelstaplern, Schubmaststaplern oder anderen Flurförderzeugen montiert werden. Sie dienen als zentrale Informations- und Bedieneinheit für fahrzeuggebundene Lagerprozesse.
Über das Display erhalten Fahrer beispielsweise Transportaufträge, Zielplätze und Informationen zu Ladeeinheiten. Nach Abschluss eines Auftrags kann der Status unmittelbar im Lagerverwaltungssystem aktualisiert werden.
Im Gegensatz zu gewöhnlichen Tablets sind professionelle Staplerterminals für industrielle Belastungen ausgelegt. Dazu gehören Vibrationen, Staub, Temperaturschwankungen und die besonderen Anforderungen der Fahrzeugmontage.
Ein Beispiel ist das Zebra VC8300, das speziell für den Einsatz auf Flurförderzeugen entwickelt wurde. Auch das Honeywell Thor VM1A gehört zu den etablierten Fahrzeugcomputern für anspruchsvolle Lagerumgebungen.
MDE-Geräte ergänzen die stationäre Fahrzeugtechnik
Staplerterminals übernehmen die Auftragsanzeige und Prozesssteuerung direkt am Fahrzeug. Für die Barcodeerfassung an Paletten, Lagerplätzen oder Ladeeinheiten werden sie häufig durch robuste MDE-Geräte mit integrierten Scanmodulen ergänzt.
Besonders geeignet sind hierfür klassische Lager-MDE-Geräte mit physischer Tastatur, wie das Zebra MC3400, das Honeywell CK67 oder das Datalogic Skorpio X5. Diese Geräte sind für anspruchsvolle Lagerumgebungen ausgelegt und ermöglichen eine zuverlässige Datenerfassung auch bei intensiver Nutzung. Physische Tasten erleichtern zudem die Bedienung mit Arbeitshandschuhen.
Ein wesentlicher Vorteil sind die optional erhältlichen Long-Range-Scanmodule. So kann beispielsweise das Zebra MC3400 mit Extended-Range-Imager Barcodes auch aus größeren Entfernungen erfassen. Staplerfahrer können dadurch geeignete Lagerplatz- oder Palettenetiketten direkt vom Fahrzeug aus scannen, ohne für jeden Buchungsvorgang absteigen zu müssen. Das spart Zeit und reduziert unnötige Unterbrechungen.
Welche Scanreichweite tatsächlich erforderlich ist, hängt von der Regalhöhe, der Barcodegröße und den Lichtverhältnissen ab. Besonders in Hochregallagern lohnt sich deshalb die Kombination aus Staplerterminal und einem leistungsfähigen Lager-MDE-Gerät.
Wareneingang und Einlagerung ohne Medienbrüche
Besonders deutlich werden die Vorteile kombinierter Hardware im Wareneingang. Dort müssen angelieferte Waren zunächst identifiziert, kontrolliert und anschließend eingelagert werden.
Ein Lagermitarbeiter erfasst die angelieferte Palette mit einem MDE-Gerät. Die Lagerverwaltungssoftware gleicht die Daten mit dem erwarteten Wareneingang ab und dokumentiert die erfasste Menge.
Anschließend kann ein Einlagerungsauftrag für den Staplerfahrer bereitgestellt werden. Dieser erhält die Informationen auf seinem Fahrzeugterminal und transportiert die Palette zum vorgesehenen Lagerplatz.
Die Bestätigung erfolgt abhängig vom Prozess über das Staplerterminal oder einen angebundenen Scanner. Dadurch werden Warenbewegungen direkt dokumentiert und Bestände im System aktualisiert.
Der entscheidende Vorteil liegt in der gemeinsamen Datenbasis: Informationen müssen nicht mehrfach erfasst oder zwischen getrennten Anwendungen übertragen werden.
Innerbetriebliche Transporte gezielter koordinieren
Auch bei Umlagerungen und Nachschubtransporten profitieren Unternehmen vom Zusammenspiel unterschiedlicher Endgeräte.
Wird beispielsweise im Kommissionierbereich eine Nachschubanforderung ausgelöst, kann die Lagerverwaltungssoftware daraus einen Transportauftrag erzeugen. Der Staplerfahrer erhält diesen auf seinem Fahrzeugterminal und sieht, welche Ladeeinheit an welchen Zielort gebracht werden soll.
Über Barcodebestätigungen lassen sich Entnahme und Übergabe nachvollziehbar dokumentieren. Dadurch können Fehltransporte reduziert und Bestandsbewegungen transparenter gestaltet werden.
Besonders in größeren Lagerstandorten mit mehreren Staplern und zahlreichen parallelen Transportaufträgen ist eine zentrale Auftragssteuerung sinnvoll. Sie ermöglicht es, Transportaufgaben zu priorisieren und den Bearbeitungsstatus einzelner Aufträge nachzuvollziehen.
Kommissionierung und Nachschub miteinander verbinden
Ein weiterer Vorteil entsteht, wenn Staplerterminals und MDE-Geräte innerhalb derselben Softwareumgebung arbeiten.
Während Kommissionierer mit mobilen Geräten Artikel entnehmen und Aufträge bestätigen, übernehmen Staplerfahrer die Versorgung der Kommissionierplätze mit Nachschub.
Sinkt der verfügbare Bestand an einem Pickplatz unter einen definierten Wert, kann die Software eine Nachschubanforderung erzeugen. Diese wird anschließend als Transportauftrag auf dem Staplerterminal bereitgestellt.
Nach der bestätigten Umlagerung stehen die aktualisierten Bestandsinformationen auch den Kommissionierern zur Verfügung. So lassen sich Nachschubprozesse besser mit der laufenden Auftragsbearbeitung abstimmen.
Worauf Unternehmen bei der technischen Integration achten sollten
Damit Staplerterminals und MDE-Geräte zuverlässig zusammenarbeiten, müssen sie in die vorhandene IT-Infrastruktur integriert werden.
Eine stabile WLAN-Abdeckung ist dabei besonders wichtig. Gerade in Hochregallagern können Metallregale, Warenbestände und große Entfernungen die Funkverbindung beeinflussen.
Zusätzlich müssen Betriebssysteme, Anwendungen und Schnittstellen aufeinander abgestimmt sein. Auch die Stromversorgung der Staplerterminals und die Akkulaufzeit mobiler Geräte sollten frühzeitig berücksichtigt werden.
Bei größeren Geräteflotten erleichtert ein Mobile Device Management die zentrale Konfiguration, Softwareverteilung und technische Betreuung. Dadurch lassen sich unterschiedliche Geräteklassen einheitlicher verwalten.
COSYS unterstützt Unternehmen bei der Auswahl MDE-Geräte. Mit der COSYS Lagerverwaltungssoftware und der COSYS Intralogistik Plattform lassen sich Lagerprozesse, Kommissionierung und innerbetriebliche Transporte digital miteinander verbinden. Ergänzend bietet COSYS passende Hardware, Mobile Device Management sowie professionelle Reparatur- und Hardwareservices.
FAQ
Ja, sofern die Geräte für den jeweiligen Temperaturbereich zugelassen sind. Für Kühl- und Tiefkühllager gibt es spezielle Ausführungen, die beispielsweise mit geeigneten Heiz- und Schutzfunktionen ausgestattet sein können.
Grundsätzlich ja. Voraussetzung sind geeignete Montagemöglichkeiten, eine kompatible Stromversorgung und ausreichend Platz für eine sichere Bedienung ohne Einschränkung der Sicht.
Ja. Über individuelle Benutzeranmeldungen können unterschiedliche Mitarbeiter auf dasselbe Gerät zugreifen. Die Software sollte dabei Benutzerrechte und eine nachvollziehbare Zuordnung der Buchungen unterstützen.
Das hängt von der eingesetzten Software ab. Anwendungen mit Offline-Funktionen können bestimmte Daten zwischenspeichern und später synchronisieren. Ohne entsprechende Funktionen können Arbeitsabläufe vorübergehend eingeschränkt sein.
Viele Fahrzeugterminals unterstützen externe Scanner über USB, Bluetooth oder andere Schnittstellen. Die tatsächliche Kompatibilität hängt vom Terminalmodell, dem Scanner und der verwendeten Software ab.
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