PPWR in der Intralogistik
Warum Verpackungen plötzlich Datenobjekte werden und was es zu beachten gilt.
Die europäische Verpackungsverordnung PPWR bringt neue Anforderungen für Unternehmen in Industrie, Handel und Logistik. Ziel der Regulation ist es, Verpackungen nachhaltiger zu gestalten, Recyclingquoten zu erhöhen und den Einsatz von Mehrwegverpackungen deutlich auszuweiten. Während viele Unternehmen zunächst an Produktion oder Produktdesign denken, rückt in der Praxis ein anderer Bereich immer stärker in den Fokus: die Lagerlogistik.
2026-03-13Denn Verpackungen bewegen sich vor allem durch Lager, Umschlagzentren und Distributionsnetzwerke. Genau hier entstehen Daten über Verpackungen, ihre Nutzung und ihre Bewegungen entlang der Lieferkette.
Mit der PPWR werden Verpackungen zunehmend zu digitalen Informationsträgern. Unternehmen müssen künftig nachvollziehen können, welche Verpackungen im Umlauf sind, wie oft sie verwendet wurden und welche Materialien enthalten sind. Auch auf der LogiMAT 2026 wird deutlich werden, dass Verpackungsmanagement künftig stärker digital gedacht werden muss. Für die Lagerlogistik bedeutet das eine neue Aufgabe: Verpackungen werden zu Datenobjekten, die genauso verwaltet werden müssen wie Warenbestände.
Was die PPWR für Verpackungen verändert
Die PPWR verfolgt mehrere zentrale Ziele. Verpackungen sollen stärker standardisiert werden, besser recycelbar sein und häufiger wiederverwendet werden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Transparenz entlang der gesamten Lieferkette.
Unternehmen müssen künftig unter anderem nachweisen können
- aus welchen Materialien Verpackungen bestehen
- wie oft Mehrwegverpackungen eingesetzt werden
- wie Verpackungen recycelt werden können
- welche Mengen im Umlauf sind
Diese Informationen entstehen nicht nur in der Produktion. Ein großer Teil dieser Daten entsteht während Lagerung, Transport und Umschlag von Waren.
Verpackungen werden zu digitalen Datenpunkten
In der klassischen Logistik werden vor allem Produkte digital erfasst. Barcodes oder RFID Kennzeichnungen beziehen sich meist auf Artikel oder Transporteinheiten.
Mit der PPWR rückt jedoch die Verpackung selbst in den Fokus. Transportboxen, Versandkartons, Mehrwegbehälter oder Paletten müssen künftig ebenfalls eindeutig identifizierbar sein.
Das bedeutet, dass Verpackungen mit digitalen Identifikatoren versehen werden müssen. Über Barcode, QR Code oder RFID lassen sich Verpackungen erfassen und ihre Bewegungen im Lager dokumentieren.
Damit wird jede Verpackung zu einem digitalen Datenpunkt im Logistiksystem.
Neue Aufgaben für die Lagerlogistik
Die Lagerlogistik spielt eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der PPWR Anforderungen. Verpackungen werden hier nicht nur gelagert, sondern auch verteilt, zurückgeführt und erneut eingesetzt.
Dadurch entstehen neue Anforderungen an Lagerprozesse.
Beim Wareneingang müssen Verpackungen erfasst und identifiziert werden. Im Lager müssen Mehrwegverpackungen verwaltet und nachverfolgt werden. Beim Versand müssen Verpackungsarten dokumentiert werden.
Auch die Rückführung von Mehrwegverpackungen wird wichtiger. Unternehmen müssen nachvollziehen können, wo sich Verpackungen befinden und wann sie wieder im Umlauf eingesetzt werden können.
Ohne digitale Prozesse wird diese Transparenz kaum möglich sein.
Digitalisierung als Schlüssel zur PPWR Umsetzung
Um die Anforderungen der PPWR effizient umzusetzen, müssen Unternehmen ihre Verpackungsprozesse digitalisieren.
Dabei spielen mehrere Technologien eine wichtige Rolle. Barcode Scanning ermöglicht die schnelle Erfassung von Verpackungen im Lager. RFID Systeme erlauben eine automatisierte Identifikation von Transportbehältern oder Paletten. Mobile Datenerfassungsgeräte unterstützen Mitarbeiter bei der Dokumentation von Verpackungsbewegungen.
In Kombination mit moderner Intralogistik Software lassen sich Verpackungen genauso verwalten wie Artikelbestände.
So entsteht eine transparente Übersicht über Verpackungen im Umlauf.
Chancen für Unternehmen
Auch wenn die PPWR zunächst als regulatorische Herausforderung wirkt, bietet sie Unternehmen neue Möglichkeiten.
Digitale Verpackungsdaten ermöglichen eine bessere Steuerung von Mehrwegverpackungen. Unternehmen können Umlaufmengen analysieren und ihre Verpackungslogistik effizienter planen.
Auch Nachhaltigkeitsstrategien profitieren von dieser Transparenz. Unternehmen können genauer nachvollziehen, welche Verpackungen eingesetzt werden und wie sich Materialverbräuche reduzieren lassen.
Langfristig entstehen dadurch effizientere und nachhaltigere Logistikprozesse.
Fazit
Die PPWR verändert nicht nur Verpackungsdesign oder Recyclingquoten. Sie verändert auch die Rolle der Verpackung in der Logistik.
Verpackungen werden künftig nicht mehr nur als Transportmittel betrachtet, sondern als digitale Informationsträger. Die Lagerlogistik wird damit zu einem zentralen Ort für Verpackungsdaten und deren Verwaltung.
Unternehmen, die ihre Verpackungsprozesse frühzeitig digitalisieren, können die Anforderungen der PPWR effizient umsetzen und gleichzeitig ihre Logistikprozesse transparenter gestalten.
Mit der COSYS Intralogistik Software lassen sich Verpackungen, Transportbehälter und Mehrwegboxen digital erfassen und verfolgen. Durch Barcode Scanning oder RFID können Verpackungen im Lager eindeutig identifiziert und ihre Bewegungen dokumentiert werden. Unternehmen erhalten dadurch Transparenz über Verpackungsbestände, Umlaufmengen und Rückführungen und können die Anforderungen der PPWR effizient in ihre Logistikprozesse integrieren.
FAQ
Die PPWR verlangt mehr Transparenz über Verpackungen, ihre Materialien und ihre Nutzung entlang der gesamten Lieferkette.
Unternehmen müssen künftig nachvollziehen können, welche Verpackungen im Umlauf sind und wie oft sie verwendet werden.
Lager sind zentrale Umschlagpunkte für Waren und Verpackungen und damit wichtige Orte für die Erfassung von Verpackungsdaten.
Über Technologien wie Barcode, QR Code oder RFID lassen sich Verpackungen eindeutig identifizieren und verfolgen.
Mehr Transparenz, effizientere Mehrwegkreisläufe und bessere Kontrolle über Verpackungsbestände.
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