Welche MDE-Geräte eignen sich für ein Produktionslager?
So finden Produktionsunternehmen die passende mobile Hardware für Materialfluss und Bestandsmanagement.
Im Produktionslager müssen Materialbewegungen schnell und zuverlässig erfasst werden. Rohstoffe und Komponenten treffen ein, werden eingelagert, für Fertigungsaufträge bereitgestellt, zwischen Lagerplätzen umgelagert oder an die Produktion ausgegeben. Bleibt eine dieser Bewegungen undokumentiert, stimmen physischer Bestand und Systembestand schnell nicht mehr überein.
2026-10-05Das passende MDE-Gerät für ein Produktionslager hängt deshalb nicht allein von der Lagergröße ab. Entscheidend sind Scanvolumen, Arbeitsumgebung, Entfernungen zu den Barcodes und die Häufigkeit der Nutzung. Ein kompaktes Full-Touch-Gerät kann für ein kleines Produktionslager ausreichen, während bei intensivem Mehrschichtbetrieb robuste Warehouse-MDEs sinnvoller werden.
Kompakte Produktionslager benötigen nicht automatisch schwere Warehouse-Geräte
In kleineren Produktionsunternehmen befinden sich Materiallager und Fertigung häufig nah beieinander. Mitarbeiter erfassen Wareneingänge, lagern Komponenten ein und buchen Materialentnahmen für die Produktion. Die Barcodes an Behältern, Artikeln und Lagerplätzen sind meist direkt erreichbar.
Für dieses Szenario ist beispielsweise der neue Zebra TC201 interessant. Das Full-Touch-MDE besitzt ein 6 Zoll großes Full-HD+-Display und wiegt mit Standardakku rund 245 Gramm. Je nach Variante stehen ein Standardakku mit 3.800 mAh oder eine erweiterte Ausführung mit 5.200 mAh zur Verfügung. WLAN unterstützt das Gerät bis Wi-Fi 7.
Trotz der kompakten Bauweise erfüllt der TC201 IP65 und IP68 und ist für den professionellen Einsatz ausgelegt. Zebra sieht für das Modell zudem Android-Unterstützung bis Android 19 vor. Das macht das Gerät besonders interessant, wenn ein Produktionsunternehmen eine moderne Full-Touch-Plattform mit langfristiger Nutzungsperspektive sucht.
Unterschiedliche Scanentfernungen verlangen nach mehr Flexibilität
In einem mittelgroßen Produktionslager werden die Wege länger und die Lagerstrukturen heterogener. Neben Artikelbarcodes direkt am Material müssen möglicherweise Behälter, Paletten oder Lagerplätze aus unterschiedlichen Entfernungen erfasst werden.
Hier bietet sich beispielsweise der Honeywell CT32 an. Das 6 Zoll große Full-Touch-MDE kann mit der S0703 Standard Range oder der S0803 FlexRange Scanengine ausgestattet werden. Honeywell gibt für die FlexRange Variante eine Erfassung geeigneter Barcodes aus Entfernungen von bis zu 10,8 Metern an. Die tatsächlich erreichbare Distanz hängt vom Barcode und den jeweiligen Bedingungen ab.
Mit 269 Gramm bleibt das Gerät vergleichsweise kompakt. Gleichzeitig erfüllt es IP65 und IP68 und übersteht laut Honeywell mehrfache Stürze aus 1,5 Metern auf Beton ohne zusätzlichen Schutzrahmen. Der austauschbare Akku verfügt über 4.500 mAh.
Damit eignet sich diese Geräteklasse beispielsweise für Produktionsunternehmen, in denen Mitarbeiter regelmäßig zwischen Wareneingang, Materiallager und Bereitstellflächen wechseln.
Bei hoher Scanfrequenz wird ein Warehouse-MDE interessant
In größeren Produktionslagern wird mobile Datenerfassung zum dauerhaften Arbeitsprozess. Mitarbeiter buchen über eine Schicht hinweg Wareneingänge, Einlagerungen, Materialbereitstellungen, Umlagerungen und Rücklagerungen. Dabei können physische Tasten gegenüber einer reinen Touchbedienung Vorteile bieten.
Der Datalogic Skorpio X5 ist genau für solche intensiveren Einsatzbereiche konzipiert. Datalogic bietet das Gerät als Handheld oder mit Pistolengriff sowie mit unterschiedlichen Tastaturbelegungen an. Auch bei der Scanengine kann zwischen Standard Range, Mid Range und einer Extra Long Range Variante gewählt werden. Datalogic nennt die fertigende Industrie ausdrücklich als vorgesehenen Einsatzbereich.
Mit IP65 und einer spezifizierten Sturzfestigkeit von 1,8 Metern ist der Skorpio X5 zudem auf anspruchsvollere Arbeitsumgebungen ausgelegt. Die verschiedenen Bauformen machen ihn besonders interessant, wenn viele Scanvorgänge anfallen und die Hardware stärker an einen konkreten Arbeitsplatz angepasst werden soll.
Das MDE muss zum Materialfluss passen
Die Unternehmensgröße liefert damit nur eine erste Orientierung. Entscheidend ist der tatsächliche Materialfluss. Werden Kleinteile in Fachbodenregalen aus unmittelbarer Nähe erfasst, kann ein kompaktes Full-Touch-MDE vollkommen ausreichen. Müssen zusätzlich Paletten und höher angebrachte Lagerplatzcodes gelesen werden, gewinnt die Scanreichweite an Bedeutung. Bei mehreren hundert oder tausend Scanvorgängen pro Schicht können wiederum Pistolengriff, physische Tasten und ein wechselbarer Akku wichtiger werden.
Auch die Arbeitsbedingungen sollten berücksichtigt werden. Staub, wechselnde Temperaturen, Handschuhe und das Risiko von Stürzen stellen in einem Produktionslager andere Anforderungen als eine saubere Büroumgebung. Das beste MDE ist deshalb nicht das Gerät mit der umfangreichsten Ausstattung, sondern dasjenige, dessen Bauform und Scanleistung zum tatsächlichen Lagerprozess passen.
Digitale Buchungen verhindern Bestandslücken zwischen Lager und Produktion
Die Hardware allein sorgt allerdings noch nicht für transparente Bestände. Entscheidend ist, dass Materialbewegungen unmittelbar digital gebucht werden.
Mit einer mobilen Lagerverwaltungssoftware können Mitarbeiter beispielsweise einen Lagerplatz scannen, Material entnehmen und die Menge direkt verbuchen. Auch Wareneingänge, Einlagerungen, Umlagerungen und Rücklagerungen aus der Produktion lassen sich mobil dokumentieren. Dadurch werden Materialbewegungen dort erfasst, wo sie tatsächlich stattfinden.
Bei COSYS erhalten Produktionsunternehmen dafür sowohl passende MDE-Geräte verschiedener Hersteller als auch die zugehörige Lagerverwaltungssoftware. Die Hardware kann vorkonfiguriert und mit den benötigten Anwendungen ausgestattet ausgeliefert werden, sodass die Geräte direkt für die vorgesehenen Lagerprozesse bereitstehen.
Mit der COSYS Lagerverwaltungssoftware lassen sich Bestände und Materialbewegungen zwischen Wareneingang, Lager und Produktion mobil erfassen. Über die COSYS MDE-Services können passende Geräte einsatzbereit vorbereitet und anschließend mit COSYS MDM zentral verwaltet werden.
FAQ
Das hängt vom jeweiligen Display und den verwendeten Handschuhen ab. Bei Arbeitsplätzen mit dauerhafter Handschuhnutzung sollte die Bedienbarkeit deshalb vor der Geräteentscheidung praktisch getestet werden.
Ja. Bei Mehrschichtbetrieb sollte jedoch besonders auf Akkukapazität, Wechselakkus und Ladeinfrastruktur geachtet werden. Geräte müssen zum Schichtwechsel zuverlässig verfügbar sein.
Grundsätzlich ja. Sind entsprechende Softwaremodule vorhanden, kann dasselbe Gerät beispielsweise Material im Lager erfassen und anschließend Übergaben oder Rücklieferungen an der Produktion dokumentieren.
In weitläufigen Produktionsgebäuden sind stabile Verbindungen und zuverlässiges Roaming zwischen Access Points wichtig. Deshalb sollte neben dem MDE auch die vorhandene WLAN-Infrastruktur unter realen Bedingungen geprüft werden.
Vor allem bei sehr hoher Scanfrequenz kann ein Pistolengriff ergonomischer sein. Bei wechselnden Tätigkeiten und häufigen Touch-Eingaben ist dagegen eine klassische Full-Touch-Bauform häufig flexibler.
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