Wie lassen sich Fehler beim Kommissionieren vermeiden?
Präzise Kommissionierung als Grundlage für reibungslose Lager- und Versandprozesse.
Eine fehlerfreie Kommissionierung ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren in der Lagerlogistik. Ob E-Commerce, Großhandel, Ersatzteilversorgung oder Produktionslogistik - jede falsch zusammengestellte Bestellung verursacht zusätzlichen Aufwand, verzögert den Versand und beeinträchtigt die Kundenzufriedenheit. Gleichzeitig entstehen Kosten durch Retouren, Nachlieferungen und die erneute Bearbeitung des Auftrags. Bereits geringe Fehlerquoten können sich bei hohen Auftragszahlen erheblich auf die Wirtschaftlichkeit auswirken.
2026-07-23Kommissionierfehler entstehen dabei selten zufällig. Häufig sind unklare Lagerstrukturen, fehlende Bestandsaktualität oder manuelle Arbeitsabläufe die eigentlichen Ursachen. Unternehmen, die Lagerverwaltung, Kommissionierung und Versand als zusammenhängenden Prozess betrachten, können Fehler nachhaltig reduzieren und ihre gesamte Auftragsabwicklung effizienter gestalten.
Warum passieren Kommissionierfehler?
Kommissionierfehler entstehen häufig bereits vor dem eigentlichen Pickvorgang. Stimmen Lagerbestände nicht, wurden Artikel falsch eingelagert oder fehlen eindeutige Lagerplatzkennzeichnungen, suchen Mitarbeiter unter Zeitdruck nach der richtigen Ware. Dadurch steigt das Risiko, einen optisch ähnlichen Artikel oder die falsche Variante zu entnehmen.
Besonders kritisch wird dies bei Sortimenten mit vielen ähnlichen Produkten, unterschiedlichen Größen, Farben oder technischen Ausführungen. Auch saisonale Spitzen im Versandgeschäft erhöhen die Fehlerquote, wenn neue Mitarbeiter kurzfristig eingearbeitet werden oder das Auftragsvolumen stark ansteigt.
Eine fehlerfreie Kommissionierung beginnt daher nicht erst beim Greifen der Ware, sondern bereits mit einer strukturierten Lagerorganisation und aktuellen Bestandsdaten.
Eine strukturierte Lagerverwaltung bildet die Basis
Die Qualität der Kommissionierung hängt unmittelbar von der Lagerverwaltung ab. Jeder Artikel benötigt einen eindeutig definierten Lagerplatz und alle Warenbewegungen müssen zuverlässig dokumentiert werden. Nur wenn Lagerbestände aktuell sind und Artikel am richtigen Platz liegen, können Mitarbeiter Aufträge schnell und fehlerfrei bearbeiten.
Ebenso wichtig ist eine durchdachte Lagerstruktur. Häufig benötigte Artikel sollten leicht erreichbar sein, während ähnliche Produkte klar voneinander getrennt gelagert werden. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit, versehentlich den falschen Artikel zu entnehmen.
Unternehmen profitieren zusätzlich von einer regelmäßigen Überprüfung ihrer Lagerstruktur. Sortimente verändern sich kontinuierlich und auch die Anordnung der Lagerplätze sollte an neue Anforderungen angepasst werden.
Mobile Datenerfassung reduziert Eingabefehler
Ein wesentlicher Schritt zur Fehlervermeidung ist die mobile Datenerfassung. Statt Artikelnummern manuell mit dem Lieferschein oder einer Pickliste zu vergleichen, werden Artikel und Lagerplätze direkt per Barcode mit einem MDE-Gerät erfasst.
Das System überprüft sofort, ob der richtige Artikel in der richtigen Menge entnommen wurde. Fehler werden unmittelbar erkannt, bevor sie den Versand erreichen. Gleichzeitig entfällt die manuelle Übertragung von Informationen, wodurch Eingabefehler und Medienbrüche vermieden werden.
Besonders bei großen Auftragsvolumen oder komplexen Sortimenten sorgt diese automatische Plausibilitätsprüfung für eine deutlich höhere Prozesssicherheit.
Lagerverwaltung, Kommissionierung und Versand müssen zusammenarbeiten
In vielen Unternehmen werden diese drei Bereiche noch getrennt betrachtet. Tatsächlich bilden sie jedoch einen durchgängigen Prozess. Die Lagerverwaltung stellt aktuelle Bestandsdaten bereit, die Kommissionierung entnimmt die Ware und der Versand übernimmt die finale Kontrolle sowie den Versand an den Kunden.
Fehlt die Verbindung zwischen diesen Prozessen, entstehen Informationslücken. Bestände stimmen nicht mehr, Versandmitarbeiter entdecken Fehler erst beim Verpacken oder Kunden erhalten unvollständige Lieferungen. Werden dagegen alle Prozessschritte in einem gemeinsamen System abgebildet, stehen jederzeit aktuelle Informationen zur Verfügung. Dadurch lassen sich Fehler bereits während der Kommissionierung erkennen und nicht erst nach der Auslieferung.
Standardisierte Abläufe schaffen gleichbleibende Qualität
Neben der technischen Unterstützung spielen klar definierte Arbeitsabläufe eine entscheidende Rolle. Jeder Mitarbeiter sollte nach denselben Prozessschritten arbeiten. Dazu gehören eindeutige Pickreihenfolgen, feste Prüfmechanismen und verbindliche Regeln für den Umgang mit Abweichungen.
Gerade in Zeiten hoher Auslastung sorgen standardisierte Prozesse dafür, dass auch neue Mitarbeiter schnell produktiv arbeiten können. Gleichzeitig sinkt die Abhängigkeit vom Erfahrungswissen einzelner Personen.
Regelmäßige Auswertungen der Fehlerursachen helfen zusätzlich dabei, Prozesse kontinuierlich zu verbessern. Häufen sich Fehler bei bestimmten Artikeln oder Lagerplätzen, können gezielt organisatorische Maßnahmen ergriffen werden.
Fehlerfreie Kommissionierung verbessert den gesamten Versandprozess
Jeder vermiedene Kommissionierfehler spart Zeit und Kosten im Versand. Falschlieferungen müssen nicht retourniert, neu verpackt oder erneut versendet werden. Gleichzeitig steigt die Lieferqualität und Kunden erhalten ihre Bestellungen vollständig und pünktlich.
Auch intern entstehen Vorteile. Versandmitarbeiter müssen weniger Nachkontrollen durchführen, der Kundenservice bearbeitet weniger Reklamationen und Einkauf sowie Lager profitieren von zuverlässigeren Bestandsdaten. Eine fehlerarme Kommissionierung wirkt sich somit auf die gesamte Supply Chain aus.
Fazit: Fehler vermeiden beginnt lange vor dem Versand
Kommissionierfehler sind selten das Ergebnis einzelner Unachtsamkeiten. Meist entstehen sie durch unstrukturierte Lagerprozesse, fehlende Transparenz oder manuelle Arbeitsabläufe. Unternehmen, die Lagerverwaltung, Kommissionierung und Versand als durchgängigen Prozess organisieren, schaffen die Grundlage für eine deutlich höhere Prozesssicherheit.
Mit klaren Lagerstrukturen, mobilen MDE-Geräten, aktuellen Bestandsdaten und standardisierten Arbeitsabläufen lassen sich Fehlerquoten nachhaltig reduzieren. Davon profitieren nicht nur Lager und Versand, sondern auch Kunden, Einkauf und letztlich die gesamte Wirtschaftlichkeit des Unternehmens.
Mit den COSYS Lösungen für Lagerverwaltung, Kommissionierung und Versand lassen sich alle Prozessschritte in einem durchgängigen System abbilden. Von der digitalen Lagerverwaltung über die mobile Kommissionierung mit MDE-Geräten bis zur Versandabwicklung stehen jederzeit aktuelle Bestands- und Auftragsdaten zur Verfügung. Dadurch werden Fehler frühzeitig erkannt und die gesamte Auftragsabwicklung effizienter gestaltet.
FAQ
Das hängt von Sortiment, Auftragsstruktur und Lagergröße ab. Häufig kommen Einzel-, Serien-, Batch- oder Multi-Order-Kommissionierung zum Einsatz.
Eine eindeutige Lagerplatzverwaltung sorgt dafür, dass Mitarbeiter Artikel schnell finden und Verwechslungen vermieden werden.
Eine hundertprozentige Fehlerfreiheit ist in der Praxis kaum erreichbar. Digitale Prozesse und Barcodekontrollen reduzieren die Fehlerquote jedoch erheblich.
Höhere Auftragszahlen, Zeitdruck und zusätzlich eingesetzte Mitarbeiter erhöhen das Risiko von Fehlgriffen und unvollständigen Aufträgen.
Wichtige Kennzahlen sind unter anderem die Pickgenauigkeit, die Fehlerquote je Auftrag, die Kommissionierleistung pro Stunde, Retouren aufgrund von Falschlieferungen sowie die durchschnittliche Bearbeitungszeit eines Auftrags.
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