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Wie viel Scanreichweite braucht ein Inventurscanner?

Warum Lagerhöhe, Barcodegröße und Inventurablauf über die richtige Scanengine entscheiden.

Ein Barcode befindet sich direkt am Fachboden, der nächste auf einem Karton in mehreren Metern Höhe. Müssen Mitarbeiter für die Inventur jedes Mal eine Leiter holen oder Ware bewegen, kostet das Zeit und kann zum Sicherheitsrisiko werden. Doch braucht deshalb jedes Unternehmen einen Inventurscanner mit möglichst großer Scanreichweite?

2026-10-02

Long-Range-Scanner bei der Inventur.
Long-Range-Scanner erleichtern die Inventur bei schwer erreichbaren Barcodes im Hochregal.

Nein. Die benötigte Scanreichweite hängt davon ab, aus welcher Entfernung Barcodes während der Inventur tatsächlich erfasst werden müssen. Neben der Entfernung spielen Barcodegröße, Druckqualität, Scanwinkel und Lagerstruktur eine wichtige Rolle. Ein passender Scanner sollte deshalb nach dem konkreten Inventurszenario ausgewählt werden.

Was bedeutet Scanreichweite bei einem Inventurscanner?

Die Scanreichweite beschreibt den Entfernungsbereich, innerhalb dessen ein Scanner einen Barcode zuverlässig erfassen kann. Dabei gibt es nicht die eine feste Reichweite eines Geräts.

Wie weit ein Barcode gelesen werden kann, hängt unter anderem von der Scanengine und vom Barcode selbst ab. Große, sauber gedruckte Codes können aus größerer Entfernung lesbar sein als kleine oder schlecht gedruckte Barcodes. Auch beschädigte, verschmutzte oder kontrastarme Etiketten erschweren die Erfassung.

Die vom Hersteller angegebene maximale Reichweite sollte deshalb nicht mit einer garantierten Lesedistanz für jeden Barcode verwechselt werden.

Standard Range oder Extended Range?

Für viele Inventuren reicht eine Standard-Range-Scanengine aus. Sie ist für typische Scanentfernungen ausgelegt, bei denen sich Mitarbeiter unmittelbar vor einem Regal, Artikel oder Lagerplatz befinden. Das trifft beispielsweise auf Inventuren im Einzelhandel, in kleineren Lagern oder bei gut erreichbaren Fachbodenregalen zu.

Anders sieht es in Hochregal- und größeren Logistiklagern aus. Befinden sich Lagerplatz- oder Palettenetiketten mehrere Meter vom Mitarbeiter entfernt, kann eine Extended-Range- beziehungsweise Long-Range-Scanengine sinnvoll sein.

Solche Scanengines sind darauf ausgelegt, geeignete Barcodes auch über größere Distanzen zu erfassen. Mitarbeiter müssen sich dem Barcode dadurch nicht für jeden Scan unmittelbar nähern.

Wann ist große Scanreichweite bei der Inventur sinnvoll?

Besonders relevant wird eine größere Scanreichweite bei hohen Regalen. Befindet sich ein Lagerplatzetikett beispielsweise am oberen Regalbereich, kann ein Long-Range-Scanner die Erfassung vom Boden aus ermöglichen - vorausgesetzt, Barcodegröße, Druckqualität und Scanengine passen zusammen.

Das kann Inventuren erheblich vereinfachen. Leitern, Hubarbeitsbühnen oder unnötige Bewegungen werden für reine Scanvorgänge reduziert. Gleichzeitig können Mitarbeiter mehrere Regalebenen von einer geeigneten Position aus bearbeiten.

Auch bei großen Palettenlagern kann zusätzliche Reichweite hilfreich sein. Entscheidend ist jedoch immer, welcher Barcode aus welcher Entfernung gelesen werden soll. Ein sehr kleiner Artikelbarcode wird nicht automatisch aus mehreren Metern Entfernung zuverlässig lesbar, nur weil das MDE-Gerät über eine Long-Range-Scanengine verfügt.

Warum die Barcodegröße entscheidend ist

Bei der Auswahl eines Inventurscanners wird häufig nur auf die maximale Scanreichweite geschaut. Das greift zu kurz. Für die Lesbarkeit ist die sogenannte Barcode-Dichte entscheidend.

Vereinfacht gilt: Je kleiner und dichter die Strukturen eines Barcodes sind, desto anspruchsvoller wird die Erfassung aus größerer Entfernung. Große Lagerplatz- oder Palettenetiketten eignen sich daher wesentlich besser für Distanzscans als kleine Barcodes auf einzelnen Artikeln.

Für eine geplante Inventur sollte deshalb nicht nur die Lagerhöhe betrachtet werden. Unternehmen sollten prüfen, welche Barcodetypen und Etikettengrößen tatsächlich vorhanden sind und aus welcher Entfernung diese erfasst werden sollen.

Mehr Reichweite ist nicht automatisch besser

Ein Long-Range-Scanner ist nicht grundsätzlich die bessere Wahl. Muss ein Mitarbeiter hauptsächlich Artikel aus kurzer Entfernung erfassen, bringt eine besonders hohe maximale Scanreichweite kaum einen praktischen Vorteil.

Wichtiger ist, dass die Scanengine zum Arbeitsbereich passt und Barcodes schnell und zuverlässig erfasst. Bei großen Inventuren summieren sich schließlich schon kleine Verzögerungen über Tausende Scanvorgänge.

Auch die Zielerfassung spielt bei größeren Entfernungen eine Rolle. Der Mitarbeiter muss eindeutig erkennen können, welchen Barcode er gerade anvisiert. Befinden sich mehrere Etiketten dicht nebeneinander, wird eine präzise Zielerfassung besonders wichtig.

Scanreichweite vor der Inventur praktisch testen

Die Auswahl sollte deshalb möglichst unter realistischen Bedingungen erfolgen. Ein Test mit den tatsächlich eingesetzten Etiketten liefert mehr Informationen als die maximale Reichweitenangabe in einem technischen Datenblatt.

Dabei sollten auch schwierige Situationen berücksichtigt werden: obere Regalebenen, kleine Artikelbarcodes, dicht nebeneinanderliegende Lagerplatzetiketten oder bereits ältere und leicht beschädigte Codes.

So lässt sich vor dem Inventurtag feststellen, ob Standard Range genügt oder eine größere Scanreichweite benötigt wird. Das verhindert, dass ungeeignete Geräte erst während der laufenden Inventur auffallen.

Tipp

Mit dem COSYS Inventurservice erhalten Unternehmen Hardware, Inventursoftware und Support passend zu ihrem Bedarf - zur Miete oder zum Kauf. Auch einzelne Komponenten wie Inventurscanner oder Inventur-Software können separat bereitgestellt werden. Ergänzend helfen Inventur-Analysen, Zählfortschritt, Differenzen und Ergebnisse transparent auszuwerten. So lässt sich die Inventur von der Datenerfassung bis zur Analyse durchgängig digital abbilden. Testen Sie die COSYS Inventursoftware unverbindlich mit den kostenlosen Demo-Apps im Google Play Store oder Apple App Store.



FAQ



Die Scanengine ist nur einer von mehreren Energieverbrauchern eines MDE-Geräts. Displayhelligkeit, WLAN, Mobilfunk, Prozessorlast und die Häufigkeit der Scanvorgänge beeinflussen die Laufzeit ebenfalls. Für lange Inventurschichten sollte daher die Gesamtlaufzeit des Geräts betrachtet werden.

Das hängt von den vorhandenen Codes ab. Moderne 2D-Imager können neben klassischen 1D-Barcodes auch 2D-Codes wie DataMatrix oder QR-Codes erfassen und bieten Unternehmen dadurch mehr Flexibilität bei unterschiedlichen Kennzeichnungen.

Grundsätzlich können Barcodes hinter transparenter Folie lesbar sein. Reflexionen, Falten, Verschmutzungen oder mehrere Folienschichten können die Erkennung jedoch beeinträchtigen. Gerade bei eingeschweißten Paletten sollte dies vor der Inventur getestet werden.

Die benötigte Gerätezahl richtet sich unter anderem nach Anzahl der Inventurmitarbeiter, Größe und Aufteilung der Inventurbereiche sowie dem verfügbaren Zeitfenster. Zusätzlich können Reservegeräte sinnvoll sein, damit ein technischer Defekt die Zählung nicht unterbricht.

Wer Geräte ausschließlich für eine jährliche oder stichtagsbezogene Inventur benötigt, kann mit Mietgeräten Investitions- und Lagerkosten vermeiden. Bei regelmäßiger Nutzung über die Inventur hinaus kann dagegen der Kauf wirtschaftlicher sein.

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