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Zebra TC201 im Fokus: Was bietet der Nachfolger der TC-Serie?

Mit Wi-Fi 7, 5G Release 17, neuen Scanoptionen und mehr Leistungsreserven modernisiert Zebra seine kompakte TC2x-Geräteklasse deutlich.

Mit dem Zebra TC201 erhält die bekannte TC2x-Serie eine neue Gerätegeneration. Zebra positioniert den Mobile Computer als wirtschaftliche Plattform für Frontline-Prozesse und nennt den TC201 ausdrücklich als Nachfolger beziehungsweise nächste Generation der TC2x-Serie. Verglichen wird dabei mit den bisherigen Modellen TC21, TC26, TC22 und TC27.

2026-09-03

Der Zebra TC201 im Einsatz.
Der Zebra TC201 verbindet moderne Datenerfassung mit hoher Leistung und Robustheit für mobile Supply-Chain-Prozesse.

Dabei handelt es sich nicht lediglich um ein technisches Facelift. Die neue Plattform bringt mehr Rechenleistung, Wi-Fi 7, Bluetooth 6 und 5G Release 17 mit. Gleichzeitig erweitert Zebra die Datenerfassung um einen Advanced-Range-Scanner und optional integriertes UHF-RFID. Ein wichtiger Punkt für bestehende TC22- und TC27-Flotten bleibt dennoch erhalten: Zahlreiche vorhandene Akkus und Lade-Cradles können weiterverwendet werden.

Neue Plattform mit deutlich mehr Leistungsreserven

Im Zebra TC201 arbeitet Qualcomms Dragonwing Q-6690 mit bis zu 2,0 GHz. Zebra bietet Konfigurationen mit 6 GB LPDDR5 RAM und 64 GB UFS-2.2-Speicher sowie 8 GB RAM und 128 GB UFS 3.1 an. Eine zugängliche microSD-Karte kann zusätzlich bis zu 2 TB Speicher bereitstellen.

Zebra beziffert den Performancegewinn gegenüber älteren TC2x-Geräten auf mehr als 150 Prozent. Damit soll der TC201 auch mehrere gleichzeitig ausgeführte Anwendungen besser bewältigen können.

Der Leistungszuwachs ist gerade mit Blick auf die Nutzungsdauer einer Geräteflotte relevant. Mobile Prozesse bestehen inzwischen nicht mehr zwangsläufig nur aus Barcode und Mengenfeld. Anwendungen können Kamerafunktionen, Sprachkommunikation, umfangreichere Artikeldaten oder cloudbasierte KI-Funktionen einbeziehen. Letztere nennt Zebra ausdrücklich als Einsatzmöglichkeit der neuen Plattform.

Der TC201 ist damit weiterhin innerhalb der wirtschaftlicheren Zebra-Geräteklasse positioniert, soll technisch aber weniger schnell an Grenzen stoßen als seine Vorgänger.

Vom Standardscan bis zu 30 Metern Reichweite

Besonders deutlich fällt die Weiterentwicklung bei der Barcodeerfassung aus. Statt einer einzigen Scanoption lässt sich der TC201 abhängig vom Arbeitsprozess unterschiedlich konfigurieren.

Der SR500 übernimmt die klassische 1D- und 2D-Erfassung im Standardbereich. Er arbeitet mit gelbem LED-Zielsystem und roter Beleuchtung. Für Prozesse mit wesentlich größeren Distanzen steht dagegen der AC670 Advanced Range Color Scan Engine zur Verfügung. Zebra gibt für diesen eine Scanentfernung von bis zu 30 Metern an. Gleichzeitig kann der AC670 hochauflösende Farbbilder erfassen.

Das verändert den möglichen Einsatzbereich erheblich. Befindet sich ein Barcode beispielsweise auf einer Palette oder einem Lagerplatz außerhalb der direkten Reichweite des Mitarbeiters, muss dieser für die Erfassung nicht zwangsläufig näher herantreten oder eine erhöhte Position erreichen.

Beide Scanengines verfügen laut Zebra außerdem über eine verbesserte 2D-Barcodesuche, hohe Bewegungstoleranz und sind für unterschiedliche Lichtbedingungen bis hin zu hellem Sonnenlicht ausgelegt. Für Prozesse mit nur gelegentlicher Barcodeerfassung existiert sogar eine Ausführung ohne dedizierten Scanner, bei der die integrierte Kamera übernimmt.

RFID wandert direkt in den Mobile Computer

Eine weitere Neuerung ist optional integriertes UHF-RFID. Der TC201 kann damit je nach SKU mehr als 200 RFID-Tags pro Sekunde aus einer Entfernung von bis zu 1,2 Metern lesen. Unterstützt werden unter anderem EPC Class 1 Gen2 und EPC Gen2 V2.

Damit benötigt ein Mitarbeiter für entsprechende RFID-Prozesse nicht zwingend einen zusätzlichen externen RFID-Reader. Denkbar sind beispielsweise Bestandskontrollen oder die Suche nach einzelnen gekennzeichneten Objekten. Zebra integriert dafür auch eine Funktion, die sich ähnlich einem Geigerzähler verhält und den Anwender bei der Lokalisierung eines gesuchten Tags unterstützt.

Wi-Fi 7 und 5G Release 17 modernisieren die Funktechnik

Auch bei der Konnektivität vollzieht Zebra einen deutlichen Generationswechsel. Der TC201 unterstützt Wi-Fi 7 über 2,4, 5 und 6 GHz sowie 2x2 MU-MIMO und Multi-Link Operation. Für den Wechsel zwischen Access Points werden unter anderem 802.11r Fast BSS Transition und weitere Fast-Roaming-Verfahren unterstützt.

Hinzu kommen Bluetooth 6 sowie bei den entsprechenden WWAN-Modellen 5G NR Sub-6 nach Release 17. Zebra unterstützt außerdem private Mobilfunknetze.

Für große Geräteflotten ist das mehr als eine Frage maximaler Datenraten. Mobile Computer bewegen sich während einer Schicht häufig zwischen unterschiedlichen Funkzellen. Verbindungsabbrüche beim Wechsel des Access Points können direkt Arbeitsprozesse unterbrechen. Gleichzeitig erweitert Private 5G die Möglichkeiten für große Betriebsflächen, auf denen eine durchgängige WLAN-Infrastruktur aufwendig wäre.

6 Zoll bleiben kompakt, die Robustheit steigt

Trotz der neuen Plattform bleibt Zebra beim Smartphone-orientierten Aufbau der TC2x-Serie. Der TC201 misst 165 × 77,95 × 12,5 Millimeter und wiegt mit Standardakku 245 Gramm. Das 6 Zoll große FHD+-Display bietet 2160 × 1080 Pixel und 450 Nits. Display und Scannerfenster werden durch Corning Gorilla Glass geschützt.

Bei der Robustheit legt die neue Generation dagegen zu. Zebra bezeichnet den TC201 als bislang robustestes Modell der TC2-Serie. Das Gerät erfüllt IP65 und IP68 und übersteht laut Spezifikation Stürze aus 1,53 Metern auf Beton. Bei Raumtemperatur werden 1,83 Meter angegeben. Mit Rugged Boot erhöht sich die spezifizierte Fallhöhe unter bestimmten Bedingungen sogar auf bis zu 2,13 Meter.

Auch der Temperaturbereich wurde erweitert. Der TC201 kann bei Temperaturen bis minus 20 Grad Celsius betrieben werden und eignet sich dadurch besser für Arbeitsbereiche, in denen ältere Geräte der Serie an ihre Umgebungsgrenzen geraten konnten.

Wechselakku und Hot Swap für längere Einsatzzeiten

Beim Energiemanagement bleibt Zebra dem professionellen MDE-Konzept treu. Der Standardakku besitzt 3.800 mAh, alternativ steht ein 5.200-mAh-Akku zur Verfügung. Beide sind vom Anwender austauschbar. Ausgewählte Varianten unterstützen zusätzlich Hot Swap, sodass der Akku gewechselt werden kann, ohne den laufenden Arbeitsprozess durch einen vollständigen Neustart des Geräts zu unterbrechen.

Gerade für Mehrschichtbetrieb ist das relevant. Statt Geräte während der Schicht aus dem Umlauf nehmen zu müssen, können geladene Akkus vorgehalten und ausgetauscht werden.

Für Unternehmen, die bereits TC22 oder TC27 einsetzen, kommt ein weiterer wirtschaftlicher Faktor hinzu: Zebra hat den TC201 mit zahlreichen vorhandenen Akkus und Lade-Cradles rückwärtskompatibel gestaltet. Eine Migration auf die neue Generation erfordert deshalb nicht automatisch den vollständigen Austausch der bestehenden Ladeinfrastruktur.

Der TC201 ist mehr als ein klassischer TC22-Nachfolger

Der Zebra TC201 übernimmt das kompakte Grundkonzept der TC2x-Serie, erweitert dessen Einsatzspektrum aber deutlich. Der stärkere Prozessor und größere Arbeitsspeicher schaffen Reserven für anspruchsvollere Anwendungen. Wi-Fi 7, Bluetooth 6 und 5G Release 17 modernisieren die Kommunikation, während AC670 und optionales UHF-RFID neue Möglichkeiten bei der Datenerfassung eröffnen.

Zebra selbst nennt entsprechend ein breites Einsatzfeld. Im Handel reichen die vorgesehenen Prozesse von Bestandskontrolle und Kommissionierung über Wareneingang und Nachschub bis Click & Collect. Für Transport und Logistik werden unter anderem Zustellung, Asset Tracking und Routenprozesse genannt. Im Lager und in der leichten Fertigung gehören Picking, Einlagerung, Versand, Wareneingang und Bestandsführung zu den vorgesehenen Anwendungen.

Damit bleibt der TC201 zwar ein wirtschaftlich positionierter Mobile Computer. Technisch rückt die neue Generation jedoch deutlich über das hinaus, was die früheren TC2x-Modelle ursprünglich als Einstiegsgeräte abdeckten.

Tipp

Der Zebra TC201 lässt sich mit der COSYS Supply Chain Management Software für durchgängige mobile Prozesse entlang der Supply Chain einsetzen, von Warenbewegungen und Beständen bis zu Transport- und Asset-Prozessen. Das COSYS MDM unterstützt die zentrale Verwaltung und Analyse größerer TC201-Flotten, während die COSYS MDE-Services Beschaffung, Einrichtung, Reparatur und Lifecycle Management abdecken.



FAQ



Der TC201 verfügt über eine 16-Megapixel-Hauptkamera mit Autofokus und LED-Blitz sowie eine 5-Megapixel-Frontkamera mit Fixfokus.

Ja. Laut Datenblatt besitzt der TC201 einen physischen SIM-Steckplatz und unterstützt zusätzlich Dual eSIM.

Der integrierte BLE-Beacon kann zusammen mit Zebras Device Guardian zur Lokalisierung verlegter Geräte genutzt werden. Device Guardian ist allerdings eine separat lizenzierte beziehungsweise abonnementpflichtige Funktion.

Die NFC-Ausstattung unterstützt unter anderem EMVCo, Google Wallet, Apple VAS, Google Smart Tap und Host Card Emulation. Dadurch kann der TC201 auch für entsprechende kontaktlose Retail-Prozesse eingesetzt werden.

Ja. Zebra führt den TC201 als Android Enterprise Recommended zertifiziert. Zusätzlich ist das Gerät Google-ARCore-zertifiziert.

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