KI-Agenten im Handel: Sechs von zehn beschäftigen sich damit, einer von zehn nutzt sie und der Anfang liegt nicht an der Kasse
Zwei Zahlen aus dem September beschreiben den Stand ziemlich genau. Rund 60 Prozent der Handelsfachleute beschäftigen sich mit agentischer KI. Elf Prozent setzen konkrete Anwendungen ein.
Das ergab eine Befragung des EHI Retail Institute unter 218 Fachleuten aus zwölf Branchen im Juli und August 2026, veröffentlicht am 10. September. Rund 40 Prozent sehen für sich derzeit keine Relevanz, knapp 45 Prozent haben noch keine Strategie. Nur gut ein Viertel hält Investitionen aktuell für wahrscheinlich, fast zwei Drittel erwarten sie innerhalb von fünf Jahren.
Man kann das als Zögern lesen. Genauer ist: Der Handel wartet nicht ab, er sucht den richtigen Einstieg.
Was die Studie misst
Die Befragung dreht sich um Agentic Commerce, also um Agenten, die für Kundinnen und Kunden suchen, vergleichen und kaufen. Als wichtigste Ziele nennen die Befragten Conversion und Personalisierung, jeweils rund 70 Prozent. Über Filialprozesse sagt die Studie wenig. Das ist kein Mangel, aber eine Grenze, die man kennen sollte, bevor man die elf Prozent auf den gesamten Betrieb überträgt.
Wo Agenten bereits arbeiten
Der am besten dokumentierte Fall im deutschen Handel spielt nämlich an anderer Stelle. Wie CIO.de im Mai 2026 berichtete, setzt Rossmann im Support für seine rund 2.340 deutschen Filialen und 35.000 Beschäftigten KI-Agenten auf einer Serviceplattform ein, die den telefonischen Filial-Support ablösen. Nach Angaben des Berichts stieg die Trefferquote der Antworten von 54 auf 95 Prozent. Für 2026 ist die Ausweitung auf das Aufgabenmanagement der Filialen vorgesehen.
Der Fall ist unspektakulär, und genau das macht ihn aufschlussreich. Der Agent verkauft nichts und spricht mit keinem Kunden. Er beantwortet die Frage einer Filialleiterin, was bei einer defekten Kühltruhe zu tun ist oder wie eine Lieferung reklamiert wird.
Warum der Anfang dort liegt
Dafür gibt es drei Gründe, und keiner davon ist technisch. Interne Fragen wiederholen sich. Was hundert Filialen pro Woche wissen wollen, lässt sich aus vorhandenen Anweisungen beantworten. Das Risiko ist begrenzt: Eine falsche Antwort an eine Mitarbeiterin wird bemerkt und korrigiert, eine falsche Zusage an einen Kunden kostet Geld und Vertrauen. Und der Nutzen ist messbar, weil es vorher ein Ticket und eine Wartezeit gab.
Schwieriger wird es, sobald ein Agent nicht nur Auskunft gibt, sondern handeln soll, also eine Aufgabe anlegt, eine Umlagerung vorschlägt oder eine Bestellung auslöst. Dann braucht er Fakten über den Zustand der Filiale. Wie viel Ware ist tatsächlich da? Ist die Lieferung von heute Morgen schon verbucht? Wurde die Preisänderung von gestern umgesetzt? Ein Sprachmodell kann solche Fragen formulieren und Antworten zusammenfassen. Die Antworten selbst kommen aus den Systemen, in denen Filialprozesse erfasst werden, oder sie kommen gar nicht.
Eine einfache Probe
Wer wissen will, wie weit das eigene Unternehmen von einem handelnden Agenten entfernt ist, kann drei Fragen stellen, die ein Agent stellen würde. Welche Filialen haben die Lieferung von heute noch nicht angenommen? Welche Aufgaben aus dieser Woche sind offen, und seit wann? Wo weicht der gezählte Bestand vom Buchbestand ab? Lassen sich diese Fragen heute aus einem System beantworten, ist die Grundlage vorhanden. Führt die Antwort über Telefonate, Tabellen und eine Rundmail, fehlt nicht die KI, sondern die Erfassung.
Was das für COSYS bedeutet
COSYS bietet keine Antwort auf die Frage, welcher Agent der richtige ist. Der Beitrag liegt eine Ebene darunter. Mit der modularen COSYS Retail Management Software werden Prozesse wie Wareneingang, Umlagerung, Bestandskorrektur, Preisänderung, Aufgaben und Inventur dort mobil erfasst, wo sie stattfinden, und über Schnittstellen an das ERP übergeben. Für COSYS SaaS stellt die Prozessdatenanalyse im WebDesk diese Daten über Standorte und Zeiträume hinweg dar. Das ist keine künstliche Intelligenz. Es ist das, worauf sie sich stützen muss.
Die COSYS Retail Management Software erfasst Filialdaten in Echtzeit. Mit passenden MDE-Geräten und dem COSYS WebDesk digitalisieren Sie Ihre Prozesse lückenlos. So schaffen Sie die optimale Grundlage für den zukünftigen Einsatz von KI-Agenten.
FAQ
Viele Unternehmen zögern, da oft noch keine klare Strategie vorliegt und die notwendige digitale Datenbasis fehlt, um die Systeme mit Echtzeitinformationen aus der Filiale zu versorgen.
Damit Aufgaben wie Umlagerungen oder Bestellungen automatisiert ausgeführt werden können, ist eine absolute Bestandstransparenz sowie Echtzeitdaten zu Wareneingängen und Preisänderungen zwingend erforderlich.
Die COSYS Software digitalisiert die Abläufe direkt auf der Verkaufsfläche. Durch die mobile Datenerfassung werden Bestände und Aufgaben präzise dokumentiert und fehlerfrei an das ERP-System übergeben.
Das COSYS WebDesk bündelt alle mobil erfassten Prozessdaten und macht sie standortübergreifend verfügbar. Es bildet somit das unverzichtbare Fundament für jede fortgeschrittene Prozessdatenanalyse.
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