Wie kann ein WMS Lagerkapazitäten besser auslasten?
Eine optimale Nutzung der vorhandenen Lagerfläche ist für viele Unternehmen eine wichtige Herausforderung. Steigende Artikelvielfalt, schwankende Bestände und begrenzte Lagerflächen können schnell dazu führen, dass Stellplätze knapp werden. Gleichzeitig entstehen durch unübersichtlich organisierte Lagerbereiche längere Wege und zusätzlicher Suchaufwand. Ein Warehouse Management System (WMS) kann dabei unterstützen, vorhandene Lagerkapazitäten besser zu nutzen und die Lagerorganisation gezielt zu optimieren.
Ein WMS verwaltet nicht nur Bestände, sondern kennt auch Lagerplätze, Artikel, Mengen und Warenbewegungen. Auf dieser Grundlage kann das System die Belegung transparenter machen und Mitarbeiter bei der Auswahl geeigneter Lagerplätze unterstützen.
Transparenz über vorhandene Lagerkapazitäten
Die Grundlage für eine bessere Auslastung ist zunächst ein aktueller Überblick über die vorhandenen Lagerplätze. Ein WMS kann Lagerbereiche, Regale, Ebenen und Stellplätze digital abbilden. Für jeden Lagerplatz lassen sich je nach System verschiedene Informationen hinterlegen, beispielsweise Kapazität, Belegung, Lagerbereich oder zulässige Artikel.
Dadurch können Verantwortliche nachvollziehen, welche Flächen aktuell belegt oder frei sind. Auch bereits reservierte Kapazitäten können berücksichtigt werden. Ohne eine solche digitale Übersicht ist es deutlich schwieriger, freie Flächen gezielt zu nutzen und Überbelegungen zu vermeiden.
Passende Lagerplätze gezielt auswählen
Ein WMS kann Mitarbeiter bei der Einlagerung unterstützen, indem es geeignete Lagerplätze vorschlägt. Dabei können unterschiedliche Kriterien berücksichtigt werden. Dazu gehören beispielsweise Artikelgröße, Gewicht, Lagerbereich, vorhandene Bestände oder die zulässige Kapazität eines Stellplatzes.
Wird ein Artikel eingelagert, muss dadurch nicht ausschließlich der nächstbeste freie Platz verwendet werden. Stattdessen kann das System einen Lagerplatz auswählen, der für den Artikel und die vorhandene Lagerstruktur geeignet ist.
So lässt sich die verfügbare Fläche strukturierter nutzen und die Gefahr reduzieren, dass unnötig viele einzelne Stellplätze teilweise belegt werden.
Chaotische Lagerhaltung nutzen
Eine Möglichkeit, Lagerkapazitäten besser auszunutzen, ist die chaotische Lagerhaltung. Dabei besitzt ein Artikel keinen dauerhaft festgelegten Lagerplatz. Stattdessen kann die Ware auf unterschiedlichen geeigneten Stellplätzen eingelagert werden.
Das WMS dokumentiert dabei genau, wo sich die jeweilige Ware befindet. Bei einer erneuten Einlagerung kann das System beispielsweise einen verfügbaren Platz berücksichtigen, während der Mitarbeiter über das mobile Gerät zum entsprechenden Lagerplatz geführt wird.
Die chaotische Lagerhaltung kann dadurch helfen, vorhandene Flächen flexibler auszunutzen. Voraussetzung ist allerdings eine zuverlässige digitale Lagerplatzverwaltung, da die tatsächliche Position der Ware jederzeit bekannt sein muss.
Lagerplätze nach Artikelmerkmalen verwalten
Nicht jeder Artikel kann auf jedem Lagerplatz gelagert werden. Größe, Gewicht, Temperaturanforderungen oder besondere Lagerbedingungen können die Auswahl einschränken.
Ein WMS kann entsprechende Lagerplatzregeln hinterlegen. Schwere Waren können beispielsweise bestimmten Bereichen zugewiesen werden, während empfindliche Artikel nur für dafür geeignete Lagerplätze vorgesehen sind.
Auch Gefahrstoffe oder andere speziell zu behandelnde Waren können in dafür vorgesehenen Lagerbereichen verwaltet werden. Dadurch wird die Lagerfläche nicht nur besser ausgenutzt, sondern gleichzeitig entsprechend den betrieblichen Anforderungen organisiert.
Teilbelegte Lagerplätze reduzieren
In vielen Lagern geht Kapazität verloren, weil zahlreiche Stellplätze nur teilweise belegt sind. Ein WMS kann dabei helfen, solche Situationen transparenter zu machen.
Werden beispielsweise gleiche Artikel auf mehreren Lagerplätzen verteilt, können entsprechende Bestandsinformationen ausgewertet werden. Je nach Lagerstrategie kann anschließend geprüft werden, ob Bestände zusammengeführt werden können.
Durch eine solche Konsolidierung lassen sich freie Stellplätze schaffen, ohne zusätzliche Lagerfläche zu benötigen.
Umschlagshäufigkeit bei der Lagerplatzplanung berücksichtigen
Nicht jeder Artikel wird gleich häufig benötigt. Schnell drehende Artikel werden wesentlich häufiger kommissioniert als langsam laufende Waren. Ein WMS kann Bewegungs- und Auftragsdaten auswerten und dadurch Erkenntnisse über die Umschlagshäufigkeit liefern.
Artikel mit hoher Zugriffshäufigkeit können beispielsweise näher an der Kommissionier- oder Versandzone gelagert werden. Langsam drehende Artikel können dagegen weiter entfernte Lagerplätze belegen.
Dadurch wird nicht nur die verfügbare Fläche berücksichtigt, sondern auch die Wege innerhalb des Lagers. Eine solche Lagerplatzoptimierung kann somit gleichzeitig die Effizienz der Kommissionierung verbessern.
Dynamische Lagerplatzverwaltung
Eine dynamische Lagerplatzverwaltung ermöglicht es, Lagerplätze flexibel an die aktuelle Bestandssituation anzupassen. Ändern sich Bestandsmengen oder Artikelstrukturen, kann das Unternehmen seine Lagerorganisation entsprechend anpassen.
Das ist insbesondere bei saisonalen Schwankungen interessant. Werden bestimmte Artikel vorübergehend stärker nachgefragt, kann zusätzlicher Platz für diese Waren eingeplant werden. Nach Ende der Saison kann die Lagerstruktur wieder angepasst werden.
Ein WMS unterstützt dabei, die Änderungen digital nachzuvollziehen und den Mitarbeitern die jeweils aktuellen Lagerplatzinformationen bereitzustellen.
Bestände und Lagerflächen analysieren
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Auswertung der vorhandenen Daten. Ein WMS kann Informationen über Bestände, Lagerbewegungen, Lagerplätze und Artikel bereitstellen. Daraus lassen sich verschiedene Kennzahlen und Analysen ableiten.
Unternehmen können beispielsweise untersuchen, welche Lagerbereiche besonders stark ausgelastet sind, welche Artikel viel Platz beanspruchen oder wo regelmäßig freie Kapazitäten vorhanden sind.
Auch Artikel ohne oder mit sehr wenigen Lagerbewegungen können identifiziert werden. Dadurch können Unternehmen prüfen, ob bestimmte Bestände reduziert, umgelagert oder anders organisiert werden sollten.
Überbelegung vermeiden
Eine zu hohe Auslastung kann ebenfalls problematisch sein. Werden Lagerplätze über ihre vorgesehenen Kapazitäten hinaus genutzt, kann dies die Übersichtlichkeit und Prozesssicherheit beeinträchtigen.
Ein WMS kann Kapazitätsgrenzen und Lagerplatzinformationen berücksichtigen. Bei der Einlagerung lässt sich dadurch besser kontrollieren, ob ein Stellplatz für die vorgesehene Ware geeignet ist.
Eine hohe Lagerauslastung sollte deshalb nicht das einzige Ziel sein. Entscheidend ist vielmehr eine sinnvolle Balance zwischen Flächennutzung, Zugänglichkeit, Sicherheit und effizienten Lagerprozessen.
COSYS Lagerverwaltung für eine strukturierte Lagerplatznutzung
Die COSYS Lagerverwaltung unterstützt Unternehmen dabei, Bestände und Lagerplätze digital zu verwalten. Mitarbeiter können Einlagerungen, Umlagerungen und Auslagerungen direkt per Smartphone oder MDE-Gerät erfassen. Durch das Scannen von Artikeln und Lagerplätzen werden die Warenbewegungen unmittelbar dokumentiert.
Im COSYS WebDesk stehen Informationen zu Artikeln, Beständen und Lagerplätzen zentral zur Verfügung. Dadurch erhalten Verantwortliche einen besseren Überblick über die aktuelle Belegung und können Lagerprozesse gezielter analysieren. Je nach Anforderung lassen sich feste und dynamische Lagerplatzstrategien abbilden.
Ein WMS kann damit einen wichtigen Beitrag leisten, vorhandene Lagerflächen effizienter zu nutzen. Durch digitale Lagerplatzinformationen, passende Einlagerungsstrategien, Bestandsanalysen und eine flexible Lagerorganisation lassen sich freie Kapazitäten besser ausschöpfen und unnötige Flächenverluste reduzieren.
Mit der COSYS Lagerverwaltung behalten Sie Bestände und Lagerplätze jederzeit im Blick. Digitale Einlagerungs- und Umlagerungsprozesse helfen dabei, verfügbare Flächen gezielter zu nutzen und Lagerkapazitäten effizienter auszuschöpfen.
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