Wie unterstützt ein WMS die Produktionsversorgung?
Eine zuverlässige Produktionsversorgung ist eine wichtige Voraussetzung für einen reibungslosen Fertigungsablauf. Produktionslinien benötigen Materialien, Rohstoffe, Komponenten und Verpackungen zum richtigen Zeitpunkt und in der benötigten Menge. Fehlen wichtige Teile, kann es zu Verzögerungen oder sogar zum Stillstand einer Produktion kommen. Gleichzeitig sollten nicht unnötig große Mengen direkt an der Produktionslinie bereitgestellt werden, da dadurch wertvoller Platz blockiert wird.
Ein Warehouse Management System (WMS) kann dabei helfen, die Produktionsversorgung digital zu organisieren und transparenter zu gestalten. Es verbindet die Lagerverwaltung mit den Anforderungen der Produktion und unterstützt unter anderem bei der Bestandsführung, Materialbereitstellung, Nachversorgung und Dokumentation.
Was bedeutet Produktionsversorgung?
Unter Produktionsversorgung versteht man die Bereitstellung aller benötigten Materialien für die Fertigung. Dazu gehören beispielsweise Rohstoffe, Halbzeuge, Bauteile, Verpackungsmaterialien oder Hilfs- und Betriebsstoffe.
Die Materialien müssen nicht nur verfügbar sein, sondern auch am richtigen Ort und zum richtigen Zeitpunkt bereitstehen. Je nach Produktionsunternehmen kann die Versorgung direkt aus einem Lager, über Supermarkt-Lager oder über spezielle Bereitstellungsflächen an der Produktionslinie erfolgen.
Dabei entstehen zahlreiche Lagerbewegungen. Materialien werden eingelagert, für Produktionsaufträge reserviert, zur Fertigung transportiert und anschließend aus dem Lagerbestand ausgebucht. Ein WMS kann diese Prozesse digital abbilden.
Welche Rolle übernimmt ein WMS?
Ein WMS bildet die Schnittstelle zwischen Lager und Materialversorgung. Es verwaltet Bestände und Lagerplätze und kann daraus konkrete Aufgaben für die Mitarbeiter ableiten.
Wird beispielsweise für einen Produktionsauftrag eine bestimmte Menge eines Bauteils benötigt, kann das WMS einen entsprechenden Bereitstellungs- oder Kommissionierauftrag erzeugen. Der Mitarbeiter erhält diesen Auftrag auf seinem Smartphone oder MDE-Gerät und wird Schritt für Schritt durch den Prozess geführt.
Durch das Scannen von Artikeln und Lagerplätzen wird gleichzeitig dokumentiert, welche Ware entnommen und wohin sie gebracht wurde.
Dadurch entsteht eine digitale Verbindung zwischen Bestand, Lager und Produktionsversorgung.
Materialbedarfe rechtzeitig erkennen
Eine der wichtigsten Aufgaben bei der Produktionsversorgung besteht darin, Materialengpässe zu vermeiden. Ein WMS kann dafür aktuelle Bestandsinformationen bereitstellen und sichtbar machen, welche Artikel verfügbar sind und wo sie gelagert werden.
In Verbindung mit Produktionsaufträgen oder einem ERP-System können benötigte Materialien frühzeitig erkannt werden. Das WMS kann beispielsweise anzeigen, welche Komponenten für einen Auftrag benötigt werden und ob diese im Lager vorhanden sind.
Dadurch können Mitarbeiter die notwendigen Materialien rechtzeitig bereitstellen, bevor sie an der Produktionslinie benötigt werden.
Kommissionierung für die Produktion
Ein typischer Prozess ist die Produktionskommissionierung. Dabei werden alle für einen Fertigungsauftrag benötigten Materialien aus dem Lager zusammengestellt.
Das WMS kann aus dem Produktionsauftrag entsprechende Kommissionieraufträge erzeugen. Der Mitarbeiter erhält beispielsweise eine Liste der benötigten Artikel und Mengen.
Durch Barcode-Scans kann sichergestellt werden, dass tatsächlich der richtige Artikel entnommen wird. Gleichzeitig wird die entnommene Menge direkt im System dokumentiert.
Besonders bei vielen ähnlichen Komponenten kann diese digitale Unterstützung hilfreich sein. Verwechslungen lassen sich reduzieren und die Rückverfolgbarkeit der Materialbewegungen verbessert sich.
Materialbereitstellung an der Produktionslinie
Nach der Kommissionierung müssen die Materialien zur richtigen Produktionsstelle gelangen. Auch diesen Schritt kann ein WMS unterstützen.
Das System kann beispielsweise einen Bereitstellungsauftrag für eine bestimmte Produktionslinie, Maschine oder einen definierten Übergabepunkt erzeugen. Der Mitarbeiter sieht auf seinem MDE-Gerät, wohin das Material gebracht werden soll.
Nach der Übergabe kann der Vorgang digital bestätigt werden. Dadurch ist nachvollziehbar, welches Material wann und für welche Produktionsstelle bereitgestellt wurde.
Je nach Lagerorganisation können dafür feste Bereitstellungsflächen oder sogenannte Produktions-Supermärkte genutzt werden.
Nachversorgung der Produktion
Nicht nur die erstmalige Bereitstellung ist wichtig. Während der laufenden Produktion müssen Materialien regelmäßig nachgeführt werden.
Ein WMS kann Bestände an den Produktionsbereitstellungsplätzen überwachen. Wird ein definierter Mindestbestand unterschritten, kann daraus ein Nachversorgungsauftrag entstehen.
Ein Beispiel: An einer Montagelinie befinden sich 50 Schrauben eines bestimmten Typs. Sinkt der Bestand auf 15 Stück, wird eine Nachversorgung aus dem Lager erforderlich. Das WMS kann diesen Bedarf erkennen und einen entsprechenden Auftrag für einen Mitarbeiter erzeugen.
Dadurch kann die Materialversorgung stärker nach tatsächlichem Bedarf organisiert werden.
FIFO, Chargen und Mindesthaltbarkeit
In vielen Produktionsunternehmen müssen bei der Materialbereitstellung zusätzliche Kriterien berücksichtigt werden. Dazu gehören beispielsweise Chargen, Seriennummern oder Mindesthaltbarkeitsdaten.
Ein WMS kann solche Informationen bereits bei der Einlagerung erfassen und bei späteren Entnahmen berücksichtigen.
Bei Materialien mit begrenzter Haltbarkeit kann beispielsweise das FIFO- oder FEFO-Prinzip eingesetzt werden. Dadurch wird sichergestellt, dass geeignete Bestände bevorzugt verwendet werden.
Bei chargenpflichtigen Materialien kann außerdem dokumentiert werden, welche Charge für welchen Produktionsauftrag bereitgestellt wurde. Das kann für die Rückverfolgbarkeit von Bedeutung sein.
Bestandsführung zwischen Lager und Produktion
Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass Material während des Produktionsprozesses verschiedene Bereiche durchläuft. Es befindet sich beispielsweise zunächst im Hauptlager, anschließend auf einem Bereitstellungsplatz und später direkt an der Produktionslinie.
Ohne eine digitale Erfassung können solche Bewegungen schnell zu Differenzen zwischen dem tatsächlichen und dem im System geführten Bestand führen.
Ein WMS dokumentiert die jeweiligen Bewegungen und kann dadurch eine bessere Transparenz schaffen. Wird Material aus dem Lager entnommen, wird die entsprechende Menge gebucht. Wird sie an einen Produktionsplatz gebracht, kann auch diese Übergabe dokumentiert werden.
So lässt sich besser nachvollziehen, wo sich ein Materialbestand aktuell befindet.
Verbindung von WMS und ERP
In vielen Unternehmen ist das WMS nicht das einzige eingesetzte System. Häufig übernimmt ein ERP-System die übergeordnete Planung von Produktion, Einkauf und Aufträgen.
Das ERP kann beispielsweise einen Produktionsauftrag erstellen und den daraus resultierenden Materialbedarf definieren. Das WMS übernimmt anschließend die operative Lager- und Bereitstellungslogik.
Über Schnittstellen werden die relevanten Informationen zwischen beiden Systemen ausgetauscht. Nach der Materialbereitstellung können Rückmeldungen wieder an das ERP übertragen werden.
Damit entsteht eine Verbindung zwischen Produktionsplanung und operativer Lagerlogistik.
Vorteile eines WMS für die Produktionsversorgung
Der Einsatz eines WMS kann die Produktionsversorgung in verschiedenen Bereichen unterstützen.
Mehr Transparenz: Mitarbeiter können sehen, welche Materialien verfügbar sind und wo sie sich befinden.
Weniger Suchaufwand: Lagerplätze und Bereitstellungsorte werden systematisch verwaltet.
Weniger Fehler: Barcode-Scans unterstützen bei der eindeutigen Identifikation von Artikeln und Lagerplätzen.
Bessere Nachversorgung: Mindestbestände an Produktionsplätzen können überwacht und Nachschubaufträge ausgelöst werden.
Rückverfolgbarkeit: Materialbewegungen und gegebenenfalls Chargen oder Seriennummern lassen sich dokumentieren.
Effizientere Prozesse: Mitarbeiter erhalten konkrete Aufgaben und müssen weniger Informationen manuell zusammensuchen.
COSYS Lagerverwaltung für die Produktionsversorgung
Auch die COSYS Lagerverwaltung kann Unternehmen bei der digitalen Produktionsversorgung unterstützen. Mit der COSYS App lassen sich Lagerbewegungen direkt per Smartphone oder MDE-Gerät erfassen. Mitarbeiter können beispielsweise Materialien scannen, Mengen buchen und Lager- oder Bereitstellungsplätze dokumentieren.
Prozesse wie Wareneingang, Einlagerung, Umlagerung, Kommissionierung und Inventur lassen sich digital abbilden. Dadurch kann auch die Bereitstellung von Materialien für die Produktion in die bestehende Lagerverwaltung integriert werden.
Über den COSYS WebDesk stehen zusätzlich Funktionen für die Verwaltung von Artikeln, Beständen und Lagerplätzen sowie für Auswertungen und Prozessanalysen zur Verfügung. Über Schnittstellen kann die Lösung außerdem mit übergeordneten ERP-Systemen verbunden werden.
Fazit
Ein WMS kann eine wichtige Rolle bei der digitalen Produktionsversorgung übernehmen. Es sorgt dafür, dass Materialien systematisch verwaltet, bedarfsgerecht kommissioniert und an den richtigen Produktionsstellen bereitgestellt werden.
Durch die digitale Erfassung von Lager- und Materialbewegungen entsteht mehr Transparenz über Bestände und Materialflüsse. Gleichzeitig können Nachversorgungen besser organisiert und Fehler bei der Bereitstellung reduziert werden.
Besonders in Unternehmen mit vielen Produktionsaufträgen, zahlreichen Komponenten oder komplexen Materialflüssen kann ein WMS dazu beitragen, Lager und Produktion enger miteinander zu verbinden. In Kombination mit einem ERP-System entsteht so eine durchgängige digitale Prozesskette von der Produktionsplanung bis zur Materialbereitstellung an der Linie.
Mit der COSYS Lagerverwaltung digitalisieren Sie die Materialversorgung Ihrer Produktion. Erfassen Sie Wareneingänge, Einlagerungen, Umlagerungen und Produktionskommissionierungen direkt per Smartphone oder MDE-Gerät. So behalten Sie Bestände und Materialbewegungen im Blick und können benötigte Komponenten gezielt an die richtige Produktionsstelle bringen. Über Schnittstellen lässt sich COSYS zudem an bestehende ERP-Systeme anbinden. Informieren Sie sich noch heute und vereinbaren Sie einen Termin zur kostenlosen Präsentation der Software.




