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Wie werden Gefahrstoffe in einem WMS verwaltet?

Gefahrstoffe stellen besondere Anforderungen an die Lagerung, Bestandsführung und innerbetriebliche Logistik. Dazu gehören beispielsweise entzündbare Flüssigkeiten, ätzende Stoffe, giftige Chemikalien oder andere Substanzen, von denen bei unsachgemäßer Lagerung oder Handhabung Gefahren für Menschen, Umwelt oder Betriebsmittel ausgehen können. Unternehmen müssen deshalb nicht nur wissen, welche Gefahrstoffe vorhanden sind, sondern auch, wo sie gelagert werden, in welchen Mengen sie sich im Lager befinden und welche besonderen Lagerbedingungen gelten.

Wie werden Gefahrstoffe in einem WMS verwaltet?
Wie werden Gefahrstoffe in einem WMS verwaltet?

Ein Warehouse Management System (WMS) kann dabei helfen, Gefahrstoffe digital zu verwalten und die entsprechenden Lagerprozesse kontrollierter abzuwickeln. Dazu werden Gefahrstoffinformationen bereits in den Artikelstammdaten hinterlegt und mit Lagerplätzen, Beständen und Warenbewegungen verknüpft. So können relevante Informationen bei Wareneingang, Einlagerung, Kommissionierung, Umlagerung und Inventur berücksichtigt werden.

Welche Informationen werden zu Gefahrstoffen im WMS hinterlegt?

Die Grundlage für die digitale Gefahrstoffverwaltung bilden die Artikelstammdaten. Neben den normalen Informationen wie Artikelnummer, Bezeichnung, Einheit und Bestand können zusätzliche Gefahrstoffmerkmale hinterlegt werden.

Dazu können beispielsweise die Gefahrstoffklasse, Kennzeichnungen, Lagerbedingungen oder Hinweise zur sicheren Handhabung gehören. Je nach eingesetztem WMS lassen sich auch Informationen zu UN-Nummern, Verpackungsgruppen oder weiteren relevanten Klassifizierungen verwalten.

Auch Angaben zu Sicherheitsdatenblättern können mit den Artikeln verknüpft werden. Dadurch können Mitarbeiter schnell auf wichtige Informationen zugreifen, ohne lange nach Dokumenten in Papierform suchen zu müssen.

Wichtig ist dabei, dass das WMS die fachlichen und rechtlichen Vorgaben nicht selbst ersetzt. Die korrekte Einstufung und Kennzeichnung eines Gefahrstoffs muss auf Grundlage der gültigen Informationen und Vorgaben erfolgen. Das WMS unterstützt anschließend bei der operativen Umsetzung im Lager.

Gefahrstoffe beim Wareneingang erfassen

Bereits beim Wareneingang spielt eine korrekte Erfassung eine wichtige Rolle. Trifft ein Gefahrstoff im Lager ein, kann der Mitarbeiter den Artikel per Barcode oder QR-Code mit einem mobilen Datenerfassungsgerät oder Smartphone erfassen.

Das WMS gleicht den Artikel mit dem erwarteten Auftrag ab und übernimmt die relevanten Informationen in den Bestand. Je nach Prozess können zusätzlich Charge, Seriennummer, Menge oder Mindesthaltbarkeitsdatum erfasst werden.

Bei Gefahrstoffen kann darüber hinaus geprüft werden, ob der Artikel für den vorgesehenen Lagerbereich geeignet ist. So lässt sich verhindern, dass ein Gefahrstoff versehentlich auf einem ungeeigneten Lagerplatz eingebucht wird.

Geeignete Lagerplätze automatisch berücksichtigen

Eine zentrale Aufgabe eines WMS ist die Verwaltung der Lagerplätze. Bei Gefahrstoffen kommt diesem Punkt eine besondere Bedeutung zu, da nicht jeder Lagerplatz für jeden Stoff geeignet ist.

Ein WMS kann Lagerplätze mit bestimmten Eigenschaften versehen. Beispielsweise können Bereiche für bestimmte Gefahrstoffklassen, Temperaturbereiche oder andere Lageranforderungen definiert werden. Bei der Einlagerung kann das System diese Informationen berücksichtigen und geeignete Lagerplätze vorschlagen.

Dadurch wird der Mitarbeiter bei der Entscheidung unterstützt, wo ein Artikel eingelagert werden soll. Gleichzeitig kann das System verhindern, dass bestimmte Artikel auf gesperrte oder ungeeignete Lagerplätze gebucht werden.

Trennung unverträglicher Gefahrstoffe

Besonders wichtig ist die getrennte Lagerung von Gefahrstoffen, die miteinander reagieren oder sich gegenseitig gefährlich beeinflussen können. Welche Stoffe zusammen gelagert werden dürfen, hängt von den jeweiligen Eigenschaften und den geltenden Vorschriften ab.

Ein WMS kann entsprechende Lagerregeln digital abbilden. Artikel können beispielsweise bestimmten Lagergruppen oder Gefahrstoffmerkmalen zugeordnet werden. Bei einer Einlagerung oder Umlagerung kann das System prüfen, ob der vorgesehene Lagerplatz für den Artikel zugelassen ist.

Damit wird die Software zu einer zusätzlichen Unterstützung bei der Einhaltung definierter Lagerregeln. Die fachliche Festlegung dieser Regeln muss jedoch durch das Unternehmen beziehungsweise die dafür verantwortlichen Fachstellen erfolgen.

Bestände und Mengen im Blick behalten

Bei der Lagerung von Gefahrstoffen ist nicht nur der einzelne Artikel relevant. Auch die vorhandene Menge kann eine wichtige Rolle spielen. Ein WMS ermöglicht eine genaue Bestandsübersicht und dokumentiert jede Warenbewegung.

Wird beispielsweise eine bestimmte Menge eines Gefahrstoffs eingelagert, erhöht sich der Bestand automatisch. Bei einer Kommissionierung oder Auslagerung wird die entsprechende Menge wieder reduziert. Dadurch entsteht eine aktuelle Übersicht über die vorhandenen Bestände.

Über Auswertungen können Unternehmen zusätzlich erkennen, welche Gefahrstoffe in welchen Mengen vorhanden sind und an welchen Lagerplätzen sie sich befinden. Das erleichtert beispielsweise Bestandskontrollen und Inventuren.

Gefahrstoffe bei Kommissionierung und Auslagerung

Auch bei der Kommissionierung müssen die besonderen Eigenschaften von Gefahrstoffen berücksichtigt werden. Der Mitarbeiter erhält seinen Auftrag digital auf dem mobilen Gerät und wird zum entsprechenden Lagerplatz geführt.

Beim Entnehmen kann der Artikel erneut gescannt werden. Dadurch wird überprüft, ob tatsächlich der richtige Gefahrstoff entnommen wurde. Je nach Prozess können zusätzlich Charge, Menge oder andere Merkmale kontrolliert werden.

Bei der Auslagerung lassen sich außerdem entsprechende Verpackungs- oder Kennzeichnungsprozesse integrieren. Das ist insbesondere dann relevant, wenn die Ware anschließend versendet wird und zusätzliche Anforderungen für die Beförderung von Gefahrgut gelten.

Dokumentation und Rückverfolgbarkeit

Ein weiterer Vorteil eines WMS ist die lückenlose Dokumentation der Warenbewegungen. Jede Einlagerung, Umlagerung oder Auslagerung kann mit Zeit, Mitarbeiter, Artikel und Lagerplatz erfasst werden.

Dadurch lässt sich später nachvollziehen, wann ein bestimmter Gefahrstoff bewegt wurde und wo sich der Bestand befindet beziehungsweise befand. Bei Chargenartikeln kann die Rückverfolgbarkeit zusätzlich über die Charge erfolgen.

Diese Informationen können auch für interne Kontrollen und Auswertungen genutzt werden. Unternehmen erhalten dadurch eine bessere Transparenz über ihre Gefahrstoffbestände und Lagerprozesse.

Inventur und Bestandskontrolle von Gefahrstoffen

Auch die Inventur kann mit einem WMS digital durchgeführt werden. Mitarbeiter erfassen die Bestände direkt am Lagerplatz und gleichen die tatsächlich vorhandene Menge mit dem Systembestand ab.

Abweichungen werden dokumentiert und können anschließend geprüft werden. Gerade bei Gefahrstoffen ist eine zuverlässige Bestandsführung wichtig, da Unternehmen jederzeit einen möglichst genauen Überblick über vorhandene Mengen und Lagerorte benötigen.

Mobile Datenerfassung reduziert dabei die Gefahr von Übertragungsfehlern, die bei einer späteren manuellen Eingabe entstehen können.

WMS als Unterstützung für die Gefahrstoffverwaltung

Ein WMS kann die Gefahrstoffverwaltung somit an vielen Stellen unterstützen. Von der Erfassung beim Wareneingang über die Auswahl geeigneter Lagerplätze bis hin zu Kommissionierung, Umlagerung und Inventur lassen sich Gefahrstoffinformationen mit den jeweiligen Lagerprozessen verbinden.

Dabei sollte das WMS nicht als eigenständige Lösung für sämtliche Gefahrstoff- oder Gefahrgutvorschriften verstanden werden. Die gesetzlichen Anforderungen, Stoffeinstufungen und betrieblichen Sicherheitsregeln müssen zunächst fachlich definiert werden. Das WMS kann diese Vorgaben anschließend in den operativen Lagerprozessen berücksichtigen und die Mitarbeiter bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen.

COSYS Lagerverwaltung für Gefahrstoffe

Auch die COSYS Lagerverwaltung kann Unternehmen bei der digitalen Verwaltung von Gefahrstoffbeständen unterstützen. Über die COSYS App erfassen Mitarbeiter Warenbewegungen direkt per Smartphone oder MDE-Gerät. Wareneingänge, Einlagerungen, Umlagerungen, Kommissionierungen und Auslagerungen lassen sich dadurch digital dokumentieren.

Im COSYS WebDesk stehen die erfassten Bestände und Prozessdaten zentral zur Verfügung. Lagerplätze und Artikel können verwaltet und Warenbewegungen nachvollzogen werden. Durch die mobile Erfassung per Barcode lassen sich zudem Artikel, Mengen und gegebenenfalls weitere Merkmale direkt am Lagerplatz prüfen. In Verbindung mit individuellen Lagerregeln und Schnittstellen zu bestehenden ERP-Systemen kann COSYS so dabei helfen, auch Lagerprozesse mit besonderen Anforderungen transparenter und digitaler abzubilden.

Tipp

Nutzen Sie die COSYS Lagerverwaltung, um Gefahrstoffbestände und Lagerbewegungen digital zu erfassen. Mit Smartphone oder MDE-Gerät können Mitarbeiter Artikel, Mengen und Lagerplätze direkt per Barcode dokumentieren. So bleiben Bestände und Warenbewegungen transparent und lassen sich zentral im COSYS WebDesk nachvollziehen.

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