Wie verhindert man Fehlbestände?
Fehlbestände gehören zu den größten Herausforderungen in der Lager- und Materialwirtschaft. Sie entstehen, wenn benötigte Waren oder Materialien nicht in ausreichender Menge verfügbar sind, obwohl sie für die Produktion, den Versand oder die Kundenbelieferung benötigt werden. Die Folgen reichen von Lieferverzögerungen über Produktionsstillstände bis hin zu Umsatzverlusten und unzufriedenen Kunden.
Um Fehlbestände zu vermeiden, benötigen Unternehmen eine durchdachte Bestandsplanung, transparente Lagerprozesse und aktuelle Bestandsdaten. Moderne Bestandsführungssysteme unterstützen dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Warum Fehlbestände so teuer sind
Viele Unternehmen unterschätzen die tatsächlichen Kosten eines Fehlbestands. Oft wird lediglich der Wert des fehlenden Artikels betrachtet, während die Folgekosten deutlich höher ausfallen können.
Praxisbeispiel: Produktionsausfall durch Materialmangel | Praxisbeispiel: Fehlbestand im Onlinehandel | |||
| Ein Maschinenbauunternehmen benötigt täglich 500 Spezialschrauben für die Fertigung seiner Produkte. Der Deckungsbeitrag pro fertiggestellter Maschine beträgt 400 Euro. Aufgrund eines nicht bemerkten Fehlbestands können an einem Produktionstag 50 Maschinen nicht fertiggestellt werden. | Ein Onlinehändler verkauft täglich etwa 30 Stück eines besonders gefragten Produkts zu einem Gewinn von 15 Euro pro Artikel. Aufgrund fehlerhafter Bestandsdaten wird das Produkt weiterhin im Shop angeboten, obwohl es bereits ausverkauft ist. Innerhalb von drei Tagen gehen 90 Bestellungen ein, die nicht bedient werden können. | |||
Die direkten Auswirkungen:
Zusätzlich entstehen häufig weitere Kosten:
| Die Folgen:
| |||
| In diesem Beispiel kann ein einziger Fehlbestand innerhalb weniger Tage Kosten von deutlich über 20.000 Euro verursachen. | Gerade im E-Commerce können Fehlbestände langfristige Auswirkungen auf die Kundenzufriedenheit und die Markenwahrnehmung haben. |
Die häufigsten Ursachen für Fehlbestände
Fehlbestände entstehen selten zufällig. Häufig liegen organisatorische oder technische Ursachen zugrunde:
- Ungenaue Bestandsdaten
Werden Wareneingänge, Umlagerungen oder Entnahmen nicht korrekt erfasst, stimmen die Systembestände nicht mehr mit den tatsächlichen Lagerbeständen überein. - Fehlende Mindest- und Meldebestände
Ohne festgelegte Bestandsgrenzen wird häufig erst nachbestellt, wenn Materialien bereits knapp oder vollständig aufgebraucht sind. - Lange Lieferzeiten
Wenn Lieferanten längere Lieferzeiten haben und diese nicht bei der Planung berücksichtigt werden, können schnell Versorgungslücken entstehen. - Mangelnde Transparenz
Unternehmen mit mehreren Lagerstandorten oder manuellen Prozessen verlieren häufig den Überblick über verfügbare Bestände. - Fehlerhafte Prognosen
Unerwartet hohe Nachfrage oder saisonale Schwankungen können dazu führen, dass die vorhandenen Bestände nicht ausreichen.
Maßnahmen zur Vermeidung von Fehlbeständen
Unternehmen können verschiedene Maßnahmen ergreifen, um das Risiko von Fehlbeständen deutlich zu reduzieren.
- Mindest- und Meldebestände definieren
Für wichtige Artikel sollten Sicherheitsbestände festgelegt werden. Gleichzeitig sorgt ein Meldebestand dafür, dass rechtzeitig eine Nachbestellung ausgelöst wird. - Bestände regelmäßig kontrollieren
Regelmäßige Inventuren und Stichproben helfen dabei, Bestandsabweichungen frühzeitig zu erkennen. - Lieferanten überwachen
Die Analyse von Lieferzeiten und Lieferzuverlässigkeit ermöglicht eine realistischere Bestandsplanung. - Verbrauchsdaten auswerten
Historische Verbrauchswerte helfen dabei, Bedarfe genauer vorherzusagen und saisonale Schwankungen zu berücksichtigen. - Lagerprozesse standardisieren
Klare Abläufe bei Wareneingang, Umlagerung und Kommissionierung reduzieren Fehler und erhöhen die Bestandsgenauigkeit.
Wie eine digitale Bestandsführung Fehlbestände verhindert
Die manuelle Überwachung von Lagerbeständen ist insbesondere bei großen Artikelmengen zeitaufwendig und fehleranfällig. Moderne Bestandsführungssysteme schaffen hier Abhilfe.
Eine digitale Bestandsführung ermöglicht:
- Bestandsaktualisierung in Echtzeit
- Automatische Überwachung von Mindest- und Meldebeständen
- Frühzeitige Warnungen bei kritischen Beständen
- Transparenz über alle Lagerbewegungen
- Schnellere und fundiertere Nachbestellentscheidungen
Dadurch werden potenzielle Fehlbestände erkannt, bevor sie zu einem Problem werden.
Wie die COSYS Bestandsführung unterstützt
Die COSYS Bestandsführung hilft Unternehmen dabei, jederzeit den Überblick über ihre Lagerbestände zu behalten. Mithilfe von Barcode-Scannern oder Smartphones werden Warenbewegungen direkt bei der Durchführung erfasst und automatisch dokumentiert.
Dadurch stehen stets aktuelle Bestandsdaten zur Verfügung. Kritische Bestandsentwicklungen können frühzeitig erkannt und Nachbestellungen rechtzeitig eingeleitet werden. Gleichzeitig erhöht sich die Bestandsgenauigkeit, wodurch Fehlbestände und daraus resultierende Kosten reduziert werden.
Insbesondere Unternehmen mit vielen Artikeln, mehreren Lagerorten oder komplexen Materialflüssen profitieren von der Transparenz und Automatisierung einer digitalen Bestandsführung.
Fazit
Fehlbestände verursachen häufig deutlich höhere Kosten als auf den ersten Blick erkennbar ist. Produktionsausfälle, Lieferverzögerungen, Umsatzeinbußen und unzufriedene Kunden können schnell hohe finanzielle Schäden verursachen. Durch eine strukturierte Bestandsplanung, die Definition von Mindest- und Meldebeständen sowie den Einsatz einer digitalen Bestandsführung lassen sich Fehlbestände jedoch wirksam vermeiden. Unternehmen profitieren dadurch von einer höheren Lieferfähigkeit, geringeren Kosten und zufriedeneren Kunden.
Tipp: Mit der COSYS Bestandsführung gehören Fehlbestände der Vergangenheit an. Informieren Sie sich unter folgenden Link.
Ähnliche Artikel
Diese Artikel könnten sie interessieren:




