Mehrwegbehälter im Getränkegroßhandel verfolgen
Track & Trace für Leergut, Poolkästen und Transportbehälter vom Kunden bis zur Wiederverwendung
Mehrweg-Tracking zeigt, welcher Behältertyp sich an welchem Prozesspunkt befindet, wann er zuletzt bewegt wurde und wer für die Rückgabe zuständig ist. Dafür müssen Scans, Status und Partnerkonten zusammenwirken.
Im Getränkegroßhandel können Kisten und Paletten über Wochen zwischen Abfüllern, Lager, Fahrzeugen und Kunden umlaufen. Ohne strukturierte Bewegungsdaten bleibt oft unklar, ob Leergut unterwegs, beim Kunden oder bereits im Lager steht. Digitale Nachverfolgung macht diese Übergänge sichtbar.
Was bedeutet Track & Trace bei Mehrwegbehältern?
Track & Trace bezeichnet die dokumentierte Nachverfolgung von Bewegungen und Statuswechseln. "Track" beantwortet, wo sich ein Behälter nach der letzten bekannten Buchung befindet "Trace" rekonstruiert den bisherigen Weg. Eine fortlaufende GPS-Ortung ist dafür nicht zwingend erforderlich. Häufig reichen Ereignisse an definierten Übergabepunkten.
Bei mengenbasierten Poolkästen wird in der Regel ein Kontostand pro Kastentyp und Partner verfolgt. Einzeln markierte Spezialbehälter können dagegen eine individuelle Historie je Barcode oder Seriennummer erhalten.
Welche Stationen sollen erfasst werden?
Sinnvolle Scan- oder Buchungspunkte sind Bereitstellung im Lager, Verladung, Übergabe beim Kunden, Leergutrücknahme, Entladung, Sortierung, Qualitätsprüfung und erneute Bereitstellung. Jede Station sollte Zeit, Ort, Prozessart, Menge beziehungsweise ID und verantwortlichen Partner festhalten.
Wer nur beim Ausliefern erfasst, sieht die Rückführung nicht. Gerade beim Getränkegroßhandel ist der Leergutrückweg entscheidend: fehlende Rücknahmen können zu Engpässen bei der Wiederbefüllung oder zu ungeklärten Außenständen führen.
Wie verhindert man falsche Standortanzeigen?
Ein System darf den zuletzt gebuchten Übergabeort nicht automatisch mit dem aktuellen physischen Standort gleichsetzen. Besser ist die Formulierung "zuletzt erfasst bei Kunde X am Datum Y". Außerdem benötigen Transporte den Status "unterwegs", verspätete Offline-Buchungen einen korrekten Ereigniszeitpunkt und Korrekturen eine nachvollziehbare Historie.
Bei mengenbasierten Kästen sollte eine Rückgabe stets auf den richtigen Kastentyp gebucht werden. Wird Fremdleergut als eigene Ware gezählt, entstehen falsche Bestände und verzerrte Partnerkonten.
Welche Kennzahlen zeigen Rückholbedarf?
Für die Disposition sind Außenstand je Partner, Alter der letzten Bewegung, Rückgabequote, durchschnittliche Verweildauer und Menge überfälliger Behälter relevant. Eine einfache Priorisierung kombiniert die Größe des Außenstands mit dem Alter der offenen Rückgabe.
Beispiel: Von 600 bei Partnern dokumentierten Kisten gelten 120 nach einer vereinbarten Frist als überfällig. Das entspricht 20 Prozent der erfassten Außenmenge. Die Software kann daraus eine Rückholliste erzeugen ob ein Kunde rechtlich zur Rückgabe verpflichtet ist, ergibt sich aus dem jeweiligen Vertrag.
Welche Besonderheiten gelten für Getränkepools?
In Mehrwegpools können Kästen und Flaschen an unterschiedlichen Stellen wieder in den Kreislauf gelangen. Nach Darstellung des GDB-Mehrwegsystems wird Leergut regelmäßig über den Getränkefachgroßhandel zu Mineralbrunnen zurückgeführt Poolgebinde können an einen geeigneten anderen teilnehmenden Brunnen gehen. Das zeigt, weshalb eine eindeutige System- und Typzuordnung wichtiger sein kann als die Rücksendung an den ursprünglichen Abfüller.
Für Bestandsführung und Rückverfolgbarkeit sollten deshalb Poolzugehörigkeit, Kastenformat, Status und Rückgabepartner definiert sein. Ergänzend helfen Sortierregeln und dokumentierte Schadensmeldungen.
Die Bedeutung belastbarer Mehrwegsysteme zeigt auch das GDB-Mehrwegsystem: Nach Angaben der Genossenschaft können Glas-Mehrwegflaschen im System bis zu 50 Umläufe und PET-Mehrwegflaschen bis zu 25 Umläufe erreichen. Das sind Angaben zum dort beschriebenen Flaschensystem, keine pauschalen Werte für alle Behältertypen. Für das Tracking folgt daraus: Hohe Wiederverwendung setzt voraus, dass Rücklauf, Sortierung und erneuter Einsatz zuverlässig funktionieren.
Wie unterstützt COSYS die Nachverfolgung?
Das COSYS Behältermanagement dokumentiert Ein- und Auslagerung, Tausch und Rückgabe von Mehrwegbehältern nach Art und Menge oder Seriennummer. Im COSYS WebDesk lassen sich Bestandsstände und Buchungsverläufe prüfen. Für Sonderfälle stehen je nach Ausprägung Fotos, Unterschriften und Fristen zur Verfügung.
Die COSYS Demo-App ist ein möglicher Einstieg, um mobile Erfassungsabläufe mit typischen Getränkekisten und Paletten zu testen. Im Pilot sollten drei Fragen beantwortet werden: Wo entstand der letzte bestätigte Status, wer hält den Außenstand und welche Rücknahme muss als Nächstes organisiert werden?
Fazit
Mehrwegbehälter lassen sich im Getränkegroßhandel digital verfolgen, wenn jede relevante Übergabe als Ereignis erfasst wird. Transparente Partnerkonten und belastbare Statusangaben helfen, Leergut schneller zurückzuholen, Suchaufwand zu verringern und den Mehrwegkreislauf besser zu steuern.
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